Nach dem Tod StalinsAls Stalin am 5. März 1953 gestorben war, war allen Kommunistinnen und Kommunisten, allen revolutionären Arbeiterinnen und Arbeitern, allen revolutionären Kämpferinnen und Kämpfern gegen den Imperialismus auf der ganzen Welt bewußt, daß sie ihren besten Genossen verloren hatten, der Jahrzehnte lang an der Spitze gestanden war. Dieses Bewußtsein und diese auch emotional tief empfundene Atmosphäre des Schmerzes um diesen Verlust in der gesamten kommunistischen Weltbewegung bringt der am 9. März 1953 im Zentralorgan der KP Chinas veröffentlichte Nachruf Mao Tse-tungs „Zum Tod Stalins" sehr authentisch und in einer inhaltlich überzeugenden Weise zum Ausdruck. Wir führen daher längere Auszüge daraus an: „Das größte Genie der Gegenwart, der große Lehrmeister der internationalen kommunistischen Bewegung, der Kampfgefährte des unsterblichen Lenin, Genosse Josef Wissarionowitsch Stalin, ist für immer von uns gegangen. Unschätzbar ist, was Genosse Stalin unserer Zeit durch seine theoretische wie durch seine praktische Arbeit gegeben hat. (...) Der Tod des Genossen Stalin hat die Werktätigen der ganzen Welt mit unermeßlichem Schmerz erfüllt und ist allen ehrlichen Menschen der Welt tief zu Herzen gegangen. Das zeigt, daß die Sache des Genossen Stalin und seine Ideen die breiten Volksmassen der Welt erfaßt haben und heute schon eine unbesiegbare Kraft darstellen. Diese Kraft führt die Völker, die schon gesiegt haben, weiterhin von Sieg zu Sieg und bewirkt gleichzeitig, daß alle jene, die noch unter dem Joch der im Sumpf ihrer Laster steckenden alten, kapitalistischen Welt stöhnen, zum kühnen Sturmangriff auf die Feinde des Volkes übergehen können. Nach dein Tode Lenins errichtete das Sowjetvolk unter der Führung des Genossen Stalin eine glückliche, lichte, sozialistische Gesellschaft im ersten sozialistischen Staat der Welt, den Stalin gemeinsam mit dem großen Lenin in der Zeit der Oktoberrevolution geschaffen hatte. Der Sieg des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion ist nicht nur ein Sieg des Sowjetvolkes, sondern auch ein gemeinsamer Sieg aller Völker der Welt. Erstens hat dieser Sieg durch die lebendige Wirklichkeit die absolute Richtigkeit des Marxismus-Leninismus bestätigt und die Werktätigen der ganzen Welt am konkreten Beispiel gelehrt, welchen Weg man gehen muß, um sich ein glückliches Leben zu schaffen. Zweitens hat dieser Sieg es der Menschheit ermöglicht, im zweiten Weltkrieg die faschistische Bestie zu vernichten. Ohne den Sieg des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR wäre es undenkbar gewesen, im Krieg gegen den Faschismus den Sieg zu erringen. Der Sieg des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR und der Sieg im antifaschistischen Krieg sind von unmittelbarer Bedeutung für das Schicksal der Menschheit, und der Ruhm dieser Siege gebührt mit Recht dein großen Stalin. Genosse Stalin hat die marxistisch-leninistische Theorie in klassischer Weise allseitig entwickelt und eine neue Etappe in der Entwicklung des Marxismus eröffnet. Genosse Stalin hat die Theorie Lenins von der ungleichmäßigen Entwicklung des Kapitalismus und die Theorie, daß der Sieg des Sozialismus zunächst in einem einzelnen Lande möglich ist, schöpferisch weiterentwickelt. Genosse Stalin hat einen schöpferischen Beitrag zur Theorie von der allgemeinen Krise des kapitalistischen Systems und zur Theorie vom Aufbau des Kommunismus in der UdSSR geleistet. Er hat das ökonomische Grundgesetz des heutigen Kapitalismus und das ökonomische Grundgesetz des Sozialismus entdeckt und begründet und einen Beitrag zur Theorie der Revolutionen in den Kolonien und Halbkolonien geleistet. Genosse Stalin hat auch die Leninsche Theorie vom Aufbau der Partei schöpferisch weiterentwickelt. Das alles hat die Arbeiter der ganzen Welt und alle unterdrückten Klassen und Völker noch enger zusammengeschmiedet; dadurch hat der Kampf der Arbeiterklasse und aller unterdrückten Völker für ihre Befreiung und ihr Glück, haben die Erfolge dieses Kampfes nie dagewesene Ausmaße erreicht. Die Werke des Genossen Stalin sind ein unsterblicher Beitrag zum Marxismus. Seine Arbeiten „Über die Grundlagen des Leninismus", „Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) - Kurzer Lehrgang", „Der Marxismus und die Fragen der Sprachwissenschaft" sowie seine letzte große Arbeit „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR" stellen eine Enzyklopädie des Marxismus-Leninismus dar, eine Zusammenfassung der Erfahrungen der internationalen kommunistischen Bewegung in den letzten hundert Jahren. Seine Rede auf dem XIX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion ist ein kostbares Vermächtnis für die Kommunisten in allen Ländern der Welt. Wir, die chinesischen Kommunisten sowie auch die Kommunisten in allen Ländern der Welt, finden in den bedeutsamen Arbeiten des Genossen Stalin die Wege zu unseren Siegen. Nach dem Tode Lenins war Genosse Stalin immer die zentrale Gestalt der internationalen kommunistischen Bewegung. Um ihn zusammengeschlossen, erhielten wir ständige Ratschläge und schöpften ideologische Kraft aus seinen Werken. Genosse Stalin hatte wärmstes Mitgefühl mit den unterdrückten Völkern des Ostens. „Vergeßt den Osten nicht!" - das war der große Appell des Genossen Stalin nach der Oktoberrevolution. Bekanntlich hatte Genosse Stalin eine herzliche Liebe für das chinesische Volk und hielt die Kräfte der chinesischen Revolution für gewaltig. In bezug auf die Fragen der chinesischen Revolution bewies er höchste Weisheit. Der Lehre Lenins und Stalins folgend, und gestützt auf die Hilfe des großen Sowjetstaates und der revolutionären Kräfte aller Länder, haben die Kommunistische Partei Chinas und das chinesische Volk vor einigen Jahren ihren historischen Sieg errungen. Jetzt haben wir unseren großen Lehrmeister und unseren aufrichtigsten Freund, den Genossen Stalin verloren. Das ist ein großer Schmerz. Es ist unmöglich, der Trauer, die uns erfüllt, in Worten Ausdruck zu geben. Unsere Aufgabe ist es, diesen Schmerz in Kraft zu verwandeln. (...) ES LEBE DIE LEHRE VON MARX, ENGELS, LENIN UND STALIN! EWIGEN RUHM DEM ERHABENEN NAMEN DES GENOSSEN STALIN!" 381 Nach dem Tod Stalins war aber rasch klar, daß es in der Führung der KPdSU keine Persönlichkeit gab, welche die entstandene Lücke hätte ausfüllen können, so wie Stalin nach Lenins Tod an die Spitze des Leitungskollektivs der KPdSU(B) getreten war. Schlimmer noch war, daß nach dem Wegfall Stalins sich die Führung der KPdSU(B) nicht als bolschewistisches Leitungsgremium stärkte und noch enger auf dem von Lenin und Stalin gewiesenen Weg zusammenschloß, sondern revisionistische Kräfte die entscheidenden Führungspositionen an sich reißen konnten. Was den Imperialisten aller Länder mit ihrer Intervention gegen die junge sozialistische Sowjetunion nicht gelang, was ihre Sabotage und Blockade nicht vermochte und woran die nazi-faschistischen Verbrecher mit ihrem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion scheiterten - das schafften die modernen Revisionisten vom Schlage eines Chruschtschow und Breschnew: sie zwangen den Sozialismus, die Diktatur des Proletariats in die Knie und zerstörten sie von innen! Nach dem Tod Stalins übernahmen konterrevolutionäre, revisionistische Elemente mit Chruschtschow an der Spitze die Führung der KPdSU. Am Kommunismus festhaltende Parteimitglieder, die sich dem revisionistischen Verrat entgegenstellten und ihren Widerstand nicht aufgaben, wurden aus ihren Positionen entfernt, aus der Partei ausgeschlossen, mit sozialfaschistischem Terror verfolgt, ins Gefängnis geworfen oder gar ermordet. Alle möglichen ehemals inhaftierten Konterrevolutionäre und Agenten wurden von den herrschenden Revisionisten freigelassen und rehabilitiert. In der KPdSU wurden die lebendige revolutionäre Atmosphäre, die Kritik und Selbstkritik sowie die Prinzipien der innerparteilichen Demokratie von den bürokratischen Revisionisten unterhöhlt, die Kommunistische Partei wurde in eine bürgerlich-konterrevolutionäre Partei verwandelt. Schritt für Schritt wurden nach Stalins Tod die großen Erfolge des Sozialismus in der Sowjetunion, die Diktatur des Proletariats über alle bürgerlich-kapitalistischen Elemente, die zugleich sozialistische Demokratie für die breiten Volksmassen bedeutete, von innen heraus zerstört. Dieser konterrevolutionäre Machtwechsel war gut vorbereitet und erforderte nur wenig Zeit. Bereits drei Jahre nach Stalins Tod gelang ihnen auf dein XX. Parteitag der KPdSU 1956 der entscheidende Durchbruch, um ihr revisionistisches Programm zu verankern. Sie eröffneten höchstoffiziell und vor aller Welt ihren Frontalangriff auf die Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus.
Der XX. Parteitag der KPdSU 1956 als entscheidender Wendepunkt, als vollständiger Verrat an den Ideen des KommunismusIm Februar 1956 präsentierte der neue Parteivorsitzende Nikita Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU der Welt ein durch und durch revisionistisches Programm. Dieses propagierte der XX. Parteitag als richtungsweisend für die gesamte internationale kommunistische Bewegung. Das war ein grundlegender Einschnitt. Denn in allen wesentlichen Fragen des Klassenkampfes revidierte dieser Parteitag die kommunistische Linie und ersetzte sie durch eine opportunistische Linie der Anpassung an den Weltimperialismus, der Beibehaltung oder Restauration des Kapitalismus. Die Hauptthesen des XX. Parteitags der KPdSU, welche die grundlegenden Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus unter dem Vorwand „großer Veränderungen im Weltmaßstab" angriffen, waren: - Dem kommunistischen Prinzip von der unbedingten Notwendigkeit der gewaltsamen proletarischen Revolution stellte Chruschtschow die revisionistische These gegenüber: die Arbeiterklasse (hat) die Möglichkeit (...) den reaktionären volksfeindlichen Kräften eine Niederlage zu bereiten, eine stabile Mehrheit im Parlament zu erobern und es aus einem Organ der bürgerlichen Demokratie in ein Werkzeug des tatsächlichen Volkswillens zu verwandeln ..."382 Das war die Absage an die gewaltsame proletarische Revolution, an die unbedingt notwendige Zerschlagung des alten Staatsapparates durch die bewaffneten Arbeiterinnen und Arbeiter, das war die Propaganda des „friedlichen parlamentarischen Weges" als angeblich möglicher Übergang zum Sozialismus. - Dem kommunistischen Grundsatz von der Unvermeidlichkeit der Kriege im Imperialismus stellte Chruschtschow die revisionistisehe These gegenüber: Aber eine verhängnisvolle Unvermeidbarkeit der Kriege gibt es nicht."383 - Dem kommunistischen Grundsatz, daß in der Epoche des Imperialismus die imperialistischen Großmächte einen erbitterten Kampf auf Leben und Tod um die Neuaufteilung der Welt führen, stellte Chruschtschow die revisionistische These gegenüber: „Die Sowjetunion ist, wie auch Großbritannien, Frankreich, (...) zutiefst daran interessiert, das Entstehen eines neuen Krieges in Europa (...) nicht zuzulassen."384 Damit werden also die imperialistischen Großmächte zu Friedensengeln erklärt. - Dein kommunistischen Grundsatz, daß die unterdrückten Völker sich nur durch die antiimperialistische und antifeudale Revolution unter der Hegemonie des Proletariats von Imperialismus, Kompradoren- und Großgrundbesitzerklassen befreien und nur so auf dem Weg zum Sozialismus voranschreiten können, stellte Chruschtschow die revisionistische These gegenüber: „Somit befreiten sich im Laufe der letzten zehn Jahre mehr als 1,2 Milliarden Menschen oder nahezu die Hälfte der Bevölkerung des Erdballs von der kolonialen und halbkolonialen Abhängigkeit. (...) Volkschina und die unabhängige Republik Indien rücken in die Reihe der Großmächte auf."385 Staaten wie Indien, in denen der Kolonialismus durch den Neokolonialismus ersetzt wurde, werden damit als „vorn Imperialismus befreite Nationen" hingestellt. Die Notwendigkeit des Sieges der antiimperialistischen und antifeudalen Revolution als Voraussetzung für wirkliche Unabhängigkeit und Befreiung wird damit bestritten. - Dein kommunistischen Grundsatz, daß der proletarische Internationalismus die Generallinie der Außenpolitik eines jeden sozialistischen Staates ist, stellte Chruschtschow die revisionistische These gegenüber: „Das Leninsche Prinzip der friedlichen Koexistenz von Staaten mit verschiedener sozialer Ordnung war und bleibt die Generallinie der Außenpolitik unseres Landes " 386 - Dem kommunistischen Grundsatz, daß die proletarische Vorhutpartei stets unversöhnlich gegen alle Spielarten der bürgerlichen Ideologie kämpfen muß, stellte Chruschtschow die revisionistische These von der Verschmelzung mit der konterrevolutionären Sozialdemokratie gegenüber. Erforderlich sei, „die gegenseitigen Beschuldigungen einzustellen, Berührungspunkte zu finden und auf dieser Basis die Grundlagen für eine Zusammenarbeit zu entwickeln." 387 Auf dem XXII. Parteitag der KPdSU im Jahr 1961 wurde die revisionistische Linie des XX. Parteitags noch „bereichert" um die Thesen vom „Staat des ganzen Volkes" und von der „Partei des ganzen Volkes": - Dem kommunistischen Grundsatz, daß die Diktatur des Proletariats bis zum Kommunismus unverzichtbar ist, stellten die Chruschtschow-Revisionisten entgegen: ,,... in der UdSSR ist die Diktatur des Proletariats nicht mehr notwendig. Der Staat, der als Staat der proletarischen Diktatur entstand, ist in der neuen, gegenwärtigen Etappe ein Staat des ganzen Volkes. "388 Hinter dieser Revision steckte die Liquidierung der proletarischen Macht in der UdSSR, ihre Umwandlung in eine bürgerliche Diktatur, die mit derartigen Phrasen verschleiert werden sollte. - Dem kommunistischen Grundsatz, daß die Kommunistische Partei als Avantgarde des Proletariats die Revolution, die Diktatur des Proletariats führen muß, stellten die Chruschtschow-Revisionisten in ihrem „Programm" die revisionistische These gegenüber: „Durch den Sieg des Sozialismus in der UdSSR und die Festigung der Einheit der Sowjetgesellschaft ist die Kommunistische Partei der Arbeiterklasse zur Avantgarde des Sowjetvolkes, zur Partei des ganzen Volkes geworden ..." 389 In Wirklichkeit gibt es keine über den Klassen stehenden Parteien. Und der Kommunismus kann nur von einer Avantgarde der Arbeiterklasse erkämpft werden und nicht von einer „Volkspartei". Die Linie des XX. Parteitag der KPdSU bedeutete also den vollständigen Verrat an den Ideen des Kommunismus. Gegenüber einer Arbeiterklasse, welche über Jahrzehnte von der KPdSU(B) unter Führung Lenins und Stalins erzogen worden war und im Kampf gegen so gefährliche Renegaten wie Trotzki und Bucharin lehrreiche Erfahrungen gesammelt hatte, mußten die Chruschtschow-Revisionisten ihre konterrevolutionäre Linie der kapitalistischen Restauration allerdings äußerst geschickt tarnen und irgendwie legitimieren. Das taten sie im wesentlichen unter „drei Flaggen", mit drei Methoden, die allesamt auf die Revision der Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus abzielten: 1) Die Flagge des „Kampfes gegen den Personenkult" diente dazu, Stalin als den führenden Kader der KPdSU(B), der Völker der Sowjetunion, der kommunistischen Weltbewegung zu demontieren. Die Chruschtschow-Revisionisten mußten Stalin angreifen und in Mißkredit bringen, weil er an der Spitze der KPdSU(B), der Völker der Sowjetunion und der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung in seinem großen theoretischen und praktischen Werk bis zu seinem Tod den Revisionismus bekämpft und den wissenschaftlichen Kommunismus konsequent verteidigt und weiterentwickelt hat; weil sein Leben und Werk für die prinzipienfeste Verteidigung und Weiterführung der sozialistischen Revolution, für den erfolgreichen Aufbau des Sozialismus in der jungen Sowjetunion, für die mächtige Entfaltung einer prinzipienfesten und einigen kommunistischen Weltbewegung während einer ganzen Generation, und nicht zuletzt für den welthistorischen Sieg über den NaziFaschismus steht. In seinem berüchtigten „Geheimbericht" über Stalin auf dem XX. Parteitag der KPdSU warf Chruschtschow mit Behauptungen um sich, Stalin hätte „unter Verfolgungswahn gelitten", hätte sich an die „brutalste Willkür" gewöhnt, wäre „den Weg der Massenverfolgung und des Terrors" gegangen, hätte „das Land und die Landwirtschaft lediglich aus Filmen gekannt", hätte im Zweiten Weltkrieg „seine strategischen Operationen auf einem Globus geplant" usw. usf. Tatsächlich haben Chruschtschow und die anderen Revisionisten weder in diesem Bericht noch später prüfbares Material vorgelegt, welches die schweren Beschuldigungen gegen Stalin wirklich belegen und beweisen könnte. Der Grund ist einfach: Solche Materialien gibt es eben nicht! 390 Die Chruschtschow-Revisionisten versuchten auch, Stalin anhand seiner Schriften auf theoretischem Gebiet „schwere Fehler" anzudichten. Darüber heißt es in der aus dem Jahr 1966 stammenden „Programmatischen Erklärung der Revolutionären Kommunisten der Sowjetunion (Bolschewiki)" sehr treffend: „Ein Mensch, der so viele Fehler wie Stalin begangen haben sollte, der konnte auch in der Theorie kein Marxist-Leninist bleiben. Das wäre sonst die merkwürdigste Sache der Welt gewesen. Da die Revisionisten und ihre hochgelehrten Lakaien dies spürten, wühlen sie nun bereits seit 10 Jahren in den Werken Stalins herum und suchen Theorien, und wenn schon nicht Theorien, so wenigstens einzelne Thesen, und wenn schon nicht einzelne Thesen, so doch wenigstens einzelne Bemerkungen, die dem Marxismus-Leninismus widersprechen. Sie suchen - und finden nichts dergleichen Sie begannen, am philosophischen Kapitel in Stalins Kurzem Lehrgang der Geschichte der KPdSU(B) ` herumzuspielen. Und zwar haben sie die Zahl der Grundzüge der Dialektik, die Stalin aufzählte, von vier auf zwölf erhöht; diese sind nun nicht nur schwer anzuwenden, sondern auch schwer im Gedächtnis zu behalten. Sie machten sich an die Arbeit, um das Werk Stalins ,Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR' zu kritisieren. Daraus wurde aber auch nichts und so haben sie wieder den Mund gehalten. Indem sie von allen Seiten her und mit vielen Worten Stalins Artikel über Fragen der Sprachwissenschaft attackierten, gelangten sie zur Schlußfolgerung, daß es dort Übertreibungen gebe. Und so weiter, dutzende und aberdutzende Male auf den verschiedensten Gebieten: viel Geschrei - bald aber sehen wir die müden und zerschlagenen Liliputaner an den Füßen Gullivers."391 Tatsächlich ging es den Chruschtschow-Revisionisten bei ihrem 1956 offen verkündeten Feldzug gegen Stalin nie und nimmer um angebliche oder wirkliche Fehler Stalins. Die Diffamierung Stalins als „Tyrann" und „Diktator", wie sie Chruschtschow in seinem berüchtigten „Geheimbericht" betrieb, war in Wirklichkeit ein direkter Angriff auf die Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion, an deren Spitze Stalin Jahrzehnte stand. Damit bezweckten die Chruschtschow-Revisionisten, ihre revisionistische These vom „Staat des ganzen Volkes" plausibel zu machen, die auf die Liquidierung des proletarischen Klassenstaates abzielte. Wenn sie Stalins Politik als „Politik des Massenterrors" verleumdeten, womit sie sich in demagogischer Weise gegen die kommunistische Position Stalins wandten, daß der Klassenkampf sich im Fortschreiten auf dem Weg zum Kommunismus verschärft, so bereiteten sie damit unter dem Schlagwort der angeblichen „Wiederherstellung der sozialistischen Demokratie" in Wirklichkeit der bürgerlichen „Liberalisierung" den Weg, um die sozialistische Gesellschaftsordnung in eine bürgerlich-kapitalistische Gesellschaftsordnung umzuwandeln. 2) Die Flagge der „nationalen Besonderheiten" diente dazu, revisionistische Strömungen und Tendenzen in den verschiedenen Ländern der Erde, sei es in Jugoslawien oder in den USA, in Kuba oder in Deutschland, zu einem einzigen weltweiten revisionistischen Strom zusammenzufassen, um so den Sieg über den Kommunismus zu sichern. Es ist eine bereits von Lenin festgestellte Gesetzmäßigkeit der Epoche des Imperialismus, daß die bürgerliche Ideologie in den Reihen der Arbeiter- und revolutionären Bewegung in Gestalt des Opportunismus und Revisionismus wirkt. So gab es auch während des Zweiten Weltkriegs und danach in vielen Ländern der Erde sozialdemokratische, revisionistische Abweichungen und Strömungen. Diese opportunistischen Strömungen begründeten ihre Abkehr von den marxistisch-leninistischen Prinzipien mit „Besonderheiten ihres Landes", die es nur bei ihnen gäbe, weshalb angeblich solche grundsätzlichen Prinzipien wie das von der notwendigen Zerstörung des alten Staatsapparates in der proletarischen Revolution bei ihnen nicht gelten würden. Unter der Flagge der „nationalen Besonderheiten" konnten die Chruschtschow-Revisionisten all diesen Renegaten ein gemeinsames Dach unter den Fittichen der KPdSU bieten. 3) Als dritte Variante, um die kommunistischen Prinzipien zu demontieren, diente die Flagge der „neuen Bedingungen`: Damit sollte die Abkehr von den Prinzipien von Marx und Engels, gerade aber auch die Abkehr von den Grundlagen des Leninismus, vom Marxismus der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution, legitimiert werden. So wurde zum Beispiel die Existenz von Atombomben seit 1945, was in der Tat eine gewisse Bedeutung hatte, als Argument verwendet, um zu behaupten, daß nun Lenins Gesetz von der Unvermeidlichkeit der Entstehung imperialistischer Kriege in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution nicht mehr gültig sei, daß revolutionäre Befreiungskriege abzulehnen seien wegen des zu hohen „Atomkriegsrisikos", das heißt, bei den „neuen Bedingungen" ging es den ChruschtschowRevisionisten darum, Klassenversöhnung und Kapitulantentum gegenüber dem Imperialismus zu predigen. Als Begleitmusik zu ihren vielfältigen Revisionen der Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus entfachten die Chruschtschow-Revisionisten nach dem XX. Parteitag einen wilden Lärm über die Gefahr des Dogmatismus. All jene, die bereit waren, die Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus zu verteidigen, sollten mit diesem Geschrei in Schach gehalten und eingeschüchtert werden. Selbst das Zitieren von grundlegenden Texten und Passagen der Werke der Klassiker des wissenschaftlichen Kommunismus wurde als Buchstabengelehrtheit und Doktrinarismus beschimpft. Es ging den Chruschtschow-Revisionisten darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der es faktisch verboten war, die Ansichten der Chruschtschow-Revisionisten mit den von Marx, Engels, Lenin und Stalin formulierten Lehren des wissenschaftlichen Kommunismus zu konfrontieren, wollte man nicht als „stalinistischer Dogmatiker" und „Anhänger des Personenkults" diffamiert werden. Die Folgen waren verheerend: Alle Kommunistischen Parteien, die dem „neuen Weg" des XX. Parteitags gefolgt sind, wechselten die Farbe.392 Die KPdSU wurde in eine konterrevolutionär-bürgerliche Partei unter Führung der Chruschtschow-Breschnew-Revisionisten verwandelt. Auf dieser Grundlage wurde der Kapitalismus unter sozialistischem Mäntelchen wiederhergestellt und die Sowjetunion in einen Staat der Ausbeutung und Unterdrückung verwandelt, in eine imperialistische Großmacht, die auf der Ausplünderung anderer Völker und der Völker innerhalb der UdSSR beruhte. Ebenso verheerend zeigte sich praktisch, daß der sogenannte „friedliche Weg" in blutige Katastrophen führt, wie bei der Ermordung Hunderttausender Kommunistinnen und Kommunisten in Indonesien 1965 und wie in Chile 1973, wo Zehntausende massakriert wurden. Wie konnten die Revisionisten in der sozialistischen Sowjetunion die Macht in der Kommunistischen Partei erlangen und den Kapitalismus restaurieren?Bei der Diskussion über die Entwicklung der Sowjetunion geht es nicht nur darum, zu Recht nachzuweisen, daß unter Gorbatschow und Jelzin nur die revisionistischen Formen abgestreift wurden, der konterrevolutionäre Inhalt sich aber schon seit Jahrzehnten stabilisiert hatte. Tiefergehend geht es darum, vor allem anhand der stärksten und am längsten existierenden sozialistischen Bastion der proletarischen Weltrevolution, nämlich der sozialistischen Sowjetunion zur Zeit Lenins und Stalins, zu verstehen, wie in diesem Land die Konterrevolution in revisionistischer Form siegen konnte. Wir können hier nur knapp zusammenfassen, was unsere Position zu diesen komplizierten und für die Perspektive und Entwicklung wirklich kommunistischer Kräfte entscheidend wichtigen Frage ist. - Unser Ausgangspunkt bei der Analyse der historischen Erfahrungen des ersten proletarischen Staates ist das prinzipielle Verständnis, daß die Errichtung der Diktatur des Proletariats eben nicht das Endes Klassenkampfes ist, sondern die Fortsetzung des Klassenkampfes unter neuen Bedingungen, ja die Verschärfung des Klassenkampfes bis zum Kommunismus. -Die historische Erfahrung der sozialistischen Länder und ihre konterrevolutionäre Umwandlung in kapitalistische Länder hat gezeigt: Der Klassenkampf spiegelt sich vor allem auch in der Komnumistischen Partei wider. Der Kampf gegen die revisionistische Zersetzung der Kommunistischen Partei muß in dem Bewußtsein geführt werden, daß der entscheidende Hebel für die Restauration des Kapitalismus die Zerstörung des revolutionären Charakters der Kommunistischen Partei ist. Die Revisionisten in der Kommunistischen Partei und innerhalb des Staatsapparats übernahmen die Kommandohöhen der Wirtschaft und des Staates und verwandelten das sozialistische Eigentum in das Eigentum einer Klasse der „neuen Bourgeoisie". Das richtige Verständnis dieser Fragen ist ausschlaggebend, um die revisionistische Umwandlung sozialistischer in kapitalistischer Länder erfolgreich zu bekämpfen. Insofern ist der Kampf gegen alle revisionistischen Tendenzen und Kräfte innerhalb der Kommunistischen Partei entscheidend. Die Restauration des Kapitalismus in der UdSSR war aber keinesfälls zwangsläufig und unvermeidbar, ist eben nicht die zwangsläuhge Folge des Aufbaus der Sozialismus und Kommunismus, wie es die imperialistischen Demagogen triumphierend in allen Medien verkünden. Wie war dann aber dieser riesige Rückschlag, diese verheerende Niederlage möglich? Welche Ursachen, welche tiefergehenden Gründe gab es dafür? Welches Gewicht haben welche Gründe aus den verschiedensten Bereichen, ökonomische, politische, ideologische Gründe? Der Generationswechsel nach 40 Jahren? Die Verluste vieler hervorragender Kader, die im Kampf gegen die NaziFaschisten gefallen sind? Oder haben nicht vielleicht doch Fehler Stalins oder gar seine Linie und Politik ausschlaggebendes Gewicht? Nach der Niederlage der bürgerlichen Revolution 1848-1849 in Deutschland schrieb Friedrich Engels: ,, ... wenn man aber nach der Ursache der Erfolge der Konterrevolution forscht, so erhält man von allen Seiten die bequeme Antwort, Herr X oder Bürger Y habe das Volk ,verraten'. Diese Antwort mag zutreffen oder auch nicht, je nach den Umständen, aber unter keinen Umständen erklärt sie auch nur das Geringste, ja sie macht nicht einmal verständlich, wie es kam, daß das, Volk' sich derart verraten ließ. "393 Selbstverständlich unter gänzlich anderen historischen Bedingungen - 1848 war die Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution noch nicht angebrochen, es gab noch keine siegreiche revolutionäre Kommunistische Partei, das „Manifest der Kommunistischen Partei" war von Karl Marx und Friedrich Engels gerade erst geschrieben worden - trifft Engels auch für die Debatte über die konterrevolutionäre Umwandlung der Sowjetunion den Punkt, ja wir müssen ihn sogar noch besonders hervorheben und ausdrücklich betonen und erklären, „wie es kam, daß das Volk` sich verraten ließ". Diese Frage ist in der Sowjetunion der Jahre 1953 bis 1956 um so berechtigter (gegenüber der Lage in Deutschland 1848), da hier fast 40 Jahre lang die Kommunistische Partei an der Spitze der Staatsmacht der Diktatur des Proletariats eine gigantische Erziehungsarbeit innerhalb der Arbeiterklasse und bei den breiten Volksmassen auf dem Land geleistet hatte, wie sie in der Menschheitsgeschichte noch nie dagewesen war. Ganz eindeutig ist, daß Chruschtschow und viele andere „Verräter" waren. Diese Antwort trifft zu, ist auch nicht einerlei, sondern wichtig. Aber sie klärt ganz und gar nicht die Frage, wieso auf lange Sicht „das Volk` sich verraten ließ". Die Gründe hierfür können keinesfalls nur in der Zeitspanne nach dem Tod Stalins gesucht werden. Nach dem Tod Stalins änderte sich in der Führung der KPdSU das „Hauptquartier", die Linie wurde spätestens nach dem XX. Parteitag als revisionistisch besiegelt. Daß dagegen der Widerstand nicht zum langandauernden Bürgerkrieg Iührte, es zu keiner Spaltung der Kommunistischen Partei kam, der existierende Widerstand relativ rasch niedergeschlagen werden konnte - das ist das entscheidende Problem. Die gewaltsame Unterdrückung des Widerstands der besten und der Sache des Kommunismus ergebensten proletarischen Kräfte, die umfangreichen konterrevolutionären Parteisäuberungen, die Anwendung von Methoden des faschistischen Terrors, ja der physischen Vernichtung der gegen die Strömung mutig ankämpfenden revolutionären Kräfte reicht allein zweifellos nicht aus, das zu erklären, zumal es sich um Mittel handelt, die erst nach dem Sieg der revisionistischen Linie und nach der direkten Machtübernahme der konterrevolutionären Elemente in breitem Umfang eingesetzt werden konnten. „ Niemand und nichts kann uns zu Fall bringen außer unseren eigenen Fehlern „394 schrieb Lenin schon 1921, nach dem Sieg der Oktoberrevolution. Die Oktoberrevolution wurde „zu Fall gebracht" um welche Fehler handelt es sich? Es liegt nahe und ist auch berechtigt, nach der Linie Stalins zu fragen, genauer nach der Linie und der theoretischen Fundierung durch die KPdSU(B). Keine Genossin und kein Genosse darf dieser Frage ausweichen. Unsere Antwort ist aufgrund unseres Studiums eindeutig, auch wenn sie noch genauer, präziser und überzeugender werden muß: Wir haben gründlich die Linie der KPdSU(B) und die Werke des Genossen Stalin studiert und sind der Meinung, daß hier, auf diesem Gebiet, nicht die Gründe für den Sieg der Konterrevolution zu finden sind. Denn: ∎ Die KPdSU(B) hatte eine grundlegend korrekte Generallinie, die es ermöglichte, Fehler und Abweichungen zu bekämpfen und zu korrigieren. Wer die Dokumente liest, kann bestätigen, daß tatsächlich ein sehr konkreter Kampf gegen Bürokratismus, für die innerparteiliche Demokratie, für schonungslose Kritik und Selbstkritik geführt wurde, gerade auch in einer Zeit wie den 30er Jahren, die von den Antikommunisten und Antistalinisten besonders verteufelt wird. ∎ Wenn überhaupt jemand entschlossen und unermüdlich gegen die aufkommende revisionistische Strömung in der KPdSU(B) und in der kommunistischen Weltbewegung nach 1945 angekämpft hat, dann war das in erster Linie Stalin. Das zu ignorieren würde bedeuten, die klassenmäßige Front zwischen revisionistischem Verrat und möglichen Fehlern der großen Lehrmeister des Kommunismus zu verwischen. Heute kann jeder die Werke des Kampfes gegen den Tito-Revisionismus, gegen die aufkommenden revisionistischen Tendenzen in der KPdSU(B) in „Fragen der Sprachwissenschaft" (1950), in „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR" (1952) studieren, um sich davon zu überzeugen, daß alle Pseudomarxisten völlig im Unrecht sind, die Stalin als „Wegbereiter des Revisionismus" darstellen. Dies sind Verleumdungen, und Verleumdungen müssen gebrandmarkt und nicht diskutiert werden. Stalin hat in seinem Werk grundsätzlich und tiefgehend die fundamentale Frage der Fortsetzung des Klassenkampfes unter der Diktatur des Proletariats sowie die Frage der Möglichkeit der konterrevolutionären Verbürgerlichung der Kader und der Kommunistischen Partei und des notwendigen Kampfes dagegen analysiert und diese richtig beantwortet. Unserer Meinung nach liegt die Ursache für das Anwachsen des Revisionismus auch in der Zeitspanne vor dem Tod Stalins gerade in der ungenügenden Propagierung und Anwendung der grundlegenden Lehren des wissenschaftlichen Kommunismus über die Diktatur des Proletariats, über die Kommunistische Partei, die Rolle der Kader und der Massen usw. Die ungenügende wirklich tiefgehende Aneignung der richtigen Linie Lenins und Stalins durch die guten und ehrlichen Genossinnen und Genossen ist der springende Punkt, wollen wir nicht bei der bloßen Anprangerung einiger revisionistischer Verräter stehen bleiben. Dies zeigt die konterrevolutionäre Entwicklung nach dem Tod Stalins unwiderlegbar. Unserer Meinung nach muß die Analyse vor allem an folgenden Fragen komplexen ansetzen .395 ∎ Die ideologische, theoretische und politische Erziehung gegen Spießertum: Von außerordentlicher Bedeutung war, daß Stalin in seinem Rechenschaftsbericht an den XVIII. Parteitag der KPdSU(B) 1939 die eindringliche Mahnung an die gesamte Partei richtete, daß sämtliche Erfolge auf allen anderen Gebieten gefährdet sind und zunichte gemacht werden können, wenn die kommunistische Erziehung der Parteikader, ihr ideologisches und theoretisches Niveau nachläßt. Die riesige militärische und auch wirtschaftliche Anspannung aller Kräfte im Zweiten Weltkrieg, um den Sieg über den Nazi-Faschisnrt.ts zu erringen, in dem unzählige hervorragende Kommunistinnen und Kommunisten gefallen sind, sowie dann auch der Kampf für den raschen Wiederaufbau des in weiten Teilen völlig zerstörten Landes hat die ideologische Arbeit der Kommunistischen Partei vor große Probleme gestellt. Die damit verbundenen Mängel der ideologischen Arbeit wurden etwa auf dem letzten Parteitag zu Lebzeiten Stalins 1952 deutlich benannt und diesen wurde auch der Kampf angesagt, Unserer Meinung nach muß dennoch die Frage gestellt werden, ob nicht Stalin und die Bolschewiki in der KPdSU(B) insbesondere in dessen letzten Lebensjahren in verschiedenen Schriften und Dokumenten sowie in der tagtäglichen ideologischen Erziehung deutlicher, eindeutiger und umfassender - anknüpfend an die prinzipiellen Analysen im Kampf gegen opportunistische Strömungen in den 30er Jahren - die grundlegenden Lehren des wissenschaftlichen Kommunismus über die Diktatur des Proletariats, über die Rolle der Kommunistischen Partei, über den sich verschärfenden Klassenkampf und seine Gesetzmäßigkeiten gerade nach dem erfolgreichen Aufbau des Sozialismus hätte propagieren und anwenden müssen. Denn es zeigte sich, daß nach dem Sieg über Trotzkisten und Bucharinleute, nach der Schaffung sozialistischer Produktionsverhältnisse, und nach dem Sieg im antifaschistischen Krieg die großen Lehren über den sich verschärfenden Klassenkampf und den innerparteilichen Kampf sowie die Gefahr einer konterrevolutionären Entwicklung der KPdSU(B) unter den Parteikadern nicht so bewußt waren, wie es nötig gewesen wäre, um den Chruschtschow-Revisionismus zu besiegen. Die Gefahr, daß durch den Revisionismus alles verlorengehen konnte, daß es im verschärften Klassenkampf immer noch um die Machtfrage ging - dieses Bewußtsein war in dieser Zeitspanne sicherlich nicht ausreichend in der Partei und unter den Arbeiterinnen und Arbeitern verankert. In seiner Schrift „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR" von 1952 warf Stalin auch das lebenswichtige Problem der Heranbildung von revolutionären Nachfolgerinnen und Nachfolgern auf, die den von der älteren Generation der Kommunistinnen und Kommunisten begonnenen Kampf für den Kommunismus fortsetzen können. Da gab es offenbar erhebliche Probleme, sonst hätte es Stalin wohl kaum für nötig gehalten, festzustellen, daß vielen jungen Kadern eine ausreichende marxistische Bildung und Bewußtsein fehlte. Es ist klar, daß dies ein günstiger Nährboden für die Chruschtschow-Revisionisten war und dazu beitrug, daß der Revisionismus nicht zurückgeschlagen wurde. Dies bedeutet, daß in der Zeitspanne vor dem Machtantritt der modernen Revisionisten, d.h. zu Lebzeiten Stalins, nicht genügend Kader herangebildet wurden, die sich danach als fähig erwiesen hätten, dem revisionistischen Verrat wirkungsvoll entgegenzutreten. ∎ Kritik und Selbstkritik, Massenlinie, Kontrolle„ von oben" und gerade auch „von unten", Kampf gegen „kommunistische" Bürokraten, gegen Bürokratismus und Liberalismus: Das sind äußerst wichtige Bereiche, ohne deren kommunistisches Verständnis und Anwendung es keine Festigung der Diktatur des Proletariats, kein Vorankommen beim Aufbau des Sozialismus geben kann. Anhand der zahlreichen Schriften Stalins zu diesen Fragen kann sich jede und jeder davon überzeugen, daß Stalin - aufbauend auf den Lehren Lenins darüber - sehr korrekte Richtlinien entwickelt hat. Die Tatsache, daß sich Stalin praktisch in der gesamten Zeit, in der er an der Spitze der KPdSU(B) stand, immer wieder sehr scharf gegen die „kommunistischen" Bürokraten, gegen die Unterdrückung von Kritik äußerte, macht deutlich, daß es da teilweise wirklich nicht rosig aussah. So hatte Stalin 1937 in seiner Rede „Über die Mängel der Parteiarbeit und die Maßnahmen zur Liquidierung der trotzkistisehen und sonstigen Doppelzüngler" ganz erhebliche bürokratischopportunistische Mängel bei der Auswahl der Kader festgestellt. Auch in dem Bericht Shdanows auf dem XVIII. Parteitag der KPdSU(B) im Jahr 1939 wird eine Fülle von konkreten Belegen für geradezu erschreckende Vorgänge von bürokratischer Willkür und Unterdrückung von Kritik gegeben.396 Es kann nicht darum gehen, dies zu beschönigen. Wir legen jedoch größten Wert auf die Feststellung, daß dagegen auch ein wirklich entschlossener Kampf geführt wurde und enorme Erfolge erzielt wurden. Die überwältigende Mehrheit der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauernschaft konnte für den sozialistischen Aufbau mobilisiert und begeistert werden. Bürgerlich-opportunistische und bürokratische Elemente, die sich dem Vormarsch zum sozialistischen Aufbau entgegenstellten, wurden unerbittlich beiseite gedrängt und bekamen die Diktatur des Proletariats zu spüren. Auch nach dem Sieg im antifaschistischen Weltkrieg wurde in der KPdSU(B) der Kampf gegen aufkommende rechtsopportunistische Auffassungen und bürokratische Entstellungen geführt. Dies zeigt auch noch der XIX. Parteitag im Jahr 1952, der zum Beispiel scharf die Tendenzen verurteilt, die Selbstkritik und Kritik von unten zu sabotieren. Nach Stalins Tod 1953 wurde der Kampf gegen diese Mängel nicht mehr so geführt, wie es notwendig gewesen wäre. Statt dessen verstanden es die revisionistischen Bürokraten in der Parteiführung, die modernen Revisionisten mit Chruschtschow und Breschnew an der Spitze, auch diese Mängel für ihre Zwecke auszunutzen, um die gesamte Parteiführung an sich zu reißen. ∎ Die Frage der revolutionären kontra der revisionistischen Disziplin: Wie konnte es geschehen, daß der revisionistische Verrat durchkommen konnte, daß der Widerstand der Parteimitglieder und der Arbeiterklasse nicht zur Lawine anwuchs, welche die revisionistischen Cliquen zerschmetterte? Ein wesentliches Moment, das eine gewisse Erklärung, eine teilweise Antwort auf diese umfangreiche Frage gibt, besteht in der Tatsache der schrittweisen Entleerung der Disziplin, die mehr und mehr als eine Frage betrachtet wurde, die unabhängig vom Inhalt, von der ideologischen und politischen Linie gestellt werden kann. Solche Auffassungen müssen in der Praxis der Sowjetunion ebenso vorhanden gewesen sein wie die falsche Gewöhnung daran, der Führung mehr oder weniger kritiklos zu vertrauen, sie nicht aufgrund ihrer Worte und Taten umfassend zu kontrollieren. Wenn nun an die Stelle einer kommunistischen Führung, die solche Tendenzen prinzipienfest bekämpft, wie damals in der Sowjetunion Stalin, Shdanow, Kalinin u.a., eine revisionistische Führung tritt, die solche Tendenzen massiv fördert, so beginnt damit unvermeidlich eine konterrevolutionäre Kettenreaktion, in deren Verlauf die bewußte proletarische Disziplin in blinden Gehorsam umschlägt und so zu einem entscheidenden Hebel wird, den revisionistischen Kurs der ganzen Partei, den Massen der Arbeiterklasse und Werktätigen von oben bis unten aufzuzwingen und jeden Widerstand dagegen mit den Mitteln der administrativen, bürokratischen, staatlichen Gewalt niederzuschlagen, wodurch sich die Diktatur des Proletariats schließlich zu einer konterrevolutionären Diktatur der neuen Bourgeoisie verkehrt. Für völlig falsch halten wir es jedoch, wenn manche einen Schluß folgender Art ziehen: „Wenn sich die Chruschtschow-Revisionisten 1956 so relativ leicht durchsetzen konnten, dann kann es vorher auch nicht viel besser gewesen sein." Mit einer solchen Theorie (die dann auch bis zu Lenin und zu Marx und Engels zurück verlängert werden kann) wird der qualitative Charakter des Einschnitts bestritten, den der Machtantritt der Chruschtschow-Revisionisten darstellt. Dieser Einschnitt hat das Entscheidende geändert, nämlich den Charakter der Partei und der Staatsmacht. Die Revisionisten und die Konterrevolution überhaupt kamen zu Lebzeiten von Lenin und Stalin eben nicht durch, wurden von einer Kommunistischen Partei und einem klassenbewußten Proletariat, das die Macht in Händen hielt, energisch bekämpft, so daß der Sozialismus aufgebaut werden konnte und tatsächlich auch aufgebaut wurde. Noch nie in der Geschichte waren die Arbeiterinnen und Arbeiter im Kampf für die Beseitigung der kapitalistischen Ausbeutung so weit gekommen. Noch nie wurde so lange und mit solcher Klarheit der Kampf für die klassenlose kommunistische Gesellschaft geführt. Daß dies seit Mitte der 50er Jahre nicht mehr weitergeführt werden konnte, war eine wirkliche Niederlage im Klassenkampf. Hier wurden die bisher größten Errungenschaften in der Menschheitsgeschichte wirklich vernichtet. Grundsätzlich ist es ganz und gar nicht so, wie es seinerzeit SED-Generalsekretär Honecker behauptete: „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf." Vielmehr hängt die Existenz der Diktatur des Proletariats und damit auch die Existenz des Sozialismus immer davon ab, daß sich in all den ideologischen und politischen Kämpfen die kommunistische Linie und Politik durchsetzt. Der Ausgang dieser Kämpfe war auch zu Lebzeiten Lenins keineswegs so sicher, wie das vielleicht im nachhinein erscheint. Erinnert sei nur an die Situation vor dem Abschluß des Vertrags von BrestLitowsk zwischen der jungen Sowjetmacht und Deutschland im Jahr 1918, als die Sowjetmacht vor allem aufgrund der kleinbürgerlichen und opportunistischen Sabotage an einem seidenen Faden hing und Lenin sogar mit seinem Rücktritt drohen mußte! Auch die Kämpfe der KPdSU(B) gegen die opportunistische „Opposition", die jahrelang offen und öffentlich ausgetragen wurden, waren dem Wesen nach Kämpfe auf Leben und Tod. Die Durchsetzung der Linie Trotzkis oder Bucharins hätte den Sturz der Diktatur des Proletariats zur Folge gehabt. In diesem schärfsten Klassenkampf zwischen Revolution und Konterrevolution war natürlich auch der Tod eines so herausragenden führenden kommunistischen Kaders wie Stalin ein Faktor von erheblichem Gewicht, zumal eben kein Nachfolger da war, der diesen Verlust auch nur halbwegs auffangen konnte. Das Haßgeheul der Chruschtschow-Revisionisten gegen Stalin bestätigt negativ, in welch starkem Ausmaß er zu seinen Lebzeiten ein Hindernis für die Durchsetzung der revisionistischen Konterrevolution war. Das Lernen aus dem gigantischen Lebenswerk Stalins ist und bleibt dagegen für die kommunistischen Kräfte aller Länder eine entscheidende Waffe im Kampf für den Neuaufbau wirklich kommunistischer Parteien, die - revolutionär gegen die Bourgeoisie und unversöhnlich gegenüber jeglichem Opportunismus und Revisionismus - für den Sieg der gewaltsamen sozialistischen Revolution, für die Diktatur des Proletariats und die sozialistische Demokratie, für den Sieg des Kommunismus kämpfen.
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