zurück zu Literatur über die Sowjetunion Die Erfolge des Sozialismus können sich sehen lassen (aus Rote Fahne 7/90)
Der wirtschaftliche Niedergang der Sowjetunion und der Ausverkauf der DDR werden in den bürgerlichen Medien als Sieg des Kapitalismus über den Sozialismus gefeiert. Nach dieser Lesart hätten die Arbeiter es nicht vermocht, eine neue überlegene Gesellschaftsordnung zu errichten. Die internationale kommunistische und Arbeiterbewegung hat tatsächlich einen schweren Schaden erlitten - jedoch nicht heute, sondern bereits vor 34 Jahren, als in der Sowjetunion (und -anschließend in der DDR und den meisten ehemals sozialistischen Ländern) der Sozialismus zerstört wurde! Der Putsch der Chruschtschow-Gruppe beseitigte 1956 die politische Macht der Arbeiterklasse … . Dem war allerdings auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet ein Triumph der sozialistischen Ideen vorausgegangen, der bis dahin ohne Beispiel. war.
Die schöpferischen Aufgaben der Arbeiterklasse
Die schöpferischen Aufgaben der Arbeiterklasse “unterscheiden unsere Revolution von allen früheren Revolutionen, in denen die zerstörende Seite genügte“, schrieb .Lenin 1920 (Werke. Band 31, S.412). Damit wies er darauf hin, daß nach dem Sieg der Arbeiter die eigentliche Aufgabe erst begann: Während die Kapitalisten lange vor ihrer Machtergreifung in den bürgerlichen Revolutionen Erfahrungen in der Wirtschaftsführung sammeln konnten, war ein sozialistisches Wirtschaften im Kapitalismus unmöglich und konnte erst nach der Revolution beginnen. Dabei mußten Fähigkeiten erlernt werden, die bis dahin den Kapitalisten und ihren hoch bezahlten Spezialisten vorbehalten waren. Zugleich mußten im Kapitalismus entstandene Gewohnheiten wie Eigennutz, Drückebergerei und Ellenbogenstoßerei überwunden und durch kollektives, kameradschaftliches Handeln ersetzt werden. Nicht der kurzfristige und unsichere Vorteil des Einzelnen, sondern der langfristige und abgesicherte Vorteil aller Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft rückte auf die Tagesordnung! Die sozialistische Theorie gelangte auf den Prüfstand der Praxis: „Die Arbeitsproduktivität Ist in letzter Instanz das allerwichtigste, das ausschlaggebende für den Sieg der neuen Gesellschaftsordnung“, betonte Lenin in »Die große Initiative« (Werke; Band 29, S. 416).
Der historische Sieg der 30er Jahre
Trotz denkbar schlechter Voraussetzungen - geringer Anteil qualifizierter Arbeiter, vorherrschendes- Analphabetentum, Zerstörung der Wirtschaft durch Krieg und Bürgerkrieg, Einkreisung. und Bedrohung durch kapitalistische Länder - bewiesen die sowjetischen Arbeiter die historische Überlegenheit des Sozialismus. Während die kapitalistische Welt in einer verheerenden Wirtschaftskrise Millionen von Arbeiterfamilien ins Elend stieß und die kapitalistische Konkurrenz mit ihrer vernichtenden Wirkung die Schließung von abertausenden Betrieben bewirkte, während die Massen hungerten, beteiligten sich 1929 über 900000 Arbeiter, Angestellte und Ingenieure in der Sowjetunion an einem sozialistischen Wettbewerb. Sie steigerten die Industrieproduktion um 27 Prozent und die Arbeitsproduktivität bis zu 15 Prozent. 1930 wurde die Produktion um 63 Prozent gesteigert, erstmals war der Anteil der Industrieproduktion an der gesamten Volkswirtschaft höher als die Agrarproduktion. 1931 standen bereits über zwei Millionen Arbeiter im sozialistischen Wettbewerb. Der erste Fünfjahrplan wurde 1932 vorfristig erfüllt; 1500 Industriebetriebe waren neu gegründet worden. Die Arbeitslosigkeit wurde vollständig überwunden, der Arbeitslohn stieg um 103,6 Prozent, vier Fünftel aller Industriebetriebe gingen zum 7-Stunden-Arbeitstag über... Während des zweiten Fünfjahrplanes stieg die Arbeitsproduktivität um 82 Prozent, das Entwicklungstempo der sowjetischen Industrie war um mehr als 15mal höher als das der kapitalistischen Länder. Das Ziel, auch die Pro-Kopf-Produktion der kapitalistischen Industrie zu übertreffen, rückte in greifbare Nähe. Nicht allein den extensiven Wirtschaftsaufbau (die Errichtung einer schwerindustriellen Grundlage und ihr Ausbau), auch den intensiven Aufbau (die Rationalisierung durch Anwendung des wissenschaftlichen Fortschritts in der Produktion) führte der Sozialismus zu neuen Höhen.
Spitzenleistungen auf allen Gebieten
1940/41 studierten an den sowjetischen Hochschulen mehr Menschen als in 22 europäischen Ländern zusammengenommen, einschließlich Frankreich, England, Deutschland und Italien. Davon waren die Hälfte Frauen, während es in den kapitalistischen Ländern nur 10 Prozent weibliche Studierende gab (BRD 1990: 38,1 Prozent). In so gut wie allen Gebieten der Industrie, Landwirtschaft, Wissenschaft und Kultur lassen sich aus jener Zeit Spitzenleistungen der Sowjetunion aufzeigen, die den Kapitalismus zum sterbenden, rückständigen System abqualifizierten. Der II. Weltkrieg unterbrach auch den Wirtschaftsaufschwung der Sowjetunion; die auf Kriegsproduktion umstellen und 1941 gegen einen zunächst militärisch überlegenen Feind antreten mußte. Doch dieser Krieg bewies im Ergebnis erneut die überlegene Kraft des Sozialismus, führte zum Sturz des Kapitalismus in mehreren Ländern und zu einem nie dagewesenen Aufschwung der weltweiten kommunistischen Bewegung … Beim Nachkriegsaufbau wurden in rasantem Tempo die Kriegszerstörungen beseitigt, bereits 1947 konnte die Sowjetunion das Kartensystem für Lebensmittel abschaffen (BRD: 1950). Auch auf dem Gebiet der heutigen DDR verlief der Wiederaufbau zunächst wesentlich schneller als in den Westzonen. Der spätere Antikommunist Wolfgang Leonhard stellte 1946 in einer Broschüre der SED dar, warum die Verpflegungssätze in der sowjetischen Besatzungszone um ein Drittel höher lagen als in der amerikanischen, britischen und französischen Zone (»Willkommen in der Heimat!«, Berlin 1946, S. 20). … (gekürzt)
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