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Daten der wichtigsten Ereignisse

1917

5. Januar

Im Stadtteil Wiborgskaja Sto­rone (Wiborger Seite) in Petro­grad finden zahlreiche Arbeiterver­sammlungen statt, wo die Bolsche­wiki die Arbeiter zum eintägigen Streik für den 9. Januar auffordern.

6. Januar

Veröffentlichung des Ukas Niko­laus II. über die Vertagung der Sit­zungen der Reichsduma und des Reichsrats bis zum 14. Februar.

7. Januar

Aufruf des Petersburger und des Moskauer Komitees der Bolschewiki zum Streik und zur Antikriegs­demonstration am 9. Januar.

9. Januar

Vortrag Lenins in einer Jugend­versammlung in Zürich über die Re­volution 1905.

Grandiose Demonstrationen, Meetings und Streiks unter der Führung der Bolschewiki in Petro­grad, Moskau, Nishnij-Nowgorod und anderen Städten.

18. Januar

Deutschland erklärt den unein­geschränkten Unterseeboot-Krieg.

Politischer Streik auf den Erdöl­feldern in Baku.

27. Januar

Die zaristische Regierung läßt elf Mitglieder der Arbeitergruppe des Zentralen Kriegsindustriekomi­tees (die Menschewiki Gwosdew, Broido u. a.) verhaften.

1. Februar

Unterzeichnung eines Geheim­abkommens zwischen Rußland und Frankreich über die Kriegsziele.

6. Februar

Befehl der zaristischen Regie­rung über die Ausscheidung des Petrograder Militärbezirks aus der Nordfront zu einer besonderen Ein heit und seine Unterstellung unter den Befehl des Generalleutnants Chabalow.

Aufruf des Zentralkomitees der Bolschewiki zu einer Demonstration am 10. Februar, am Jahrestag der Gerichtsverhandlung gegen die bol­schewistische Fraktion der IV. Reichsduma.

10. Februar

Das Zentralkomitee der Bolsche­wiki beschließt, am 14. Februar - dem Tag der Eröffnung der Reichs­duma - eine Demonstration unter bolschewistischen Losungen zu ver­anstalten.

14. Februar

Eröffnung der Tagung der Reichs­duma. Politischer Streik in Petro­grad auf Aufforderung des Zentral­komitees der Bolschewiki, der Streik erfaßt etwa 60 Betriebe. Demon­strationen in der Stadt unter bol­schewistischen Losungen: Nieder mit dem Absolutismus! Nieder mit dein Krieg!

18. Februar

Beginn des Streiks in den Puti­low-Werken in Petrograd.

22. Februar

Die Betriebsleitung der Putilow­-Werke erklärt die Ausperrung. 20 000köpfige Demonstrationen der Putilow-Arbeiter.

Nikolaus II. begibt sich aus Zarskoje Selo nach dem Hauptquartier

23. Februar

Internationaler Frauentag. Dem Aufruf des Petrograder Komitees der Bolschewiki Folge leistend, streikten etwa 90 000 Arbeiter.

Grandiose Demonstrationen der Ar­beiter. Zusammenstöße mit der Po­lizei. Am Abend beschließt das bol­schewistische Komitee des Wibor­ger Rayons: der Streik ist fortzuset­zen und in den Generalstreik zu verwandeln.

24. Februar

In Petrograd streiken etwa 200 000 Arbeiter. Die Demonstratio­nen mit den Losungen: «Brot!», «Nieder mit dem Zaren!» wachsen an. Einzelne Fälle von Gehorsams­verweigerung der Truppen.

Beschluß des Büros des Zentral­komitees der Partei der Bolschewiki über die Einbeziehung der Soldaten in den aktiven Kampf.

25. Februar

Generalstreik in Petrograd.

Verhaftung von fünf Mitgliedern des Petrograder Komitees der Bol­schewiki. Die Führung des Kampfes geht in die Hände des Wiborger Komitees über.

26. Februar

Ukas des Zaren über die Auf­lösung der Reichsduma.

Manifest des Petersburger Ko­mitees der Bolschewiki mit der Auf­forderung zur Schaffung einer Pro­visorischen Revolutionären Regie­rung.

Die Bolschewiki rufen in den Betrieben und in den Rayons zur Schaffung von Sowjets auf.

27. Februar

Sturz des Absolutismus. Massen­übergang der Soldaten zu den Auf­ständischen. Bildung des Petro­grader Sowjets der Arbeiterdepu­tierten. Schaffung des Provisori­schen Exekutivkomitees der Reichs­duma.

28. Februar

Abreise des Zaren aus dem Hauptquartier nach Zarskoje Selo.

Verhaftung der Zarenminister.

Politischer Generalstreik in Mos­kau.

Das Moskauer Büro des Zentral­komitees der Bolschewiki erläßt eine Proklamation mit der Aufforderung zur Unterstützung der Revolution.

Bildung des Moskauer Sowjets der Arbeiter- und Soldatendepu­tierten.

1. März

Erste vereinigte Sitzung des Pe­trograder Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten.

Herausgabe des Befehls Nr. 1 durch den Petrograder Sowjet.

Uebergang der Garnisonen auf die Seite der Arbeiter in Twer und Nishnij-Nowgorod.

Vereinigte Sitzung des Proviso­rischen Komitees der Reichsduma mit den Vertretern des Petrograder Sowjets in der Frage der Organisie­rung der Staatsmacht.

2. März

Bildung der Provisorischen Re­gierung unter dem Vorsitz des Für­sten Lwow.

Die Provisorische Regierung ent­sendet nach Pskow zum Zaren A.I. Gutschkow und W. W. Schulgin, um bei Nikolaus IIL den Thronverzicht zugunsten seines Sohnes Alexej zu erwirken.

Nikolaus II. ernennt den Groß­fürsten Nikolai Nikolajewitsch zum Höchstkommandierenden.

Thronverzicht Nikolaus II. zu­gunsten des Großfürsten Michael.

3. März

Thronverzicht von Michael Ro­manow.

4. März

Lenin schrieb den «Thesenent­wurf» - eine Einschätzung der Entwicklungsperspektive der russi­schen Revolution und Festlegung der Aufgaben der bolschewistischen Partei. Beschluß des Zentralkomi­tees der Bolschewiki über das Wie­dererscheinen der Zeitung «Praw­da».

Anschluß der Matrosen der Bal­tischen Flotte und der Soldaten von Kronstadt, Sweaborg und Helsing­fors an die Revolution. Die Admi­rale Wieren und Nepenin werden getötet.

5. März

Die erste Nummer der bolsche­wistischen Zeitung «Prawda» er­scheint.

7. März

Lenin schreibt den ersten «Brief aus der Ferne».

Beschluß der Provisorischen Re­gierung über die Verhaftung von Nikolai Romanow.

In Moskau erscheint die erste Nummer der bolschewistischen Zei tung «Sozial-Demokrat».

1. Kongreß der weißrussischen nationalistischen Organisation.

8. März

Verhaftung Nikolaus II.

9. März

Auerkennung der Provisorischen Regierung durch die Vereinigten Staaten von Nordamerika.

Veröffentlichung eines Beschlus­ses der Provisorischen Regierung, die Bauern des Kasaner Gouverne­ments wegen Vorgehens gegen die Gutsbesitzer strafrechtlich zur Ver­antwortung zu ziehen.

10. März

Beim Petrograder Komitee der Bolschewiki wird eine Kornmission zur Schaffung bolschewistischer Mi­litärorganisationen gebildet.

11. März

Anerkennung der Provisorischen Regierung durch Frankreich, Eng­land, Italien.

12. März

Rückkehr Stalins aus der Ver­bannung nach Petrograd.

Beschluß der Provisorischen Re­gierung über Abschaffung der To­desstrafe.

14. März

Die „Prawda“ veröffentlicht in Nr. 8 einen Artikel Stalins «Ueber die Sowjets der Arbeiter- und Sol­datendeputierten».

Lenin hält in Zürich in einer Versammlung schweizerischer Ar­beiter ein Referat «Ueber die Auf­gaben der SDAPR in der russischen Revolution».

Manifest des Petrograder Sow­jets der Arbeiter- und Soldaten­deputierten «An die Völker der gan­zen Welt».

15. März

Das Zentralkomitee der Bolsche­wiki veröffentlicht einen Protest wegen der gegen die «Prawda» ge­richteten Verleumdungskampagne der bürgerlichen Zeitungen. In der «Prawda » Nr. 9 wird eine Mitteilung über den Eintritt Stalins in die Redaktion der «Prawda» veröffentlicht.

Streiks in Moskau mit der For­derung des Achtstundentages.

16. März

Die «Prawda» veröffentlicht in Nr. 10 einen Artikel Stalins «Ueber den Krieg».

Ein Telegramm Miljukows an die russischen diplomatischen Ver­treter im Ausland mit der Mittei­lung, daß die russische Revolution sich die Aufgabe stelle, den Krieg bis zum «siegreichen Ende» fortzu­setzen.

Antrag der bolschewistischen Fraktion des Moskauer Sowjets, den Achtstundentag auf eigene Faust einzuführen.

Bildung einer Koalitionsregie­rung in Finnland aus den bürger­lichen Parteien und den Sozialisten.

17. März

Veröffentlichung einer Deklara­tion der Provisorischen Regierung an die Bauern mit der Aufforde­rung, Gutsbesitzerboden nicht eigen­mächtig in Besitz zu nehmen.

18. März

Die «Prawda» veröffentlicht einen Artikel Stalins: «Ueber die Voraussetzungen des Sieges der rus­sischen Revolution.»

19. März

Rückkehr der bolschewistischen Abgeordneten der IV. Reichsduma aus der sibirischen Verbannung nach Petrograd.

Eröffnung des ersten Allrussi­schen Handels- und Industriekon­gresses in Moskau.

21. März

Niederlage der russischen Trup­pen an der Westfront am Stochod­-Fluß.

Die Moskauer Konstituierende Gouvernementsversammlung der Bauern erklärt sich für die sofortige Einstellung des Verkaufs und Kaufs von Grund und Boden.

23. März

Erster Allrussischer Kosaken­kongreß in Petrograd.

Beginn von Agrarunruhen in den Gouvernements Simbirsk, Bes­sarabien u. a.

24. März

Die Vereinigten Staaten von Nordamerika erklären Deutschland den Krieg.

26. März

Veröffentlichung einer Resolu­tion des Büros des Zentralkomitees der Partei der Bolschewiki über die Provisorische Regierung, über den Krieg und Frieden.

27. März

Deklaration der Provisorischen Regierung über ihre Bereitwillig­keit, gemeinsam mit den Verbünde­ten den Krieg bis zum «siegreichen Ende» zu führen.

29. März

Eröffnung des Finnländischen Landtages in Helsingfors.

Eröffnung der Allrussischen Be­ratung der Sowjets der Arbeiter­- und Soldatendeputierten in Petro­grad.

31. März

Ankunft der französischen Sozia­listen Moutet, Cachin, Lafond und der Mitglieder der englischen La­bour Party O'Grady und Torn in Petrograd.

2. April

General Alexej wird zum Höchst­kommandierenden ernannt.

3. April

Lenin trifft aus der Emigration in Petrograd ein. Zum erstenmal spricht er in Rußland auf dem Platz vor dem Finnländischen Bahnhof.

Beginn der Offensive des fran­zösischen Generals Nivelles an der Westfront, an der Aisne; die Offen­sive endet mit einer Niederlage der französischen Armee und kostet un­geheure Opfer.

Schluß der Allrussischen Bera­tung der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten.

Streik von 300 000 Berliner und Leipziger Munitionsarbeitern.

3.-4. April

Erste Moskauer Stadtkonferenz der Bolschewiki. Annahme einer Re­solution, über Organisierung der «bewaffneten Volksmiliz».

4. April

Referat Lenins «Ueber die Auf­gaben des Proletariats in der gegen­wärtigen Revolution» («April-The­sen») in der Versammlung der bol­schewistischen Teilnehmer der All­russischen Beratung der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten.

5. April

Streik der Arbeiter der Metall­industrie in Helsingfors.

6. April

Organisierung der Zentralrada auf dem Allukrainischen National­kongreß in Kiew.

7. April

Veröffentlichung der «April-The­sen» Lenins in der «Prawda».

Eröffnung des Frontkongresses der Militär- und Arbeiterdeputier­ten der Armee und des Etappen­gebietes der Westfront.

Eröffnung des ersten Gouverne­mentskongresses der Bauerndepu­tierten in Minsk unter dem Vorsitz von M. W. Frunse.

8. April

Der französische Arbeitsminister Albert Thomas trifft in Rußland ein.

Der Ministerpräsident der Provi­sorischen Regierung, Fürst Lwow, erläßt die Anordnung zur Unter­drückung der Bauernunruhen mit Militärgewalt.

10. April

Lenin spricht auf einem Solda­tenmeeting im Ismailowski-Regi­ment.

11. April

Die Provisorische Regierung ver­öffentlicht ein Gesetz «Ueber den Schutz der Saat», das den Guts­besitzern den Schutz ihres Bodens und des Getreides garantiert.

14. April

Die «Prawda» veröffentlicht in Nr. 32 einen Artikel Stalins «Den Boden den Bauern».

Petrograder Stadtkonferenz der Bolschewiki. Bericht Lenins über die aktuelle Lage.

Die Versammlung des Petrogra­der Rayonkomitees der Bolschewiki faßt einen Beschluß über die sofor­tige Organisierung einer Roten Garde.

In der Sitzung des Moskauer Ko­mitees der Bolschewiki wird der Beschluß gefaßt, eine Rote Garde zu organisieren.

15. April

Erscheinen der ersten Nummer der Zeitung «Soldatskaja Prawda».

Zweite Moskauer Stadtkonferenz der Bolschewiki.

Auf der Petrograder Konferenz wird die von Lenin vorgeschlagene Resolution über die Stellung der Provisorischen Regierung angenom­men.

16. April

Demonstration der Soldaten und Matrosen in Petrograd gegen die gegen Lenin und die Bolschewiki gerichtete Hetze.

17. April

Eröffnung des Finnländischen Gebietskongresses der Arbeiter-, Soldaten- und Matrosendelegierten in Wiborg.

Erste Moskauer Bezirkskonferenz der Bolschewiki.

18. April

April-Note Miljukows an die Verbündeten über die Bereitschaft der Provisorischen Regierung, den Krieg bis zum «siegreichen Ende» zu führen.

19. April

Eröffnung der ersten Moskauer Gebietskonferenz der Bolschewiki des zentralen Industrierayons.

20. April

Meetings und Demonstrationen gegen die Note Miljukows. Milju­kows Rücktritt wird gefordert.

21. April

Die Provisorische Regierung ver­öffentlicht die Bestimmungen über die Bodenkomitees.

22. April

Die erste «Privatberatung» der Minister der Reichsduma.

23. April

Die Provisorische Regierung ver­öffentlicht die Bestimmungen über die Gründung von Arbeiterkomitees in den Industriebetrieben.

Vorläufige Beratung der Teilneh­mer der Allrussischen Konferenz der Bolschewiki.

Beginn der Verhandlungen über die Einberufung der Internationalen Sozialistenkonferenz in Stockholm.

24. April

Eröffnung der Allrussischen Aprilkonferenz in Petrograd. Bericht Lenins über die aktuelle Lage. In der Debatte spricht Stalin.

25. April

In der Sitzung der Aprilkonfe­renz wird auf Antrag Lenins eine Resolution angenommen, in der die Beteiligung an der Stockholmer Konferenz abgelehnt wird.

27. April

Aprilkonferenz. Referat Lenins über den Krieg. Annahme der Reso­lution über den Krieg und über die Stellung der Bolschewiki zur Provi­sorischen Regierung.

Dritter außerordentlicher Kon­greß der Vertreter des Börsenhan­dels und der Landwirtschaft in Petrograd.

Brief des Fürsten Lwow au Tschcheidse über die Aufnahme von Vertretern des Sowjets der Arbei­ter- und Soldatendeputierten in die Regierung.

28. April

Aprilkonferenz. Referat Lenins zur Agrarfrage.

Beratung der Delegierten von 82 Petrograder Betrieben und 26 bol­schewistischen Parteiorganisationen über die Frage der Arbeiterkampf­abfeilungen.

Beschluß des Wiborger Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputier­ten über die Umgestaltung der Mi­liz in eine «Arbeitergarde».

29. April

Aprilkonferenz. Referat Stalins zur nationalen Frage. Schlußrede Lenins bei der Schließung der Kon­ferenz.

In der «Prawda» wird der Ent­wurf des Statuts der «Arbeiter­garde» veröffentlicht.

30. April

Rücktritt des Kriegsministers Gutschkow.

1. Mai

Das Exekutivkomitee des Petro­grader Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten beschließt, vier Vertreter in die Regierung zu ent­senden.

Eröffnung des ersten Kongresses der Sowjets des Fernen Ostens.

Eröffnung des Allrussischen Mo­hamedanerkongresses in Moskau.

2. Mai

Verhandlungen der Vertreter der kompromißlerischen Parteien des Exekutivkomitees des Petrograder Sowjets mit der Provisorischen Re­gierung über die Bildung einer Koa­litionsregierung.

3. Mai

Rücktritt des Außenministers Miljukow.

Note des Außenministers Te­reschtschenko an die Verbündeten über die Kriegsziele.

Eröffnung des Allrussischen Kongresses der Bauerndeputierten in Petrograd.

5. Mai

Bildung der Provisorischen Koa­litionsregierung.

Deklaration der Provisorischen Regierung an die Verbündeten mit der Mitteilung, daß sie keinen Son­derfrieden schließen werde.

Eröffnung des ersten Ukraini­schen Militärkongresses in Kiew.

7. Mai

Offener Brief Lenins an die De­legierten des Allrussischen Kon­gresses der Bauerndeputierten.

Gesamtrussische Konferenz der Menschewiki. Es wird eine Resolu­tion über völlige und unbedingte Unterstützung der Provisorischen Regierung angenommen.

Stadtkonferenz der Vereinigten Sozialdemokraten (Zwischenbezirk­ler). Es wird eine Resolution gegen die Koalitionsregierung angenom­men.

Eröffnung des Allrussischen Of­fizierkongresses in Petrograd.

9. Mai

Eröffnung des 8. Parteitages der Kadetten in Petrograd.

11. Mai

Antwort Englands auf die Note Tereschtschenkos vom 3. Mai.

12. Mai

Antwort der Vereinigten Staa­ten von Amerika auf die Note von Tereschtschenko vom 3. Mai.

13. Mai

Antwort Frankreichs auf die Note von Tereschtschenko vorn 3. Mai.

15. Mai

Au der Nordfront erscheint die erste Nummer der bolschewistische" Zeitung «Okopnaja Prawda».

16. Mai

Beschluß des Kongresses der Kommissare der Südwestfront, in dein es für notwendig erklärt wird, die Front durch Freiwilligen-Forma­tionen aufzufüllen.

Die Vereinigten Staaten von Ame­rika gewähren der Provisorischen Regierung einen Kredit von 100 Millionen Dollar.

18. Mai

General Denikin schlägt die For­mierung von Stoßtruppen vor.

20. Mai

Die Gründungsversammlung des Allrussischen Verbandes der Grund­besitzer in Moskau.

21. Mai

Die Konferenz der englischen Labour Party und Trade Unions in Leeds nimmt Resolutionen über die Schaffung von Arbeiter- und Bauern­räten und über den Frieden ohne Annexionen und Kontributionen an.

22. Mai

Bericht Lenins zur Agrarfrage auf dem ersten Allrussischen Kon­greß der Bauerndeputierten.

Ernennung des Generals Brussi­low zum Höchstkommandierenden an Stelle von Alexejew.

25. Mai

Eröffnung des dritten Allrussi­schen Kongresses der Partei der So­zialrevolutionäre in Moskau.

28. Mai

Eröffnung des Allukrainischen Bauernkongresses in Kiew.

31. Mai

Das Zentralkomitee der Bolsche­wiki faßt eine Resolution über die Uebernahme der «gesamten Macht durch die Sowjets».

Die Petrograder Konferenz der Betriebskomitees nimmt die Resolu­tion Lenins über die Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftli­chen Zerrüttung an.

3. Juni

Eröffnung des ersten Allrussi­schen Kongresses der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten.

4. Juni

Auf dem Allrussischen Kongreß der Sowjets der Arbeiter- und Sol­datendeputierten spricht Lenin über die Stellung zur Provisorischen Re­gierung.

6. Juni

Eröffnung des zweiten Allrussi­schen Militärkongresses in Kiew.

Die Delegiertenversammlung der Schiffsbesatzungen der Schwarz­meerflotte fordert den Rücktritt des Befehlshabers der Schwarzmeer­flotte, Admiral Koltschak.

7. Juni

Eröffnung des Allrussischen Ko­sakenkongresses in Petrograd.

9. Juni

Lenin spricht auf dem ersten All­russischen Sowjetkongreß über den Krieg.

Der erste Allrussische Sowjet­kongreß verbietet die von den Bol­schewiki für den 10. Juni angesetzte friedliche Demonstration.

13. Juni

Die Zeitung «Soldatskaja Praw­da» veröffentlicht einen Artikel Sta­lins «Die Krise der Revolution».

15. Juni

Zwei der revolutionärsten Re­serveregimenter werden aus Kasan an die Front geschickt.

Organisierung eines General­sekretariats des 'Vollzugsorgans der ukrainischen Zentralrada.

16. Juni

Befehl Kerenskis an Armee und Flotte über die Offensive.

Eröffnung der Allrussischen Konferenz der militärischen Front­- und Etappenorganisationen der Bol­schewiki in Petrograd.

18. Juni

Beginn der Offensive der russi­schen Armee an der Front. Massen­demonstrationen in Petrograd, Mos­kau und anderen Städten mit bol­schewistischen Losungen: «Nieder mit den kapitalistischen Ministern», «Alle Macht den Sowjets».

19. Juni

Wahl Kaledins zum Hetman der Donkosaken.

Demonstration der Bourgeoisie in Petrograd im Zusammenhang mit der Offensive der russischen Armee.

21. Juni

Gründung des Wirtschaftsrates und des Haupt-Wirtschaftskomitees bei der Provisorischen Regierung.

22. Juni

Die vereinigte Sitzung des Zen­tralkomitees, des Petrograder Komi­tees und der Militärorganisation der Bolschewiki spricht sich gegen die sofortige bewaffnete Aktion aus.

26. Juni

Beschluß der Provisorischen Re­gierung über die Organisierung des Verbrauchs von Getreideprodukten.

Aufruf des Arbeitsministers Sko­bolew an die Arbeiter, zu keinen eigenmächtigen Handlungen zu greifen.

1. Juli

Eröffnung der zweiten Stadtkon­ferenz der Bolschewiki in Petro­grad.

Eine Delegation der Provisori­schen Regierung, bestehend aus Ke­renski, Zereteli und Tereschtschen­ko, unterzeichnet in Kiew ein Ab­kommen mit der Ukrainischen Zentralrada.

2 Juli

Die Kadettenminister treten aus der Provisorischen Regierung aus.

3. Juli

In einer gemeinsamen Sitzung der' Kompagnie- und der Regiments­komitees des 1. Maschinengewehr-­Regiments wird die Frage des be­waffneten Aufstandes zur Erörte­rung gestellt.

Stalin spricht in der Sitzung des Zentralexekutivkomitees der Sow­jets und erklärt im Namen des Zen­tralkomitees der Bolschewiki und der Petrograder Konferenz, daß die Partei der Bolschewiki sich gegen die sofortige bewaffnete Aktion ausspreche.

Streiks, grandiose Demonstratio­nen der Arbeiter und Soldaten mit bolschewistischen Losungen in Pe­trograd.

Gegen 10 Uhr abends nimmt die Versammlung der Delegierten der Stadtkonferenz, der Mitglieder des Zentralkomitees der Bolschewiki und der Vertreter der Truppenteile und der Betriebe eine Resolution an für die Beteiligung an der fried­lichen Demonstration am 4. Juli un­ter der Losung «Alle Macht den Sowjets».

4. Juli

Machtvolle Arbeiterdemonstratio­nen in Petrograd unter bolschewi­stischen Losungen. An der Demon­stration beteiligen sich Truppenteile und Matrosen, die aus Kronstadt eingetroffen sind.

Der englische Botschafter in Pe­trograd, Buchanan, fordert Wieder­herstellung des Gesetzes über die Todesstrafe und schärfstes Vorge­hen gegen die Teilnehmer an der Julidemonstration.

Demonstration der Arbeiter und einzelner Teile der Garnison in Moskau.

Zusammenschießen der Demon­stration in Petrograd.

5. Juli

Die Provisorische Regierung ver­bietet die bolschewistischen Zeitun­gen «Prawda», «Okopnaja Prawda» und «Soldatskaja Prawda». Die Of­fizierschüler zertrümmern die Druckerei und die Redaktion der «Prawda».

Der Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeputierten in Iwanowo­ Wosnessensk faßt einen Beschluß, in dem die Uebergabe der gesamten Macht an die Sowjets gefordert wird.

6. Juli

Befehl der Provisorischen Regie­rung über die Verhaftung Lenins.

Lenin geht in die Illegalität.

Erscheinen des Listok Prawda».

In Iwanowo-Wosnessensk findet eine gewaltige Demonstration der Arbeiter und Soldaten der örtlichen Garnison statt.

Streik der Metallarbeiter in Mos­kau.

Deutsche Gegenoffensive an der russischen Front - Durchbruch der russischen Front bei Tarnopol.

7. Juli

Beschluß der Provisorischen Re­gierung über die Auflösung der Truppenteile, die sich an den Er­eignissen vom 3. bis 4. Juli betei­ligten.

Befehl der Provisorischen Regie­rung über die Auflösung des Zen­tralexekutivkomitees der Matrosen der Baltischen Flotte.

Rücktritt des Ministerpräsidenten Fürst Lwow.

8. Juli

Die Provisorische Regierung be­stätigt Kerenski als Ministerpräsi­denten.

9. Juli

Eröffnung der Moskauer Be­zirkskonferenz der Bolschewiki.

11. Juli

Die Deutschen besetzen Tarno­pol

12. Juli

Die Provisorische Regierung führt die Todesstrafe an der Front wieder ein.

Die Provisorische Regierung be­schließt die Einschränkung der Han­delsgeschäfte mit dem Boden.

14. Juli

Eröffnung        des    Allrussischen Grundbesitzerkongresses.

15. Juli

Eröffnung des ersten Eisenbah­nerkongresses in Moskau.

16. Juli

Außerordentliche Stadtkonferenz der Petrograder Organisation der Bolschewiki.

18. Juli

Der Finnländische Landtag er­klärt sich zum Träger der obersten Staatsmacht. Beschluß der Provisorischen Regierung über die Auflö­sung des Landtages.

General Kornilow wird an Stelle Brussilows zum Höchstkommandie­renden ernannt.

21. Juli

Eröffnung der zweiten Moskauer Gebietskonferenz der Bolschewiki.

Eröffnung der gemeinsamen Be­ratung der Provisorischen Regierung mit den Zentralkomitees der bür­gerlichen und kleinbürgerlichen Parteien. Kerenski wird das Recht eingeräumt, das Kabinett nach eige­nem Ermessen zusammenzusetzen.

23. Juli

Erscheinen der ersten Nummer der bolschewistischen Zeitung Ra­botschij i Soldat».

Eröffnung des 9. Parteitages der Kadettenpartei.

24. Juli

In der Zeitung Rabotschij i Sol­dat» wird ein von Stalin verfaßter Aufruf der Petrograder Stadtkonfe­renz der Bolschewiki veröffentlicht:

An alle Werktätigen, an alle Ar­beiter und Soldaten Petrograds!»

Bildung der zweiten Provisori­schen Koalitionsregierung unter Lei­tung Kerenskis.

26. Juli

Eröffnung des 6. Parteitages der Bolschewiki.

Sitzung des Wirtschaftsrates. Den Unternehmern wird das Recht ein­grriiumt, Aussperrungen vorzunehmen.

27. Juli

6. Parteitag der Bolschewiki, Politischer Bericht des Zentralkomi­leees - Referat Stalins.

Auf Befehl Kornilows wird ein Polnisches Freiwilligenkorps unter 1 iihrung des Generals Dowbor-Mus­nizki organisiert.

28. Juli

Die Provisorische Regierung er­teilt durch einen Beschluß dem Kriegsminister und Innenminister das Recht, Versammlungen und Kongresse zu verbieten.

30. Juli

6. Parteitag der Bolschewiki. Referat Stalins über die politische Lage.

31. Juli

6. Parteitag der Bolschewiki. Schlußwort Stalins zum Referat über die politische Lage.

In Moskau wird der Allrussische Kongreß des Bauernverbandes er­öffnet.

Beginn des Generalstreiks in Spanien.

1. August

Verbannung Nikolai Romanows und Familie nach Tobolsk.

Generalstreik in Helsingfors.

2. August

6. Parteitag der Bolschewiki. Annahme des Parteistatuts.

3. August

Kornilow überreicht Kerenski sein Programm.

Eröffnung des zweiten Allrussi­schen Handels- und Industriekon­gresses in Moskau.

 

5.  August

Die erste Tagung der Rada der weißrussischen nationalistischen Or­ganisationen.

Beschluß des Zentralexekutiv­komitees der Sowjets über die Ver­schiebung der Wahlen zur Konsti­tuierenden Versammlung.

7. August

Generalstreik der Arbeiter der Gummi-Industrie in Moskau.

Eröffnung der zweiten Petrogra­der Konferenz der Betriebskomitees.

9. August

Beschluß des Moskauer Bezirks­komitees der Bolschewiki über die Organisierung von Massenprotesten am Tage der Eröffnung der Mos­kauer Reichsberatung.

10. August

Verbot der bolschewistischen Zeitung «Rabotschij i Soldat».

11. August

Massenprotest der Moskauer Ar­beiter gegen die Einberufung der Reichsberatung.

Die Provisorische Regierung nimmt das Programm Kornilows vom 3. August an.

12. August

Eröffnung der Reichsberatung in Moskau.

Generalstreik in Moskau am Tage der Eröffnung der Reichsbera­tung. Eintägige Proteststreiks gegen die Moskauer Reichsberatung in Kiew, Kostroina und vielen anderen Städten.

Befehl Kornilows über die Bit­dung besonderer Reserveregimen­ter aus Besitzern des Georgskreu­zes an jeder Front.

13. August

Erscheinen der ersten Nummer der bolschewistischen Zeitung «Pro­letarij».

Veröffentlichung des Manifestes des 6. Parteitages der Partei der Bolschewiki.

General Kornilow trifft zur Reichsberatung in Moskau ein.

16. August

Die Zeitung «Proletarij» ver­öffentlicht in Nr. 3 einen Brief Le­nins mit einer scharfen Kritik an dem opportunistischen Auftreten Kamenews im Allrussischen Zen­tralexekutivkomitee der Sowjets am 6. August in bezug auf die Stock­holmer Konferenz.

17. August

Die Zeitung «Proletarij» ver­öffentlicht in Nr. 4 einen Artikel Stalins «Die Ergebnisse der Bera­tung».

18. August

Die Zeitung «Proletarij» ver­öffentlicht in Nr. 5 den Artikel Sta­lins «Ueber die Ursachen der Juli­niederlage an der Front» und «Die Wahrheit über die Niederlage an der Front».

Resolution des Petrograder Sow­jets der Arbeiter- und Soldaten­deputierten gegen die Todesstrafe.

Beratung im Hauptquartier über die Proklamierung der Militärdik­tatur.

19. August

Durchbruch der Deutschen an der Rigaer Front.

Eröffnung des Vereinigungspar­teitages der SDAPR (Menschewiki, Vereinigungsbereiten und «Außer­-den-Fraktionen-Stehenden») in Pe­trograd.

20. August

Befehl des Hauptquartiers über den Rückzug aus dem Riga-Gebiet.

21. August

Kornilow liefert Riga den deut­schen Truppen aus.

23. August

Eröffnung der dritten Zimmer­walder Konferenz in Stockholm.

Generalstreik in Italien mit der Losung «Brot und Frieden». Blutige Zusammenstöße der italienischen Arbeiter mit den Truppen.

24. August

Verhandlungen Sawinkows mit Kornilow über die Entsendung eines Kavalleriekorps nach Petrograd.

Verbot der bolschewistischen Zei­tung «Proletarij».

25. August

Erscheinen der ersten Nummer der bolschewistischen Zeitung «Ra­botschij».

Beginn des Vormarsches der Kornilowtruppen auf Petrograd.

26. August

Aufruf des Zentralkomitees der Bolschewiki zur Organisierung von Arbeiterkampfgruppen in Petro­grad, Moskau und anderen Städten.

28. August

Rücktritt der Kadetten-Minister.

30. August

Brief Lenins an das Zentralkomi­tee der Bolschewiki über die Taktik der Partei im Zusammenhang mit dem Kornilowaufstand.

Verhaftung des Generals Korni­low. Liquidierung des Kornilow­putsches.

Rücktritt Sawinkows.

Ernennung         Kerenskis    zum Höchstkommandierenden.

31. August

Der Petrograder Sowjet nimmt eine bolschewistische Resolution an.

Die Minsker Gewerkschaftsorga­nisationen beschließen, eine Rote Garde zu organisieren.

In Wjatka, Lugansk und anderen Städten werden eKom.itees zum Schutz der Revolution» organisiert.

Selbstmord des Generals Kry­mow.

1. September

Bildung eines Direktoriums, be­stehend aus Kerenski, Nikitin, Te­reschtschenko, Werchowski und Werderowski.

Die Provisorische Regierung ver­kündet Rußland als Republik.

Eröffnung der Beratung der Bol­schewiki des Minsker Gebietes und der Front bei Minsk.

Befehl Kerenskis an Armee und Flotte über die - Einstellung der «eigenmächtigen» Formierung von Abteilungen unter dem Vorhaben ,des Kampfes gegen konterrevolutio­näre Aktionen.

Organisierung der Roten Garde in Kronstadt.

3. September

Erscheinen der ersten Nummer der bolschewistischen Zeitung «Ra­botschij Putj». Artikel Stalins «Die Krise und das Direktorium».

4. September

Die Besatzung des Minenbootes «Gnjewny» fordert in einer Reso­lution den Uebergang der gesamten Macht in die Hände der Sowjets.

Befehl Kerenskis über die Auf­lösung der zum Kampf gegen Kor­nilow entstandenen Komitees und Organisationen.

5. September

In Krasnojarsk wird der Kon­greß der Sowjets Mittelsibiriens er­öffnet, der unter bolschewistischen Losungen durchgeführt wird.

Aufruf des Moskauer Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputier­ten zum Kampf für die Eroberung der Macht durch das revolutionäre Proletariat und die Bauernschaft. Beschluß über Organisierung der Roten Garde.

Paltschinski veröffentlicht eine Verordnung über die Anmelde­pflicht aller Schußwaffen bis zum 20. September.

8. September

Die Arbeitersektion des Petro­grader Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten wählt ein bol­schewistisches Präsidium.

10. September

General Duchonin wird zum Stabschef des Höchstkommandieren den ernannt.

Eröffnung des dritten Gebiets­kongresses der Sowjets Finnlands. Der Kongreß verläuft unter bolsche­wistischer Führung.

Dritte Petrograder Konferenz der Betriebskomitees.

10.-14. September

Lenin schreibt die Broschüre: «Die drohende Katastrophe und wie soll man sie bekämpfen».

12. September

Beginn der revolutionären Aktion des Taschkenter Sowjets gegen die Provisorische Regierung.

12.-14. September

Lenin schreibt einen Brief an das Zentralkomitee des Petersbur­ger und des Moskauer Komitees der Partei mit dem Titel: „Die Bolsche­wiki müssen die Macht ergreifen“

13. September

Bauernaktionen im Gouverne­ment Kishinew.

13.-14. September

Lenin schreibt einen Brief an das Zentralkomitee der Partei der Bolschewiki «Marxismus und Auf­stand>.

14. September

Bauernaktionen im Gouverne­ment Tambow. Aus Moskau wird zur Niederschlagung der Aktion eine Expeditionstruppe entsendet.

In allen Rayons Petrograds wird die Schaffung besonderer Stäbe der Roten Garde beendet.

Eröffnung der Demokratischen Beratung in Petrograd.

15. September

Unruhen unter den Soldaten der Garnison in Orel.

Telegramm Kerenskis nach Taschkent mit der Mitteilung von der Entsendung einer Strafexpedi­tion.

Eröffnung der ersten nordwest­lichen Gebietskonferenz der Bol­schewiki in Minsk.

17. September

Lenin begibt sich aus Helsing­tors nach Wiborg zwecks engerer Verbindung mit Petrograd.

Die Zeitung Rabotschij Putj veröffentlicht in Nr. 13 den Artikel Stalins «Alle Macht den Sowjets».

19. September

Der Moskauer Sowjet der Arbei­terdeputierten wählt ein bolschewi­stisches Exekutivkomitee.

Agrarunruhen im Bezirk Tagan­rog.

21. September

Beschluß der Demokratischen Beratung über die Organisierung eines Vorparlaments.

Der Petrograder Sowjet der Ar­beiter- und Soldatendeputierten nimmt eine Resolution gegen die Demokratische Beratung an.

Beschluß des Odessaer Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputier­ten über die Organisierung der Ro­ten Garde.

Das Zentralkomitee des Allrussi­schen Eisenbahnerverbandes be­schließt, für den 23. September 12 Uhr nachts den Generalstreik zu er­klären.

22. September

Schluß der Demokratischen Bera­tung.

Das Zentrale Streikkomitee der Eisenbahner erklärt den Eisenbah­nerstreik für ganz Rußland.

Eröffnung des Parteitages der französischen Sozialistischen Partei in Bordeaux.

24. September

Sitzung des Zentralkomitees der Bolschewiki mit Beteiligung der bolschewistischen Delegierten zur Demokratischen Regierung.

Die Zeitung Rabotschij Putj» veröffentlicht in Nr. 19 einen Ar­tikel Lenins «Ueber die Helden der Fälschung», der sich mit der Demokratischen Beratung befaßt.

Eröffnung der dritten Moskauer Bezirkskonferenz der Bolschewiki.

25. September

Die Industriellen des Donez­beckens beschließen als Antwort auf die Forderungen der Arbeiter, in allen Betrieben die Arbeiter auszu­sperren.

Bildung der dritten und letzten Koalitionsregierung.

26. September

Aufruf des Zentralkomitees der Bolschewiki im Zusammenhang mit dem Eisenbahnerstreik: «Helft den Eisenbahnern!»

27. September

In Baku beginnt der General­streik der Arbeiter der Erdölindu­strie.

August-September

Lenin schreibt das Buch: «Staat und Revolution». Veröffentlicht wird es 1918.

1. Oktober

Lenin schreibt die Broschüre: ‹Werden die Bolschewiki die Staats­macht behaupten?>

3. Oktober

Der zweite Kongreß der Balti­schen Flotte fordert die sofortige Entfernung Kerenskis aus den Rei­hen der Provisorischen Regierung.

In verschiedenen Städten des Landes finden Streiks statt, die durch Zusammenstöße der Arbeiter mit den Unternehmern hervorgeru­fen wurden.

4. Oktober

Bauernaufstände in den Gouver­nements Kursk, Pensa und Rjasan.

5. Oktober

Der Kongreß der lettischen Schützen der 12. Armee in Wenden beschließt einstimmig, von einem 5000köpfigen Meeting der Soldaten und Arbeiter unterstützt, den ent­schiedenen Kampf gegen die kon­terrevolutionäre Provisorische Re­gierung mit der Losung «Alle Macht den Sowjets!»

6. Oktober

Die in Kronstadt abgehaltene Konferenz der Sowjets der Arbei­ter- und Soldatendeputierten des Petrograder Gouvernements faßt ei­ne Resolution, in der der Provisori­schen Regierung die Unterstützung verweigert und der (Kampf für die Macht der Sowjets beschlossen wird.

7. Oktober

Die Zeitung Rabotschij Putj veröffentlicht in Nr. 30 den. Artikel Lenins «Die Krise ist herangereift.

8. Oktober

Lenin schreibt den Artikel «Rat­schläge eines Fernstehenden».

9. Oktober

Ein vieltausendköpfiges Meeting der Arbeiter der Obuchow-Werke fordert den Sturz der bürgerlichen Regierung und die Schaffung der Sowjetmacht.

10. Oktober

Sitzung des Zentralkomitees der SDAPR (Bolschewiki) unter Beteili­gung Lenins. Mit allen Stimmen ge­gen 2 (Kamenew und Sinowjew) wird die Resolution Lenins angenommen, durch die der bewaffnete Aufstand auf die Tagesordnung gesetzt wird.

Es wird ein Polit-Büro aus 7 Mitgliedern gewählt.

11. Oktober

Eröffnung des Kongresses der Sowjets des Nordgebietes in Petro­grad.

12. Oktober

Das Exekutivkomitee des Petro­grader Sowjets faßt einen Beschluß über die Organisierung eines Revo­lutionären Kriegskomitees.

In Moskau wird unter Vorsitz Rodsjankos die zweite Beratung der «Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens» eröffnet.

13. Oktober

Ankündigung über die Schaffung einer Abteilung der Arbeitergarde beim Petrograder Sowjet.

14. Oktober

In Minsk werden in das, Präsi­dium des Exekutivkomitees der Sowjets der Arbeiter- und Soldaten­deputierten ausschließlich Bolsche­wiki gewählt.

Durch Erlaß der Provisorischen Regierung wird über eine Reihe von Kreisen des Gouvernement; To­bolsk, die von Bauernaufständen er­faßt sind, der Kriegszustand ver­hängt.

15. Oktober

Eine Reihe von Sowjetkongres­sen in verschiedenen Städten spricht sich für den sofortigen Uebergang der Macht in die Hände der Sow­jets aus.

16. Oktober

Das Zentralkomitee der SDAPR (Bolschewiki) mit den Vertretern der Parteiorganisationen erörtert die Frage des bewaffneten Auf­standes. Es wird die von Lenin vorgeschlagene Resolution über die Vorbereitung des bewaffneten Auf­standes angenommen. Kamenew und Sinowjew stimmen gegen den Antrag Lenins.

Zur organisierten Leitung des Aufstandes wird ein praktisches Zentrum gewählt bestehend aus Stalin, Swerdlow, Dzierzinsky, Bub­now und Urizki.

16.-17. Oktober

Lenin schreibt den «Brief an die Genossen», in dem die Einwände Sinowjews und Kamenew; gegen den Aufstand einer vernichtenden Kritik unterzogen werden.

18. Oktober

Verrat Sinowjews und Kame­news. Kamenew veröffentlicht in der Zeitung «Nowaja Shisni» Nr. 156 in seinem Namen und im Namen Sinowjews die Erklärung, daß sie sich unter den gegebenen Umstän­den «gegen jeden Versuch ausspre­chen, die Initiative zum bewaffneten Aufstand auf sich zu nehmen».

Die durch die Verräter Sinowjew und Kamenew in dieser Weise ge­warnte Provisorische Regierung bschließt, Maßnahmen gegen die zu erwartende Aktion der Bolschewiki zu treffen.

Lenin schreibt den Brief «An die Mitglieder der Partei der Bol­schewiki», in dem er den Verrat Sinowjews und Kamenews entlarvt.

19. Oktober

Zertrümmerung des Kalugaer Sowjets durch die Truppen der Pro­visorischen Regierung. Die bolsche­wistisch gestimmte Kalugaer Garni­son leistet bewaffneten Widerstand

Lenin schreibt den «Brief an das Zentralkomitee der SDAPR (Bol­schewiki»>. in dem er den Aus­schluß Sinowjews und Kamenews aus der Partei fordert.

20. Oktober

Lenin schreibt den Artikel «Neu­er Betrug der Bauern durch die Par­tei der Sozialrevolutionäre».

22. Oktober

In Petrograd finden am «Tage des Petrograder Sowjets» grandiose Meeting; für die Vorbereitung zum Aufstand statt.

Der Kreuzer <Aurora» erhält die Anordnung des Sowjets, in Petro­grad zu bleiben.

23. Oktober

Das Revolutionäre Kriegskomitee ernennt seine Kommissare für die Truppenteile und für besonders wichtige Punkte Petrograds und der Umgebung.

Die Provisorische Regierung be­schließt das Verbot der Zeitungen «Rabotschij Putj» und «Soldat» und die sofortige Verhaftung der Bol­schewiki, die an den Ereignissen vom 3.-4. Juli teilgenommen haben.

24. Oktober

Alle Offizierschulen werden in Kampfbereitschaft versetzt.

Die Provisorische Regierung eteilt den Befehl zur Untersuchung der Tätigkeit des Revolutionären Kriegskomitees. Der Kreuzer «Auro­ra» erhält die Anweisung, Petrograd zu verlassen.

Der Stab des Militärbezirks ver­öffentlicht einen Befehl durch den die durch das Revolutionäre Kriegs­komitee für die Truppenteile er­nannten Kommissare beseitigt und vor Gericht gestellt werden sollen. Die wichtigsten Punkte der Stadt werden durch die Offizierschüler besetzt. Es wird der Befehl erteilt, die Brücken hochzuziehen und die Telephone des Petrograder Sowjets zu sperren.

Das Revolutionäre Kriegskomitee beschließt das Wiedererscheinen der von der -Provisorischen Regierung verbotenen Zeitungen Rabotschij Putj» und «Soldat».

Auf Befehl des Revolutionären Kriegskomitees werden alle Trup­penteile kampfbereit gemacht

Während des ganzen Tages werden den Truppenteilen und der Ro­ten Garde Waffen aus dem Arsenal der Peter-Pauls-Festung ausgehändigt.

Der Kreuzer «Aurora» erhält von dem Revolutionären Kriegskomitee den Befehl, Brücken über die Newa zu schlagen.

Das Revolutionäre Kriegskomi­tee schreitet zum Angriff.

Am Abend trifft Lenin im Smol­ny ein.