IV. Kritik der falschen und unzulänglichen Stellungnahmen der KP Chinas zur Frage des Weges der Revolution6. Die befreiende Rolle des bewaffneten Kampfes der Volksmassen wird im „Vorschlag" der KP Chinas nicht verteidigt
1. Die Propagierung des Schemas von der „friedlichen und nichtfriedlichen Entwicklung der Revolution" war ein zentrales Zugeständnis an die modernen Revisionisten
Gegen die Propaganda der Chruschtschow-Revisionisten von den „zwei möglichen Wegen der Revolution" - friedlich und nichtfriedlich – setzte die KP Chinas im „Vorschlag zur Generallinie" der kommunistischen Weltbewegung (Punkt 11) ihre Auffassung der Frage.[124] Sie erklärte: 1. „Die proletarische Partei darf sich niemals erlauben, ihre Ideen, ihre revolutionären Richtlinien und ihre ganze Arbeit auf der Berechnung aufzubauen, daß die Imperialisten und Reaktionäre bereit sind, eine friedliche Umgestaltung zu akzeptieren." („25-Punkte-Vorschlag", S. 23. Siehe S. 572.) 2. „Die Partei des Proletariats muß sich auf zweiTaktiken vorbereiten: Während sie sich auf die friedlicheEntwicklung der Revolution vorbereitet, muß sie gleichzeitig auch ausreichend auf eine nichtfriedliche Entwicklung der Revolution vorbereitet sein." (Ebenda. Siehe S. 572.) Unsere Kritik an dieser zentralen Position der KP Chinas besteht in erster Linie darin, daß hier der prinzipielle Charakter der Auseinandersetzung mit den modernen Revisionisten über die Frage des „friedlichen Weges" völlig außer acht gelassen wird und ihnen ganz unzulässige Zugeständnisse gemacht werden. Aus der Argumentation der KP Chinas geht hervor, daß der Widerspruch zu den modernen Revisionisten ihrer Meinung nach eher eine Frage der Akzentsetzung betrifft und nicht die Grundfragen des wissenschaftlichen Kommunismus. Ja, aus den eben zitierten Ausführungen geht sogar hervor, daß die KP Chinas ein Hauptmanöver der modernen Revisionisten akzeptierte, nämlich, daß es sich bei der Frage „friedlich, nichtfriedlich" angeblich um eine taktische Frage handle. zurück
2. Die programmatischen Erklärungen der Chruschtschow-Revisionisten über den parlamentarisch-gewaltlosen „friedlichen Weg" werden nicht prinzipiell unterschieden von den Bemerkungen Lenins zum Thema „friedliche Vorwärtsentwicklung" der Revolution auf der Basis der revolutionären Gewalt der bewaffneten Arbeiterklasse
Gerade in der Frage: „Was verstehen die modernen Revisionisten unter einem friedlichen Weg und was verstand Lenin darunter?", hätte als erstes klargestellt werden müssen, daß die Revisionisten auf ihrer These von der „Möglichkeit des friedlichen Weges zum Sozialismus" ein ganzes antileninistischesProgramm aufgebaut hatten. „Friedlicher Weg" — das war für die Chruschtschow-Revisionisten das Programm der gewaltlosen „Errichtung des Sozialismus", das Programm, die Notwendigkeit einer Diktatur über die Bourgeoisie zu bestreiten, das Programm der Ablehnung der Diktatur des Proletariats, das Programm des friedlich-parlamentarischen Hineinwachsens der alten Gesellschaftsordnung in den „Sozialismus" ohne Liquidierung der Bourgeoisie als Klasse. Es war das Programm des restlosen Bruchs mit der proletarischen Revolution, mit der revolutionären Theorie und Praxis überhaupt. Konnte man sich unter diesen Umständen überhaupt mit den modernen Revisionisten darüber streiten, daß es falsch sei, die „ganze" Arbeit auf den „friedlichen Weg" zu konzentrieren? Akzeptierte man damit nicht automatisch, daß der „friedliche Weg" - und zwar so, wie ihn die modernen Revisionisten verstanden, zumindest die halbe Wahrheit sei? Das zum ersten. Weiter: Unserer Meinung nach hätte die KP Chinas niemals das Schema „friedlich/nichtfriedlich" der modernen Revisionisten akzeptieren dürfen. Denn die Grundlagen dieses von den modernen Revisionisten geschaffenen Schemas — eines Schemas, das wir in keinem einzigen programmatischen Dokument Lenins, Stalins oder der Komintern für die kommunistische Weltbewegung in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution finden werden, weil es eben durch und durch faul ist - waren eben revisionistisch. Die Grundlage dieses Schemas war und ist, daß angeblich reale Möglichkeiten für einen „friedlichen Übergang" entstanden seien. Und genau das ist ganz und gar falsch. (Selbst Chruschtschow traute sich nicht, offen und namentlich die Länder zu nennen, in denen dieser „friedliche Übergang" möglich sei, und überließ diese „Konkretisierung" dann seinen Musterschülern in den einzelnen Ländern.) Die KP Chinas versäumte es, klipp und klar festzustellen, daß in keinem Land der Welt „reale Möglichkeiten" für einen solchen friedlichen Weg existieren. Indem die KP Chinas zunächst einmal im „Vorschlag" Punkt 11 nicht klarstellte, was Lenin unter einem „friedlichen" Weg der Revolutionverstand, indem sie nicht klarstellte, daß die Formulierungen Chruschtschowsdem Inhalt nach nicht das Geringste mit Lenin zu tun hatten, gingsie in die erste Falle der modernen Revisionisten, die unbedingt weismachenwollten, daß doch „auch Lenin" vom friedlichen Weg gesprochenhabe, es also auch ihnen erlaubt sein müsse. Indem die KP Chinas weiterhin überhaupt das Schema vom sowohl friedlichen als auch nichtfriedlichen Weg akzeptierte, ging sie in die zweite Falle der Chruschtschow-Revisionisten, deren besonderes Anliegen es war, die Idee durchzubringen, daß heute die reale, d. h. für die Taktik zu berücksichtigende Möglichkeit beider Wege existiere. Unserer Meinung nach ist die Speerspitze der Argumentation der KP Chinas überhaupt nicht gegen die Chruschtschow-Revisionisten gerichtet (die keinesfalls nur vom friedlichen Weg sprachen, sondern beide Wege als „real" vorstellten, wie dem Bericht Chruschtschows auf dem XX. Parteitag bereits zu entnehmen war), sondern gegen die noch extremeren Rechtsopportunisten wie Togliatti, die überhaupt nur einen, eben den „friedlichen Weg" gelten ließen und zum strategischen bzw. sogar „weltstrategischen Prinzip" erklärten. So beginnt die KP Chinas auch nicht zufällig ihren Punkt 11 mit folgenden Worten: „Kommunisten würden immer den Übergang zum Sozialismus auf friedlichem Wege vorziehen. Aber kann man den friedlichen Übergang zu einem neuen weltstrategischen Prinzip für die internationale kommunistische Bewegung machen? Durchaus nicht." („25-Punkte-Vorschlag", S. 22. Siehe S. 572.) Hier wird eindeutig Togliattis Spielart des Revisionismus abgelehnt. Aber indem sie nur - wenn auch noch so klar, eindeutig und unmißverständlich - auf diese extreme und im Grunde plumpe Spielart des Revisionismus eingeht und lediglich die Verabsolutierung des „friedlichen Weges" brandmarkt, bewegt sich die KP Chinas immer noch durchaus im Rahmen, den die Chruschtschow-Revisionisten auf dem XX. Parteitag sowie auf den Beratungen von 1957 und 1960 steckten und in den sie die kommunistische Weltbewegung zunächst einmal pferchen wollten. Wir wiederholen: Von zwei real möglichen Wegen auszugehen, die Darstellung der Chruschtschow-Revisionisten zu akzeptieren, ihre These vom „friedlichen Weg" knüpfe an das an, was Lenin zu diesem Thema sagte, das hieß, die grundlegenden Positionen des Chruschtschow-Revisionismusnicht nur unangetastet zu lassen, sondern selbst zu übernehmen. zurück
3. Die These der KP Chinas von der taktischen Vorbereitung sowohl auf eine friedliche als auch auf eine nichtfriedliche Entwicklung der Revolution ist grundfalsch
Im zweiten von uns zitierten Passus aus Punkt 11 des „Vorschlags" der KP Chinas zur Generallinie ist die Rede davon, daß jede Kommunistische Partei beide Taktiken, die der nichtfriedlichen Entwicklung der Revolution und die der friedlichen Entwicklung der Revolution beherrschen muß, sich auf beide Wege taktisch vorbereiten muß. Zunächst scheint dieser Gedanke einleuchtend, erinnert er doch an die bekannte Leninsche Grundregel „auf allen vier Hufen beschlagen zu sein", alle Kampfformen zu beherrschen, mit den jeweils zu Gebote stehenden Mitteln zu kämpfen und dergleichen mehr. Wir müssen jedoch klar erkennen, daß es sich hier keineswegs um solche, die Formen des Kampfes betreffende, also taktische, Fragen handelt. Denn die Vorbereitung auf den Bürgerkrieg, auf die, wie es genannt wird, „nichtfriedliche Entwicklung der Revolution", ist keinesfalls eine von zwei möglichen Formen der Taktik, sondern eine große und prinzipielle Frage, die den ganzen Aufbau der Partei (nämlich nicht auf Basis des Legalitätsprinzips), die gesamte Erziehung der Massen im Geist des revolutionären Krieges auch und gerade in nichtrevolutionären Zeiten, die Grundfrage derRevolutionüberhaupt betrifft. Die KP Chinas muß sich die Frage gefallen lassen, daß sie zudem überhaupt nicht erklärt (oder erklären kann), wie denn eigentlich eine Vorbereitung auf den „friedlichen Weg" aussehen soll! Selbst in der Zeit der „Doppelherrschaft", als Lenin eine „friedliche" Weiterentwicklung der Revolution für möglich hielt, hat er nicht aufgehört, die Partei und die Massen unermüdlich auf die Möglichkeit eines neuerlichenBürgerkriegs vorzubereiten. Spricht er in „Staat und Revolution", in „Renegat Kautsky", in seinen programmatischen Reden auf den Weltkongressen der Komintern oder sonstwo von der Notwendigkeit einer „Vorbereitung" auf das Ausbleiben des Bürgerkrieges? Gibt es bei Stalin etwas von dieser Idee? Das Studium all dieser Dokumente zeigt, daß es eine solche Forderung bei den Klassikern des wissenschaftlichen Kommunismus nicht gibt, weil eine besondere Vorbereitung darauf, daß es entgegen aller Wahrscheinlichkeit nicht zum Bürgerkrieg kommen wird, gänzlich unsinnig ist, erst recht eine quasi „gleichrangige" Vorbereitung auf „beide Möglichkeiten" völlig abwegig ist, insbesondere unter den Massen äußerst gefährliche Illusionen schürt, auf politisch-ideologische und militärisch-materielle Entwaffnungdes Proletariats hinausläuft! zurück
4. Anstelle des offensiven bewaffneten Kampfes propagierte die KP Chinas die „Möglichkeit" des bewaffneten Kampfes nur als Antwort auf die Gewalt der herrschenden Klassen, also defensiv
Die modernen Revisionisten haben den „nichtfriedlichen Weg" für den Fall zugelassen, daß sich zeige, daß die herrschende Klasse in großem Umfang Waffengewalt anwende und das Volk massakriere, wodurch der „friedliche Weg" also verhindert werde. Wir müssen hier nicht nochmals ausführlich an Indonesien, Chile usw. erinnern, um die katastrophale Konsequenz einer solchen Reihenfolge, bei der man erst ein Blutbad von Seiten der Herrschenden abwarten müsse, aufzuzeigen. Betrachten wir die Haltung der KP Chinas: „Wenn der Imperialismus und seine Lakaien zur bewaffneten Unterdrückung schreiten, muß die konterrevolutionäre Waffengewalt durch revolutionäre Waffengewalt niedergeworfen werden." („25-Punkte-Vorschlag", S. 17. Siehe S. 569.) Diese „Wenn... dann..."-Konstruktion- das ist der faule Kern dieser Argumentation der KP Chinas. Ähnlich propagiert die „Polemik" eine Passage aus dem VIII. Parteitag der KP Chinas: „Wenn aber das Volk dazu gezwungen wird, so hat es das volle Recht, zu den Waffen zu greifen." („Polemik", S. 413.) Es kommt so heraus, als ob das Volk dieses Recht erst dann habe, vorher jedoch nicht. Wir haben bereits dargestellt, daß natürlich, über einen längeren Zeitabschnitt gesehen, die Bourgeoisie in allen Ländern schon tausendmal zu den Waffen gegriffen hat, daß insofern auch in jedem Land die Bourgeoisie sowieso bereits als „erste" zu Gewaltmaßnahmen gegriffen hat. Diese Frage ist aber schon längst geklärt und man darf sie nicht in einem Atemzug damit behandeln, wann das Volk Waffengewalt einsetzen darf. Die Formulierungen der KP Chinas lassen nicht nur Raum für die revisionistische Ausrichtung, daß man solange den revisionistischen Versuch unternehmen solle, „friedlich" zum Sozialismus zu gelangen, bis einem die Bourgeoisie durch faschistische Putsche und Massaker auf blutige Weise die Unsinnigkeit eines solchen Versuchs eingebleut hat, die Formulierungen der KP Chinas legen sogar nahe, daß der bewaffnete Kampf der Volksmassen bloß Antwort, bloße Reaktion oder gar nur eine defensive Verteidigungshandlung auf das jeweilige Vorgehen der Herrschenden sein „dürfe". Eine solche Vorstellung vom bewaffneten Kampf des Proletariats und der revolutionären Massen widerspricht dem wissenschaftlichen Kommunismus. Die KP Chinas hätte klar die Lehren der Klassiker des wissenschaftlichen Kommunismus propagieren müssen, daß auf jeden Fall nicht die Bourgeoisie, sondern das von seiner Partei geführte Proletariat den Zeitpunkt des bewaffneten Kampfes selbständig festlegen muß und nicht erst den bewaffneten Schlag der Bourgeoisie abwarten darf. Die KP Chinas hätte insbesondere in bezug auf die Frage des bewaffneten Aufstandes in den kapitalistischen Ländern klarmachen müssen, daß das defensive Abwarten auf das Zuschlagen der Reaktion wie die Defensiveüberhaupt der Torf jedes bewaffneten Aufstandes ist! usw. usf. All diese Lehren des wissenschaftlichen Kommunismus wurden jedoch mit keinem Wort erwähnt oder propagiert. Was bleibt, ist die Formel „Wenn... dann...". Und gerade diese Formel führte in ihrer Dehnbarkeit und Vieldeutigkeit zugunsten der revisionistischen Illusionsmacherei zu blutigen Niederlagen für das Proletariat und die Volksmassen. zurück
5. Wenn es real keinen friedlichen Weg gibt, warum erwähnte ihn die KP Chinas aus „taktischen Überlegungen" als reale Möglichkeit?
Die KP Chinas erläuterte: „Von taktischen Überlegungen ausgehend, ist es vorteilhaft, den Wunsch nach einem friedlichen Weg zu erwähnen; es wäre jedoch unangebracht, die Möglichkeit des friedlichen Übergangs zu sehr zu betonen." („Polemik", S. 415.) Das Zitat stammt aus der Stellungnahme, welche die KP Chinas auf der Beratung 1957 als Darlegung „ihrer Ansichten zur Frage des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus"[125] verteilte. Die KP Chinas wirft im ersten Satz ein schwieriges Problem auf. Taktisch kann es nämlich in bestimmten, genau eingegrenzten Situationen durchaus richtig sein, den „Wunsch nach einem friedlichen Weg"zur Lösung eines Problems auszusprechen.[126] Hier aber wird allgemein als „vorteilhafter" befürwortet, „den Wunsch nach einem friedlichen Weg zuerwähnen". Eine solche Verallgemeinerung ist falsch, widerspricht geradedem Wesen taktischer Überlegungen, die sich zwar fest auf die grundlegendenPrinzipien, darunter auch taktischen Prinzipien stützen müssen,aber doch in verschiedenen Situationen auch verschieden ausfallen müssen. Wie verhält es sich aber grundlegend? Der Bourgeoisie gegenüber wird die Erwähnung eines solchen Wunsches mit Sicherheit nicht das geringste an deren Haltung uns gegenüber ändern. Den Massen gegenüber jedoch ist die Erwähnung, daß die Kommunisten - abstrakt betrachtet - natürlich nicht Krieg und Bürgerkrieg wünschen und gerade deswegen zum Gewehr greifen, um die Gewehre abzuschaffen (so sollte man es formulieren und nicht einfach nur erwähnen, daß man „den friedlichen Weg" wünsche), eben keine Frage „taktischer Überlegungen", sondern eine Frage der bewußten Aufklärung der Volksmassen über die Weltanschauung, das Programm und die Strategie der Kommunisten. Diese muß eingebettet sein in das System einer richtigen Erziehung in so grundlegenden Fragen wie jener des revolutionären Krieges im Gegensatz zum konterrevolutionären und imperialistischen Krieg usw. Natürlich muß man klarstellen, daß das Argument der Reaktion, die Kommunisten wollten „blutrünstig Krieg um des Krieges willen führen", völlig absurd ist, da die gesamte Existenz des Imperialismus dem Weltproletariat so oder so einen über verschiedene Phasen erstreckten langen revolutionären Krieg aufzwingt. Aber dabei ist entscheidend, zwischen „Wünschen" einerseits und den realen Gegebenheiten andererseits scharf zu unterscheiden, prinzipiell zu argumentieren und nicht auf der Ebene von Überlegungen „taktischer" Vorteilhaftigkeit.[127] Gerade das macht die KP Chinas aber nicht, wenn in einem Atemzug vom „Wunsch nach einem friedlichen Weg" und der Möglichkeit des friedlichen Übergangs" die Rede ist. So wie es die KP Chinas im „Kommentar" darstellt, entsteht der Eindruck, als ob die Erwähnung der Möglichkeit des friedlichen Überganges sozusagen ein taktisches Manöver sei, das man mit Vorteil anwenden könne. Hier bewegt sich die Argumentation der KP Chinas hart an der Grenze der bewußten Täuschung der Massen, obwohl man genau weiß, daß der „erwähnte Wunsch" nicht Wirklichkeit werden kann. Warum sagte der „Kommentar" nicht klipp und klar, daß der „friedliche Weg" nicht real ist? Warum erinnerte er nicht an die bekannten Worte Lenins, daß - auch wenn in ferner Zukunft unter besonderen Umständen nach langwierigen Kriegen des Weltproletariats in einem Land „friedliche" (d. h. ohne Bürgerkrieg, aber dennoch auf Waffengewalt gestützte) Möglichkeiten für die Entwicklung der Revolution entstehen sollten, dennochdie Anerkennung des Weges desBürgerkriegs der einzig zulässige Standpunkt des Programms der kommunistischen Weltbewegung ist?! Indem die KP Chinas das nicht machte, setzte sie sich mit ihrer Formulierung von den „taktischen Überlegungen" dem berechtigten Vorwurf aus, daß sie nicht klar und deutlich sagte, ob sie den „friedlichen Weg" für real möglich hält oder nicht.[128]zurück
6. Die befreiende Rolle des bewaffneten Kampfes der Volksmassen wird im „Vorschlag" der KP Chinas nicht verteidigt
Die Hervorhebung bzw. Erwähnung, daß die Kommunisten an und für sich natürlich den Wunsch haben, schon im Kommunismus zu leben, das heißt in einer Welt ohne bewaffneten Kampf, ist nur eine Seite der Sache. Es ist sicher nicht unzulässig, solch einen Wunsch zu erwähnen – im Rahmen einer kraftvollen überzeugenden Propaganda nicht nur über die unbedingte Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes des Weltproletariats und des bewaffneten Kampfes in jedem einzelnen Land, sondern auch einer Klarstellung der großartigen befreienden Rolle des revolutionärenKrieges der Volksmassen, seiner erzieherischen, emanzipatorischen Bedeutung für die werktätigen Massen. Diese Seite des Problems ist von so wesentlicher Bedeutung, daß sie unter keinen Umständen vernachlässigt werden darf, gerade angesichts der pazifistischen Friedensfaseleien der modernen Revisionisten, die unterschiedslos jeden Krieg, ob revolutionär oder konterrevolutionär, als „furchtbares Übel" darstellen und dem „Krieg" und der „Gewalt" an sich ihren „friedlichen Weg" gegenüberstellen. Es ist einer der schwersten Fehler der KP Chinas überhaupt, diese Seite der Sache im „25-Punkte-Vorschlag" und in der „Polemik" insgesamt nicht herausgestellt und die modernen Revisionisten auch in dieser Hinsicht nicht geschlagen zu haben. Wenn wir abschließend unsere Kritik an der KP Chinas bzw. an ihrem „Vorschlag zur Generallinie" von 1963 in der Frage des Weges der Revolution zusammenfassen, so ergibt sich, was im wesentlichen bereits ausführlich dargelegt wurde. Der Hauptfehler ist die Annahme des Schemas der „zwei Wege". Aus diesem Fehler ergeben sich zwangsläufig die anderen genannten Fehler. Die grundlegende Aufgabe für die Kommunisten der Welt ist es, mit dem Schema der „zwei Wege" gründlich zu brechen. Das Proletariat in einem jeden Land, in dem eine Ausbeuterordnung existiert, muß orientiert werden • auf den gewaltsamen Sturz der herrschenden Klasse mit Waffengewalt und auf die Errichtung der Diktatur des Proletariats als unbedingte Voraussetzung des Aufbaus des Sozialismus; • auf den in der heutigen Welt einzig realen Weg der Revolution, auf den Weg des revolutionären Krieges (Bürgerkrieges, Volkskrieges) als unerlässliches Mittel, um den Staatsapparat der herrschenden Klasse zu zerschlagen und damit den Weg zu einer höheren Gesellschaftsordnung überhaupt erst freizulegen. Es muß vollständig klar werden, daß die einzigen „Ausnahmen", von denen Lenin in der Epoche des Imperialismus sprach (bzw. von denen man in einigen Ländern nach dem Zweiten Weltkrieg sprechen könnte), Situationen waren, die auf den Ergebnissen des schon vorhergegangenen bewaffnetenKampfes einer Abteilung des Weltproletariats beruhten, in dessen Verlauf die unverzichtbare Aufgabe der Zerschlagung des alten Staatsapparatesbereits geleistet bzw. sehr weitgehend geleistet worden war. Der bewaffnete Kampf zur Zerschlagung des alten Staatsapparates und zur Errichtung der Diktatur des Proletariats ist daher der einzige Weg, auf den das Proletariat in den Ländern orientiert werden muß, in denen der Staatsapparat der Ausbeuterklassen noch existiert. zurück
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