III. Die Antwort der KP Chinas auf die Verfälschungen der Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus durch die Chruschtschow-Revisionisten1. Richtige Positionen der KP Chinas 2. Prinzipien oder „konkrete Analyse" als Ausgangspunkt der Generallinie? a) Muß die Generallinie gegen den US-Imperialismus oder gegen den Weltimperialismus gerichtet sein? b) „Konzentration der grundlegenden Widersprüche" in Asien, Afrika und Lateinamerika? c) Gibt es einen „friedlichen" und einen „nichtfriedlichen" Weg?
Die Chruschtschow-Revisionisten richteten bei ihren Angriffen gegen Theorie und Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus nicht zufällig ihre Speerspitze gegen Stalin, der in seinen Schriften das umfassende Werk Lenins verteidigt und besonders seine allgemeingültigen Prinzipien herausgestellt hatte. Dieser Angriff auf Stalin und damit auf den Leninismus wurde, wie bereits gezeigt, unter der Flagge des Kampfes gegen den „Dogmatismus" und der Durchsetzung angeblich den „neuen Bedingungen" entsprechender neuer Schlußfolgerungen und Prinzipien geführt. Unserer Meinung nach wäre es erforderlich gewesen, diesen Angriffen mit dem von Marx, Engels, Lenin und Stalin erarbeiteten umfangreichen Rüstzeug entgegenzutreten und deren entschiedenen prinzipienfesten Kampf gegen jeglichen Revisionismus fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Untersuchen wir nun im Lichte dieser Notwendigkeit, ob und inwieweit die KP Chinas das getan und richtig auf die Demagogie der Chruschtschow- Revisionisten geantwortet hat.
1. Richtige Positionen der KP Chinas
Gleich einleitend betont der „Vorschlag" der KP Chinas „zur Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung" völlig richtig: „Die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung kann nur die revolutionären Theorien des Marxismus-Leninismus über die historische Mission des Proletariats zu ihrer Richtschnur nehmen, darf aber niemals von dieser Richtschnur abweichen." („25-Punkte-Vorschlag", S. 4. Siehe S. 560.) An anderer Stelle hebt die KP Chinas ebenfalls völlig richtig gegen die Chruschtschow-Revisionisten hervor: „Ein standhafter Marxist-Leninist, eine echte marxistisch-leninistische Partei muß Prinzipien den ersten Platz einräumen." (Ebenda, S. 53. Siehe S. 593.) Wir unterstreichen, daß diese Haltung der KP Chinas zur Theorie des wissenschaftlichen Kommunismus und zu den Prinzipien mit den Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin unleugbar übereinstimmt. Eine genauere Analyse des „Vorschlags" zeigt jedoch, daß sich die KP Chinas in ihrem „Vorschlag" keineswegs konsequent an diese von ihr formulierten Thesen hielt und sie nicht ihrem gesamten Vorgehen zur Zeit der Polemik gegen den Chruschtschow-Revisionismus zugrunde legte.
2. Prinzipien oder „konkrete Analyse" als Ausgangspunkt der Generallinie?
Wenige Seiten nach der richtigen Betonung der Notwendigkeit, die revolutionären Theorien des wissenschaftlichen Kommunismus, und nur sie, zur Richtschnur zu nehmen, stellt der „Vorschlag" allerdings eine These auf, welche die Gefahr enthält, diesen richtigen Ausgangspunkt zu verwischen und die Trennungslinie zu den modernen Revisionisten nicht wirklich prinzipiell zu ziehen: „Weltpolitik und Weltwirtschaft in ihrer Gesamtheit und die konkreten Verhältnisse in der Welt, das heißt die grundlegenden Widersprüche in der heutigen Welt, vom Klassenstandpunkt aus konkret zu analysieren, bildet den Ausgangspunkt für die Bestimmung der Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung." („25-Punkte-Vorschlag", S. 7. Siehe S. 562.) Hier wird deutlich, daß die KP Chinas in ihrer versuchten Widerlegung der modernen Revisionisten der typischen Argumentation der Chruschtschow-Revisionisten nun doch nicht klar und deutlich die kommunistische Position entgegensetzt, im Kampf gegen den Revisionismus die Verteidigung der Prinzipien voranzustellen. Die Chruschtschow-Revisionisten sagten: Wir müssen ausgehend von der neuen Lage durch neue „konkrete Analysen" die Generallinie bestimmen. Statt aufzudecken und klarzumachen, was diese Voranstellung der sogenannten „konkreten Analyse" gegenüber den Prinzipien bzw. der ganzen revolutionären Theorie des wissenschaftlichen Kommunismus bedeutet, unterstreicht die KP Chinas hier sogar ihrerseits diesen Ausgangspunkt und diese Herangehensweise. Die KP Chinas schreibt, daß die konkrete Analyse „vom Klassenstandpunkt aus" erfolgen soll. Das macht die Sache aber auch nicht richtig klar. Eine korrekte konkrete Analyse „vom Klassenstandpunkt aus" kann zwar in der Tat nur auf der Grundlage der Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus erfolgen und insofern sind die Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus im „Klassenstandpunkt" indirekt enthalten. Dieses kommunistische Verständnis von „Klassenstandpunkt" wird aber nicht dargelegt und versteht sich auch keinesfalls von selbst. Es gibt nämlich auch ein weit verbreitetes Verständnis von „Klassenstandpunkt", welches das Ausgehen von den Prinzipien nicht einschließt. Und dann wird es ganz falsch. Jedenfalls wird der herauszuarbeitende prinzipielle Gegensatz zur Position der Chruschtschow-Revisionisten durch die Formulierung der KP Chinas nicht klar. Letztendlich legt die KP Chinas das Gewicht darauf, der KPdSU vorzuwerfen, nicht richtig und konkret genug analysiert zu haben. Damit ist die KP Chinas vor der entscheidenden Frage zurückgewichen, vor der Frage des Kampfes gegen die Revision der Theorie und Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus.[78] Erinnern wir uns nochmals der Argumentation Lenins gegen Bogdanow, die große grundsätzliche Bedeutung für diese Frage hat: „Auf dem Wege der Marxschen Theorie fortschreitend, werden wir uns der objektiven Wahrheit mehr und mehr nähern (ohne sie jemals zu erschöpfen); auf jedem anderen Wege aber können wir zu nichts anderem gelangen als zu Konfusion und Unwahrheit." (Lenin: „Materialismus und Empiriokritizismus", 1908, Werke Band 14, S. 138.) So eindeutig hat Lenin die Frage nach dem Ausgangspunkt beantwortet und so und nur so hätte den Chruschtschow-Revisionisten entgegnet werden müssen. Man mag einwenden, daß es doch so oder so darum gehe, sowohl die Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus, die Theorie des wissenschaftlichen Kommunismus, als auch die konkrete Analyse für die Festlegung der Generallinie zu benutzen. Doch dieser Einwand bleibt an der Oberfläche. In der Tat ist beides nötig und wesentlich, aber beide Bestandteile sind nicht gleichgewichtig. Zu der Theorie des wissenschaftlichen Kommunismus gelangen wir nicht durch die „konkrete Analyse" der heutigen Bedingungen, ihre Prinzipien sind kein Ergebnis unserer heutigen Analysen, sondern das Ergebnis der Auswertung der Analyse der Gesetzmäßigkeiten der gesamten gesellschaftlichen Entwicklung und Zusammenhänge durch Marx, Engels, Lenin und Stalin. Wie Lenin sagt, kann nichts als Konfusion herauskommen, wenn man statt der kommunistischen Theorie die „konkrete Analyse" der heutigen Bedingungen zum Ausgangspunkt machen will. Mag man sich dann in den Ergebnissen noch so sehr mit den modernen Revisionisten streiten, so oder so wird jeder, der nicht von der Theorie und den Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus ausgeht, die Wirklichkeit nicht tiefgehend, nicht ausgehend von ihren Gesetzmäßigkeiten, nicht in ihren inneren Zusammenhängen, also nicht wirklich richtig erkennen können. Wir müssen diese zentrale These der KP Chinas daher als grundfalsch ablehnen und einen energischen Kampf darum führen, daß bei der Festlegung der Generallinie der kommunistischen Weltbewegung, wie auch zur Erklärung einiger neuer Phänomene, in erster Linie und vor allem die Theorie des wissenschaftlichen Kommunismus, seine grundlegenden Prinzipien als Konzentrat dieser Theorie, zum Ausgangspunkt genommen werden. Im „Vorschlag" und in der ganzen „Polemik" der KP Chinas wird zwar sichtbar, daß sie die Thesen vom „friedlich gewordenen Imperialismus" und von der „entscheidenden Rolle der sozialistischen Länder" nicht akzeptiert und ihnen entgegenzutreten versucht. Aber infolge ihrer falschen Herangehensweise an die Generallinie überhaupt und auch an den Chruschtschow-Revisionismus selbst, sieht die KP Chinas die Abweichungen der Chruschtschow-Revisionisten nicht auf dem Gebiet, auf dem sie hauptsächlich liegen, sondern sucht und findet sie woanders. Sie betrachtet sie als Fehler bei der Vornahme der „konkreten Analyse" und nicht als Folgen des revisionistischen Verrats an den Prinzipien. So bemüht sich denn auch die KP Chinas nicht grundlegend, von der Theorie des wissenschaftlichen Kommunismus her die Auffassungen der Chruschtschow-Revisionisten prinzipienfest zu widerlegen, sondern stellt im Kern lediglich ihre - leider ebenfalls nicht von den Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus ausgehenden - „konkreten Analysen" denen der Chruschtschow-Revisionisten entgegen. Propagiert die Führung der KPdSU, der US-Imperialismus sei friedlich, stellt die KP Chinas dem entgegen: Unsere „konkrete Analyse" zeigt, daß der US-Imperialismus der internationale Hauptfeind ist. Propagiert die Führung der KPdSU, daß der Widerspruch zwischen sozialistischen Staaten und den Staaten des imperialistischen Lagers der hauptsächliche Widerspruch geworden sei, entgegnet die KP Chinas: Unsere „konkrete Analyse" ergibt, daß sich in Asien, Afrika und Lateinamerika alle Widersprüche „konzentrieren". Propagiert die Führung der KPdSU, daß es heute angeblich einen „friedlich- parlamentarischen Weg zum Sozialismus" gäbe, entgegnet die KP Chinas, daß es nach wie vor notwendig sei, sich „auch" auf den nichtfriedlichen Weg vorzubereiten. Ähnliches ergibt sich auf vielen anderen Gebieten. Gerade weil ein solcher ideologisch auf der gleichen Hintanstellung der Prinzipien beruhender „Antirevisionismus" nicht wirklich dem Chruschtschow-Revisionismus entgegentreten kann, ist es nötig, diese Fehler der KP Chinas etwas genauer zu betrachten. Wir werden im folgenden an drei Fragen exemplarisch aufzeigen, welche gefährlichen Konsequenzen die inkonsequente Position der KP Chinas hat, das Gewicht auf die „konkrete Analyse" zu legen und nicht den Kampf um die Prinzipien zum Ausgangspunkt zu nehmen.[79]
3. Praktisch-politische Konsequenzen der KP Chinas aus der Voranstellung der „konkreten Analyse" vor den Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus
a) Muß die Generallinie gegen den US-Imperialismus oder gegen den Weltimperialismus gerichtet sein?
Wenn im „Vorschlag" erklärt wird, daß die Generallinie „gegen die konterrevolutionäre Globalstrategie des US-Imperialismus gerichtet" sein müsse [80] und daß weltweit eine „Einheitsfront gegen die USA-Imperialisten und ihre Lakaien" errichtet werden müsse, so wird damit erklärt, daß Zielscheibe des weltweiten Kampfes also der US-Imperialismus nebst seinen unmittelbaren Handlangern und Lakaien sein müsse. Wenn es weiterhin heißt, daß die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung „den Proletariern und Völkern aller Länder in ihrem revolutionären Kampf die grundlegende Richtung weisen" [81] soll, so wird damit unmißverständlich betont, daß weltweit der Kampf auf eine imperialistische Großmacht konzentriert werden soll: eben auf den US-Imperialismus. Unserer Meinung nach kommt hier wie auch an vielen anderen Stellen der „Polemik" eine enge und beschränkte Vorstellung der Generallinie der kommunistischen Weltbewegung in unserer Epoche zum Ausdruck. Selbstverständlich war und ist es unbedingt notwendig, den Kampf gegen die konterrevolutionäre Globalstrategie des US-Imperialismus zu richten. Hier ist aber nicht von einer wichtigen Aufgabe unter anderen die Rede, sondern von der Generallinie überhaupt. Damit ist an die Stelle des Kampfes gegen den Weltimperialismus der Kampf lediglich gegen ein besonders mächtiges imperialistisches Land gesetzt und der zugleich notwendige Kampf auch gegen alle anderen imperialistischen Mächte bzw. gegen den Weltimperialismus überhaupt praktisch aus der Generallinie entfernt. In der Theorie der „Supermächte" und in den Vorstellungen der „Drei-Welten-Theorie" hat dieser Fehler später seine Fortsetzung gefunden. Die modernen Revisionisten vor allem deshalb zu kritisieren, weil sie einen bestimmten Imperialismus unterstützen und ihnen mit einer Gegenstrategie entgegenzutreten, die sich ihrerseits vor allem auf den Kampf gegen diesen einen bestimmten Imperialismus, der für der „hauptsächliche" gehalten wird, beschränkt, während die Gesamtfrage der Haltung zum Weltimperialismus überhaupt und zu den anderen imperialistischen Großmächten im einzelnen unwidersprochen bleibt, ist schlimmer als eine Halbheit, ist im Grunde nur die Ersetzung des einen Revisionismus durch einen anderen.
b) „Konzentration der grundlegenden Widersprüche" in Asien, Afrika und Lateinamerika?
Gegen die falsche, die Revolution der im Lager des Imperialismus befindlichen Völker verratende und nichts als einen Vorboten des Sozialimperialismus darstellende These, daß die „sozialistischen Länder die entscheidende Rolle" spielen, setzte die KP Chinas ihrerseits die These: „In den weiten Gebieten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas konzentrieren sich die verschiedenen Arten von Widersprüchen in der gegenwärtigen Epoche." („25-Punkte-Vorschlag", S. 14. Siehe S. 566.) Gegen die Verabsolutierung des Widerspruchs zwischen sozialistischen Staaten und Staaten des imperialistischen Lagers seitens der Führung der KPdSU setzte die KP Chinas damit faktisch die Verabsolutierung eines anderen Widerspruchs, nämlich des Widerspruchs zwischen Imperialismus und unterdrückten Völkern. Daran ist um so schwerwiegender, daß die KP Chinas diese Auffassung gleich für eine nicht näher definierte „gegenwärtige Epoche" festlegt, so daß nahegelegt wird, daß offenbar in der bisherigen Epoche die Dinge anders lagen.[82] Wenn wir hier bereits auf diese These der KP Chinas unsere Aufmerksamkeit richten - wir werden ausführlich auf all diese Fragen zurückkommen — dann aus zweierlei Gründen: Zum einen zeigt sich, daß die KP Chinas in Wirklichkeit dem Chruschtschow-Revisionismus nicht mit einer prinzipienfesten Darlegung der Grundlagen des wissenschaftlichen Kommunismus über die grundlegenden Widersprüche und ihre gegenseitige Beziehung entgegentritt. Zum anderen aber zeigt sich, daß dies kein Zufall ist, sondern die logische Konsequenz ihrer Voranstellung der „konkreten Analyse" vor die Grundlagen der Theorie des wissenschaftlichen Kommunismus.
c) Gibt es einen „friedlichen" und einen „nichtfriedlichen" Weg?
Gegen die Propaganda der Chruschtschow-Revisionisten von den angeblichen „zwei möglichen Wegen der Revolution" - friedlich und nichtfriedlich - setzte die KP Chinas im „Vorschlag zur Generallinie" der kommunistischen Weltbewegung ihre Auffassung der Frage. Sie erklärte, daß die Kommunistische Partei sich niemals erlauben dürfe, „ihre ganze Arbeit auf der Berechnung aufzubauen, daß die Imperialisten und Reaktionäre bereit sind, eine friedliche Umgestaltung zu akzeptieren"[83], daß die KP „gleichzeitig auch ausreichend auf eine nichtfriedliche Entwicklung der Revolution vorbereitet sein" (ebenda) müsse. Aus der Argumentation der KP Chinas geht hervor, daß der Widerspruch zu den modernen Revisionisten ihrer Meinung nach eher eine Frage der Akzentsetzung betrifft und nicht die Grundfragen des wissenschaftlichen Kommunismus. Unsere Kritik an dieser zentralen Position der KP Chinas besteht in erster Linie darin, daß hier der prinzipielle Charakter der Auseinandersetzung mit den modernen Revisionisten über die Frage des „friedlichen Weges" völlig außer acht gelassen wird und ihnen ganz unzulässige Zugeständnisse gemacht werden. „Friedlicher Weg" — das war für die Revisionisten das Programm der gewaltlosen „Errichtung des Sozialismus", das Programm, die Notwendigkeit einer Diktatur über die Bourgeoisie zu bestreiten, das Programm der Ablehnung der Diktatur des Proletariats, das Programm des friedlichparlamentarischen Hineinwachsens der alten Gesellschaftsordnung in den „Sozialismus" ohne Liquidierung der Bourgeoisie als Klasse. Es war das Programm des restlosen Bruchs mit der proletarischen Revolution, mit der revolutionären Theorie und Praxis überhaupt. Konnte man sich unter diesen Umständen überhaupt mit den modernen Revisionisten darüber streiten, daß es falsch sei, die „ganze" Arbeit auf den „friedlichen Weg" zu konzentrieren? Akzeptierte man damit nicht automatisch, daß der „friedliche Weg" - und zwar so, wie ihn die modernen Revisionisten verstanden – zumindest die halbe Wahrheit sei? Unserer Meinung nach hätte die KP Chinas niemals das Schema „friedlich/nichtfriedlich" der modernen Revisionisten akzeptieren dürfen. Denn die Grundlagen dieses von den modernen Revisionisten geschaffenen Schemas — eines Schemas, das wir in keinem einzigen programmatischen Dokument Lenins, Stalins oder der Komintern für die kommunistische Weltbewegung in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution finden werden, weil es eben durch und durch faul ist — waren revisionistisch.
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Die vorangegangene Auswertung einiger Gesichtspunkte des Kampfes von Marx, Engels, Lenin und Stalin über die Bedeutung der Theorie und der darauf beruhenden Prinzipien des Marxismus bzw. des wissenschaftlichen Kommunismus sowie der grobe Überblick über die Haltung der Chruschtschow-Revisionisten und der KP Chinas zu den Prinzipien und deren praktisch-politische Konsequenzen zeigt unserer Meinung nach, daß eine umfassende Darstellung der Lehren Lenins und Stalins über die Epoche des Imperialismus und die Aufgaben des proletarischen Internationalismus unumgänglich ist, um eine möglichst klare kommunistische Position herausarbeiten zu können. Wie wir schon weiter oben angedeutet haben, kann heute nicht der „Dogmatismus", das heißt das Festhalten an durch eine neue Epoche überholten Leitsätze eine entscheidende oder die Hauptgefahr sein, denn wir leben immer noch in der von Lenin und Stalin definierten Epoche und werden darin bis zum Ende des Weltimperialismus leben. Wie schon dargelegt, ist der Imperialismus das höchste und letzte Stadium des Kapitalismus, und im Kampf zu und bis zu seiner völligen Vernichtung ist keine epochale Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Kommunismus möglich oder nötig. Daher können eben auch die hauptsächlichen Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus, wie sie Lenin und Stalin darstellten und entwickelten, nicht überholt sein. Das heißt nicht, daß es keinerlei Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Kommunismus innerhalb unserer Epoche, beispielsweise seit dem Tod Lenins, gegeben habe. Stalin und die besten Schüler von Lenin und Stalin haben selbstverständlich durch die Anwendung der Theorie des wissenschaftlichen Kommunismus auf bestimmte, neu entstandene Fragen, Probleme und Situationen den wissenschaftlichen Kommunismus bereichert und weiterentwickelt. Aber sie konnten das nur unter Beibehaltung und Anwendung der Prinzipien des Leninismus, sie konnten und mußten kein einziges Prinzip des wissenschaftlichen Kommunismus verwerfen und durch einen anderen ersetzen. Mit anderen Worten: Grundsätzlich und für unsere ganze Epoche gilt: Der moderne Revisionismus ist und bleibt die Hauptgefahr in der internationalen kommunistischen Bewegung. Einzelne dogmatische Mätzchen und Tricks benutzen auch die modernen Revisionisten und gewisse dogmatische Abweichungen wird es weiterhin geben und sie müssen selbstverständlich bekämpft werden. Solche Abweichungen bestehen vor allem darin, bestimmte, nur auf ganz spezielle Bedingungen und Situationen Bezug nehmende Aussagen Lenins und Stalins zu verallgemeinern, sie auf gänzlich andere Situationen schematisch zu übertragen usw. So könnte man zum Beispiel davon sprechen, daß es in diesem Sinne „dogmatisch" ist, wenn die Politik der Allianz eines sozialistischen Landes mit imperialistischen Ländern, wie sie Stalin während des Zweiten Weltkriegs durchgeführt hat, heute unter gänzlich anderen Bedingungen von den „Drei-Welten-Theoretikern" als Strategie vorgeschlagen wird. Aber das ist nicht ein zentrales, primäres Problem des Klassenkampfes an der ideologischen Front. Die zentrale, bei weitem dominierende, wirklich entscheidende Aufgabe im ideologischen Kampf ist unserer Meinung nach heute vielmehr, die Mißachtung und revisionistische Verfälschung der in sich geschlossenen Theorie des wissenschaftlichen Kommunismus zu bekämpfen, die Prinzipienlosigkeit zu geißeln, also vor allem dem modernen Revisionismus in allen seinen Schattierungen den schonungslosen Kampf anzusagen und ihn bis zum Ende zu fuhren. In allen grundlegenden Fragen sehen wir uns heute in eine Situation gestellt, wie sie Lenin hinsichtlich der „Staatsfrage" 1917 in „Staat und Revolution" aufgezeigt hat. Auch die von ihm dort genannte Schlußfolgerung in bezug auf die Darlegung der Theorie des Marxismus erfaßt unserer Meinung nach haarscharf die Aufgaben, welche die Kommunistinnen und Kommunisten heute auf theoretischem Gebiet haben, um der grassierenden Verfälschung der Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin konsequent entgegentreten zu können. Lenin schrieb: „...bei der unerhörten Verbreitung, die die Entstellungen des Marxismus gefunden haben, besteht unsere Aufgabe in erster Linie in der Wiederherstellung der wahren Marxschen Lehre vom Staat. Dazu wird es notwendig sein, eine ganze Reihe langer Zitate aus den Werken von Marx und Engels selbst anzuführen. (...) Es ist aber absolut unmöglich, ohne sie auszukommen. Alle oder zumindest alle entscheidenden Stellen aus den Werken von Marx und Engels über die Frage des Staates müssen unbedingt möglichst vollständig angeführt werden, damit sich der Leser ein selbständiges Urteil bilden kann über die gesamten Auffassungen der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus und über die Entwicklung dieser Auffassungen, dann aber auch, um deren Entstellung durch das heute herrschende ,Kautskyanertum' dokumentarisch nachzuweisen und anschaulich vor Augen zu führen." (Lenin: „Staat und Revolution", 1917, Werke Band 25, S. 397f.; Hervorhebung im Original.) |