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Teil A:

Die Bedeutung der Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus

I. Der Angriff der Chruschtschow-Revisionisten auf die Theorie und die Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus

1. Die Demagogie mit der „exakten Analyse der neuen Bedingungen" 
2. Praktisch-politische Konsequenzen der Chruschtschow- Revisionisten aus den angeblich neuen Bedingungen 
 a) Der „friedlich" gewordene Imperialismus 
 b) Verabsolutierung der sozialistischen Länder zur angeblich weltweit „entscheidenden Kraft"
 c) Die konterrevolutionäre These vom „friedlich-parlamentarischen Weg" 
3. Das Geschrei der Chruschtschow-Revisionisten über die Gefahr des Dogmatismus

 

1. Die Demagogie mit der „exakten Analyse der neuen Bedingungen"

Die Chruschtschow-Revisionisten propagierten bekanntlich, daß der XX. Parteitag der KPdSU „eine neue Etappe in der Entwicklung der gesamten kommunistischen Bewegung" eingeleitet habe.[32]

Um ihre gegen den wissenschaftlichen Kommunismus gerichtete Generallinie besser verkaufen zu können, beriefen sie sich auf „die tiefgreifenden Veränderungen (...) in der ganzen Welt (...), durch die Veränderungen des Kräfteverhältnisses zwischen Sozialismus und Imperialismus im Verlauf der letzten Jahre."[33]

Die Chruschtschow-Revisionisten behaupteten unverfroren, daß infolge der Veränderungen in der Welt eine neue Epoche angebrochen sei und daher die von Lenin erarbeitete Definition nicht mehr den heutigen Verhältnissen entspreche.[34] Eine neue Charakteristik der Epoche, in der wir leben, sei nötig und möglich geworden:

„Die exakte Analyse der Veränderungen in der Welt hat es den Bruderparteien in aller Welt ermöglicht, eine marxistisch-leninistische Charakteristik der Epoche auszuarbeiten..."[35]

Der fundamentale Fehler dieser revisionistischen These besteht darin, den Zusammenhang zwischen einer kommunistischen Charakteristik der Epoche und einer exakten Analyse der Veränderungen in der Welt auf den Kopf zu stellen. Mit der Bestimmung der Epoche hält der wissenschaftliche Kommunismus die wesentlichsten Züge und die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten fest, die in einem gegebenen historischen Abschnitt existieren, dessen einzelne Erscheinungen beherrschen und bestimmen. Indem Lenin und Stalin unsere Epoche als die „Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution" definierten, hoben sie eben diese allen einzelnen Erscheinungen zugrundeliegenden allgemeinen Gesetzmäßigkeiten und ihnen den Stempel aufdrückenden Tatsachen hervor. Genau das ist Sinn und Zweck der Definition der Epoche.

Für Kommunistinnen und Kommunisten ist somit völlig klar, daß die Lenin-Stalinsche Definition unserer Epoche gilt, solange der Imperialismus existiert und durch keinerlei Veränderungen und Entwicklungen innerhalb des Imperialismus außer Kraft gesetzt werden kann.

Es ist also nicht so, wie die modernen Revisionisten behaupten, daß man aufgrund von „neuen Erscheinungen" im Imperialismus zu einer neuen Charakteristik unserer Epoche gelangen könnte. Man kann die gegebene Epoche auch nicht dadurch besser charakterisieren, daß man solche wirklich

oder vermeintlich aufgetretenen „neuen Erscheinungen" und Details in die Definition der Epoche einbezieht, denn damit würde man höchstens den Begriff der Epoche mit einzelnen Phasen innerhalb der Epoche durcheinanderbringen und die Definition der Epoche würde ihren Sinn und Zweck verlieren.

Es ist eben nicht so, daß einzelne Erscheinungen, Entwicklungen und Veränderungen eine neue Definition der Epoche erfordern, sondern es ist umgekehrt so, daß man nur von der richtigen Bestimmung der Epoche ausgehend, also ausgehend von den großen allgemeinen Gesetzmäßigkeiten und Grundtatsachen eines gegebenen historischen Zeitabschnitts, die einzelnen Erscheinungen, Entwicklungen und Veränderungen richtig verstehen und einschätzen kann.

Die revisionistische Herangehensweise an die Frage der Epoche ist somit von Grund auf falsch, stellt die Dinge buchstäblich auf den Kopf und hat daher weitreichende und schwerwiegende Konsequenzen. Im Grunde läuft sie auf die Leugnung der wesentlichen Züge und der grundlegenden Gesetzmäßigkeiten unserer Zeit hinaus, auf die Leugnung der Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus überhaupt.

Mit dieser Methode werden die Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien, die unter den Bedingungen der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution allgemeingültig sind, mit der Berufung auf „neue Bedingungen", „Veränderungen" negiert und als außer Kraft gesetzt betrachtet.

Diese Methode rechtfertigt und ebnet den Weg, um unter Berufung auf diese oder jene „Veränderungen" und „Entwicklungen" die gesamte Lehre des Leninismus von der Theorie, Strategie und Taktik der proletarischen Weltrevolution in schamlosester Weise zurechtzustutzen, zu verfälschen und zu verwerfen.

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2. Praktisch-politische Konsequenzen der Chruschtschow-Revisionisten aus den angeblich neuen Bedingungen

 

Die Revision der Grundlagen des wissenschaftlichen Kommunismus durch die Führung der KPdSU war kein Selbstzweck, sondern diente bestimmten politischen Absichten. Die Chruschtschow-revisionistische Führung der KPdSU war ein Feind des wissenschaftlichen Kommunismus, weil dieser ihren konterrevolutionären Plänen unmittelbar im Weg stand.

Wie sie dabei die angeblich neu entstandenen Bedingungen benutzte, um die Prinzipien des Leninismus über Bord zu werfen, zeigen folgende drei Beispiele: die These vom angeblich „friedlich" gewordenen Imperialismus und die Behauptung von der „entscheidenden Rolle" der sozialistischen Länder für die Weltrevolution und vom angeblich möglichen „friedlichparlamentarischen Weg" zum Sozialismus in den meisten Ländern des kapitalistisch-imperialistischen Systems.

 

a) Der „friedlich" gewordene Imperialismus

Die Chruschtschow-Revisionisten griffen frontal die von Lenin aufgestellte These an, daß Kriege zwischen kapitalistischen Ländern unvermeidlich sind, solange der Imperialismus besteht.

Unter dem Vorwand der veränderten Kräfteverhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg propagierte der XX. Parteitag der KPdSU direkt, daß diese These Lenins falsch sei:

„Für die damalige Zeit war die erwähnte These absolut richtig. Heute hat sich die Lage aber von Grund auf geändert. (...) eine verhängnisvolle Unvermeidlichkeit der Kriege gibt es nicht."[36]

Diese offene Revision der Lehre Lenins diente zur Beschönigung des US-Imperialismus und der anderen imperialistischen Mächte. Nachdem sie die Lehre Lenins über Bord geworfen hatten, propagierten die Chruschtschow-Revisionisten in bezug auf den US-Imperialismus:

„Wir (die USA und die Sowjetunion, A.d.V.) sind die mächtigsten Staaten der Welt. Wenn wir für den Frieden zusammenstehen, wird es keinen Krieg geben. Wenn es dann doch noch einen Besessenen gibt, der einen Krieg vom Zaun zu brechen versucht, sollte es genügen, wenn wir ihm mit dem Finger drohen, um ihn zum Schweigen zu bringen."[37]

Dies war ein Hauptmanöver der Chruschtschow-Revisionisten, mit dem sie ihre Aussöhnung mit dem Weltimperialismus bemäntelten. Es gipfelte darin, daß sie insbesondere den US-Imperialismus in einem völlig falschen Licht darstellten. Einerseits taten sie so, als ob er der einzige potente Imperialismus wäre, der nach dem Zweiten Weltkrieg noch übrig geblieben sei, andererseits propagierten sie, unter diesen neuen Umständen sei auch er so „vernünftig" geworden, daß man mit ihm im Interesse des Friedens und der Sicherheit der Welt zusammenarbeiten könne und müsse.

Dabei spekulierten die Chruschtschow-Revisionisten mit dem Umstand, daß aus dem Zweiten Weltkrieg der US-Imperialismus als einzige imperialistische Macht gestärkt hervorgegangen war -, während die anderen imperialistischen Mächte entweder im Krieg besiegt oder aber durch seine Folgen mehr oder minder geschwächt worden waren. Die Chruschtschow-Revisionisten stellten die Sache so hin, als ob sich die ganze Frage des Weltimperialismus auf das Problem des US-Imperialismus reduziert hätte, mit dem es nun gelte, sich zu verständigen, zusammenzuarbeiten und so alle Fragen der Zeit zu lösen. Damit leugneten sie alle Gesetzmäßigkeiten des Imperialismus. Die Überlegenheit des US-Imperialismus zum Vorwand nehmend, leugneten sie im besonderen auch, daß sich die zwischenimperialistischen Widersprüche gesetzmäßig verschärfen, insbesondere aufgrund des unvermeidlichen Wiedererstarkens der zeitweilig daniederliegenden anderen imperialistischen Großmächte.

Wenn der US-Imperialismus „vernünftig" und „friedlich", die anderen Imperialisten aber mehr oder weniger unbedeutend und „ohnmächtig" geworden waren, so wären damit faktisch alle imperialistischen Mächte in friedfertige, keinesfalls an einem Krieg interessierte Kräfte verwandelt und es blieb höchstens noch das Problem einiger „unbelehrbarer" Einzelgänger, einiger „Besessener", die aus der Geschichte leider nichts gelernt hätten und gegen die man den „drohenden Finger" richten müsse. De facto lief es darauf hinaus, daß der US-Imperialismus seine paar „Ewiggestrigen" in Zaum halten sollte, während die Chruschtschow-Revisionisten versprachen, den Revolutionären das Handwerk zu legen, die allen Ermahnungen zum Trotz am revolutionären Kampf und am Befreiungskrieg gegen den Imperialismus festhielten.

 

b) Verabsolutierung der sozialistischen Länder zur angeblich weltweit „entscheidenden Kraft"

Die Chruschtschow-Revisionisten nahmen die Tatsache, daß es nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr nur ein sozialistisches Land gab, sondern eine Reihe von weiteren Ländern den Weg zum Sozialismus beschriften hatten, zum Vorwand, um zu erklären:

„Der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus ist der Hauptwiderspruch unserer Epoche. Vom Ausgang des Kampfes der beiden Weltsysteme hängt in entscheidendem Maße das Schicksal des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus ab."[38]

Um diesen Standpunkt richtig einzuschätzen, muß man beachten, daß die Führer der KPdSU unter dem „sozialistischen Weltsystem" keineswegs alle Kräfte des Lagers der proletarischen Weltrevolution verstanden, sondern lediglich die Länder des „sozialistischen Weltsystems", die sie zur „Hauptkraft im Kampf gegen den Imperialismus" erklärten.[39]

Im selben Sinn, bloß auf die Länder bezogen, propagierten die Chruschtschow-Revisionisten, daß „das sozialistische Weltsystem zum ausschlaggebenden Faktor der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft" [40] geworden sei. Damit erklärten sie gegenüber den sozialistischen Ländern alle anderen Kräfte der proletarischen Weltrevolution für zweitrangig. Ja, sie gingen sogar so weit, zu erklären, daß es „ohne die Hilfe der sozialistischen Staaten unermeßlich schwieriger, ja auch völlig unmöglich" sei [41], daß die Völker der anderen Länder ihre Aufgaben lösen und ihre Ziele verwirklichen könnten.

Dies diente ihnen dazu, die Rolle der sozialistischen Länder zu verabsolutieren, sie zum „ausschlaggebenden Faktor der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft" schlechthin zu erklären und so den Widerspruch zwischen den sozialistischen Staaten und den Staaten des Weltimperialismus, der nur einer der verschiedenen grundlegenden Widersprüche unserer Zeit ist, zu ihrem zentralen Grundwiderspruch überhaupt zu erklären.

Damit setzen sie diesen einen Widerspruch faktisch an die Stelle aller grundlegenden Widersprüche, so daß der Kampf zwischen dem Lager des Weltimperialismus und dem Lager der proletarischen Weltrevolution reduziert wird auf den Kampf zwischen den Staaten des Sozialismus und denen des Weltimperialismus.

Es liegt auf der Hand, wenn der Widerspruch zwischen den Staaten des Sozialismus und denen des Imperialismus das Kernproblem ist, daß den anderen grundlegenden Widersprüchen, in denen sich der Widerspruch zwischen dem Lager der proletarischen Weltrevolution und dem des Weltimperialismus manifestiert, nämlich dem Widerspruch zwischen Proletariat und Bourgeoisie in den imperialistischen Ländern sowie dem Widerspruch zwischen den unterdrückten Völkern und dem Imperialismus in den halbfeudalen und halbkolonialen Ländern, nur noch eine zweitrangige und abgeleitete Bedeutung zukommt.

Damit erhält der Kampf des Proletariats und der unterjochten Völker nur noch eine Hilfsfunktion und ist kein grundlegender politischer Faktor mehr. Grundlegende Bedeutung hat dann nur noch die Auseinandersetzung zwischen den sozialistischen Staaten und den Staaten des Weltimperialismus, was für die Chruschtschow-Revisionisten dann nichts anderes mehr war als der „friedliche Wettbewerb" und die „friedliche Koexistenz" als Generallinie, die angeblich den Imperialismus allmählich von der Welt drängen würde und auf diesem Wege den Völkern Glück und Segen brächten.

 

c) Die konterrevolutionäre These vom „friedlich-parlamentarischen Weg"

Die demagogische Berufung der Chruschtschow-Revisionisten auf die nach dem Zweiten Weltkrieg angeblich „grundlegend veränderten Bedingungen" kulminierte in der zentralen revisionistischen These von der nunmehr angeblich realen Möglichkeit eines „friedlich-parlamentarischen Wegs" zum Sozialismus. Ihr Hauptargument war, daß die gewaltsame Zerschlagung des alten Staatsapparats durch bewaffneten Kampf infolge der Existenz der dreizehn Länder des sozialistischen Lagers, welche die internationalen Kräfteverhältnisse völlig verändert habe, sozusagen „überflüssig" geworden sei. Sie versuchten glaubhaft zu machen, daß infolge der „günstigen internationalen Lage", sozusagen durch den Druck von außen, reale Bedingungen für den parlamentarischen, friedlichen Weg entstanden seien. Auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 verkündete Chruschtschow den frontalen Angriff auf den Weg der Oktoberrevolution als allgemeingültigen Weg der gewaltsamen proletarischen Revolution. Chruschtschow behauptete, es sei „durchaus wahrscheinlich, daß die Formen des Übergangs zum Sozialismus immer mannigfaltiger werden."[42]

Was darunter zu verstehen ist, macht Chruschtschow im weiteren klar: „...daß wir angeblich Gewalt und Bürgerkrieg als den einzigen Weg zur Umgestaltung der Gesellschaft anerkennen - das entspricht nicht den Tatsachen."[43]

Damit lehnt Chruschtschow offen die Lehre von Lenin von der unbedingten Notwendigkeit der gewaltsamen Revolution ab, wobei er die Frage der Gewalt mit der Folge des Bürgerkriegs gleichsetzt. Lenin hat niemals eine Revolution ohne Gewalt, ohne gewaltsame Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparats auch nur theoretisch für möglich erachtet. Genau das ist aber der Kern von Chruschtschows konterrevolutionärer Theorie des „friedlichen Wegs":

„Gleichzeitig hat die Arbeiterklasse in einer Reihe kapitalistischer Länder unter den gegenwärtigen Bedingungen die reale Möglichkeit, unter ihrer Führung die übergroße Mehrheit des Volkes zu vereinigen und den Übergang der wichtigsten Produktionsmittel in die Hände desVolkes zu erreichen (...), eine stabile Mehrheit im Parlament zu erobern und es aus einem Organ der bürgerlichen Demokratie in einWerkzeug des tatsächlichen Volkswillens zu verwandeln. (Beifall). In einem solchen Fall kann diese für viele hochentwickelte kapitalistische Länder traditionelle Institution zum Organ einer wahren Demokratie,einer Demokratie für die Werktätigen werden.

Die Eroberung einer stabilen parlamentarischen Mehrheit, die sich auf die revolutionäre Massenbewegung des Proletariats, der Werktätigen stützt, würde für die Arbeiterklasse einer Reihe kapitalistischerund ehemals kolonialer Länder die Voraussetzungen schaffen, um grundlegende soziale Umgestaltungen durchzuführen."[44]

Der „friedliche", nämlich auf revolutionäre Gewalt verzichtende, auf die angebliche Möglichkeit „der Verwandlung" des bürgerlichen Parlaments mittels der Stimmzettel in ein „Organ des Volkswillens" gestützte „Weg zum Sozialismus", den Chruschtschow verkündete, hat mit dem wissenschaftlichen Kommunismus nicht das mindeste zu tun. Das ist nichts anderes als der uralte revisionistische Weg des „parlamentarischen Übergangs" zum Sozialismus ohne proletarische Revolution, wie das schon die Revisionisten der II. Internationalen von Bernstein bis Kautsky propagierten.[45]

1966 zeigte sich mit großer Dramatik in Indonesien, wohin jedes Zugeständnis an die Philosophie des „friedlichen Weges" gegenüber den hochgerüsteten Kräften der Weltfront der imperialistischen Reaktion führen wird: Das faschistische Regime Suhartos vernichtete in einer großangelegten Militäraktion fast vollständig die damals starke Kommunistische Partei Indonesiens, ermordete und inhaftierte Hunderttausende revolutionärer Genossinnen und Genossen.

1973 zeigte sich erneut in Chile, daß der Verzicht auf den bewaffneten Kampf gegen den Imperialismus, daß die Propaganda des „friedlichen Übergangs" den Weg bereitet, die fortschrittlichen und revolutionären Kräfte eben den reaktionären Kräften auszuliefern: Durch den Militärputsch vom September 1973 wurden Zehntausende von Genossinnen und Genossen in wenigen Tagen ermordet, Hunderttausende gefoltert und inhaftiert.

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3. Das Geschrei der Chruschtschow-Revisionisten über die Gefahr des Dogmatismus

Die Chruschtschow-Revisionisten entfachten nach dem XX. Parteitag einen wilden Lärm über die Gefahr des Dogmatismus. Dies war die Begleitmusik zu ihren vielfältigen Revisionen der Prinzipien des wissenschaftlichen Kommunismus.

Alle jene, die bereit waren, die Theorie des wissenschaftlichen Kommunismus zu verteidigen, sollten mit diesem Geschrei in Schach gehalten und eingeschüchtert werden.

Selbst das Zitieren von grundlegenden Texten und Passagen der Werke der Klassiker des wissenschaftlichen Kommunismus wurde als Buchstabengelehrtheit und Doktrinarismus beschimpft. Es ging den Chruschtschow-Revisionisten darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der es faktisch verboten war, die Ansichten der Chruschtschow-Revisionisten mit den Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin zu konfrontieren, wollte man nicht als „stalinistischer Dogmatiker" und „Anhänger des Personenkults"

diffamiert werden.

Die KP Chinas, die sich den Plänen Chruschtschows entgegenstellte, wurde ebenfalls in diesem Tenor abqualifiziert. Das revisionistische ZK der KPdSU erklärte, „daß die chinesischen Genossen von der realen Wirklichkeit völlig losgelöst sind, dogmatisch mit Buchweisheiten an die Probleme von Krieg, Frieden und Revolution herangehen und die konkreten Bedingungen der gegenwärtigen Epoche nicht verstehen..."[46]

Die Chruschtschow-Revisionisten haben also die Frage des Dogmatismus aufgeworfen. Dies ist keinesfalls neu. Seit jeher haben die Revisionisten aller Schattierungen versucht, mit Tagesereignissen und konkreten Details von den grundlegenden Gesetzmäßigkeiten, den Prinzipien und der Perspektive der proletarischen Revolution abzulenken.

Seit jeher haben die Revisionisten aller Schattierungen die Kommunistinnen und Kommunisten als „Dogmatiker" beschimpft. [47]

Marx, Engels, Lenin und Stalin haben nicht nur die Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien, die ganze Perspektive des Weltkommunismus herausgearbeitet und verteidigt, sondern sie haben auch stets einen erbitterten Kampf gegen alle Versuche der Revisionisten geführt, unter dem Motto der Ablehnung von jeglichem „Dogmatismus" die Grunderkenntnisse und Prinzipien ihrer Lehre anzugreifen und zu verwerfen.

Der ganze Fragenkomplex der richtigen Beziehung von Theorie, Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien einerseits und den Erfordernissen einer für den Kampf unerläßlichen kommunistischen konkreten Analyse andererseits ist von allergrößter Bedeutung. Eine falsche oder auch nur oberflächliche Behandlung dieses Fragenkomplexes führt unweigerlich zu faulen Kompromissen oder zum Zurückweichen vor den modernen Revisionisten.

Daher meinen wir, daß ein erneutes Studium des Kampfes der Klassiker des wissenschaftlichen Kommunismus über diesen Fragenkomplex in jeder Hinsicht eine unerläßliche Voraussetzung für unseren heutigen ideologischen Kampf ist.

Das ist insbesondere auch unerläßlich, um im folgenden die Antwort der KP Chinas und die Positionen der KP Chinas gegenüber dem Vorwurf der Chruschtschow-Revisionisten, sie seien dogmatisch, fundiert analysieren zu können.

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