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William B. Bland

 

Der Bürgerkrieg in Liberia

 

Aus:

COMpass - Organ der Communist League of Britain, Nr. 87, August 1990

 

 

 

 

Liberia, an der Westküste Afrikas gelegen, hat eine Fläche von 43.000 Quadratmeilen (ist damit etwa halb so groß wie Island) und besitzt eine Bevölkerungszahl von 2.4 Millionen Einwohnern.

 

Das Land wurde 1847 von gemeinnützigen ('philanthropischen') US-amerikanischen Organisationen als Kolonie für befreite schwarze Sklaven aus den USA gegründet.

 

Seine beiden wichtigsten Exportartikel sind Eisenerz (die 70% der Exporteinnahmen ausmachen) und Gummi - hauptsächlich aus den riesigen, sich jedoch im US-Besitz befindlichen 'Firestone'-Plantagen.

 

Nach Aussagen von William Tubman, des verstorbenen ehemaligen Präsidenten des Landes,

 

" ...verdienen die meisten Menschen nur 38 Pfund Sterling im Jahr."

(Keesings Archive der Zeitgeschichte, Bd. 18, S. 25.052).

 

Liberias Hauptstadt Monrovia (425.000 Einwohner) wurde nach James Monroe (1758-1831) benannt, dem 5. US-Präsidenten.

 

Die liberanische Währung ist der US $.

 

Obwohl die aus den USA stammenden Einwohner nur etwa 5% der Gesamtbevölkerung ausmachen, ist es ihnen gelungen, die liberianische Politik seit Gründung des Landes zu dominieren. Dies hängt mit der Abhängigkeit des Landes vom US-Imperialismus zusammen.

 

Praktisch vom Zeitpunkt seiner Gründung an bis auf den heutigen Tag ist Liberia eine Halbkolonie des US-Imperialismus gewesen. Die USA besitzen in Liberia zum Beispiel

 

" ..den Sender 'Stimme Amerikas', ..ein Telekommunikationsnetz, ..eine Satellitenstation namens OMEGA, private Investitionen im Wert von 350 Millionen Dollar, ausgedehnte, noch offenstehende Darlehensguthaben,.."

(Keesings Archive der Zeitgeschichte, Bd. 28, S. 31.283).

 

Außerdem:

 

"Der Staatshaushalt Liberias ist zu einem Drittel an die USA verschuldet."

(Ebenda, Bd. 32, S. 34.147).

 

Und:

 

"Die Zugangsrechte der USA zum Hafen von Monrovia sowie zum Flughafen Monrovias stellen für die USA das einzig verlässliche Tor zu Westafrika dar und bilden einen Umschlagplatz für den Nachschub für die antisowjetischen Kräfte in Angola (gemeint für die von den USA gesponserte und von Mao Tse-tung militärisch unterstützte UNITA von Jonas Savimbi - Übers.)."

('Time' vom 6. August 1990, S. 27).

 

Im Jahre 1971 verstarb Präsident William Tubman, der seit 1944 als Vorsitzender der 'True Whig Party' (in Anspielung auf die Whig-Partei des liberalen Bürgertums Großbritanniens - Übers.), im Amt war und daraufhin von seinem Vizepräsidenten William Tolbert abgelöst wurde. Tolbert war

 

" ...ein wohlhabender liberianischer Kaffee- und Reispflanzer."

(Ebd., Bd., 26, S. 30.405).

 

Im Unterschied zu Tubman trat Tolbert jedoch für

 

" ..engere Beziehungen zur Sowjetunion ein, für eine Vision von Zusammenarbeit mit Staaten aus der Region und schien der Rhetorik der Organisation für Afrikanische Zusammenarbeit Glauben zu schenken."

('Financial Times' vom 1. August 1990, S. 4).

 

Eine solche Politik war für Liberias Herrn in Washington selbstverständlich nicht akzeptabel, der die CIA (Central Intelligence Agency - Übers.) damit beauftragte, Pläne für Tolberts Entfernung auszuarbeiten.

 

Der Putsch des 'Erlösungsrates des Volkes'

 

Im April 1979 brachen nach einer vorgeschlagenen Erhöhung der Reispreise in Monrovia schwere Unruhen aus. Offiziellen Angaben zufolge wurden 41 Menschen getötet und 548 schwer verletzt, als die Polizei in eine demonstrierende Menschenmenge schoss. Der entstandene Sachschaden wurde mit 40 bis 49 Millionen Dollar angegeben. Der 'Kongress' (das liberianische Parlament - Übers.) übertrug Tolbert Notstandsvollmachten für die Dauer eines Jahres. Die Universität von Monrovia wurde geschlossen. Sie wurde von Tolbert als

 

" ..eine Brutstätte für revolutionäre und subversive Ideen bezeichnet."

(Keesings Archive der Zeitgeschichte, Bd. 25, S. 29.732).

 

Zu diesem Zeitpunkt wurden Liberias Auslandsschulden mit

 

" ..etwa 800 Millionen Dollar angegeben."

(Ebd., Band 28, S. 31.282).

 

Im April 1980 war man schließlich zu der Auffassung gelangt, dass jetzt die Zeit für die Durchführung der CIA-Pläne reif sei. Eine Gruppe von Putschisten - der 'Erlösungsrat des Volkes' - der sich aus jüngeren Armeeoffizieren zusammensetzte, besetzte den Präsidentenpalast, ermordete Tolbert und seine Minister und rief den Putschistenführer Samuel Doe, einen Stabsfeldfeldwebel, zum Präsidenten des Landes aus. Kurz davor hatte Doe

 

" ..von einer US-Militärmission in Monrovia eine militärische Ausbildung erhalten."

(Ebd., Bd. 26, S. 30.405).

 

Das neue Regime setzte die Verfassung außer Kraft und verbot sämtliche politischen Parteien.

 

Liberias wachsende Abhängigkeit

 

Nach dem Putsch wurde die 'Hilfe' für Liberia seitens der USA aufgestockt:

 

"Zwischen April und Dezember entsandte die US-Regierung vier Missionen nach Liberia."

(Ebd., Bd. 28, S. 31.283).

 

"Seit dem Sturz von Präsident William Tolbert im April 1980 wurde der gesamte Umfang an Finanzhilfen für Liberia von 13.8 Millionen Dollar im Jahre 1980 auf 51.5 Millionen 1981 erhöht."

(Ebd., Bd. 29, S. 32.296).

 

Im April 1981 beteiligten sich die US-Streitkräfte an gemeinsamen Manövern mit der liberianischen Armee, und der US-Zerstörer 'Thorn' ('Dorn') besuchte Monrovia. (Vgl. Keesings Archive der Zeitgeschichte, Bd. 28, S. 31.283).

 

Im Mai 1981 wurde das libysche 'Volksbüro' in Liberia geschlossen und die sowjetische Botschaft in Monrovia angewiesen, ihr Personal von 15 auf sechs Personen zu verringern. Im Juli 1985 wurden die diplomatischen Beziehungen mit der Sowjetunion abgebrochen. (Vgl. ebd.).

 

Im August 1982 begab sich Doe auf einen zweiwöchigen Staatsbesuch in die USA und traf sich dort mit US-Präsident Ronald Reagan. Die US-Regierung erklärte sich bereit, der liberianischen Armee Ausbildungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen, zusammen mit der Bereitstellung von Militärflugzeugen und einer Militär'hilfe' in Höhe von 15 Millionen Dollar allein für das Jahr 1983. (Ebd., Bd. 29, S. 32.296).

 

Im September 1982 bewilligte der International Monetary Fund (Internationale Währungsfonds) Finanz'hilfen' im Wert von insgesamt 88 Millionen Dollar. (Ebd., S. 32. 297).

 

Im Februar 1983 unterzeichnete Liberia eine Vereinbarung mit den USA, wonach dem Ausbau des Internationalen Flughafens Roberts 5 Millionen $ zufließen sollten - gegen die Zusage, dem US-Militär Auftankungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. (Ebd., S. 32.296).

 

Manipulierte Wahlen

 

"Auf Druck Washingtons",

('Financial Times' vom 1. August 1990, S. 4)

 

besonders aber auf den des liberianischen Kongress (Unter- und Oberhaus Liberias - Übers.)

 

" ..der sich von Mr. Does systematischen Menschenrechtsverletzungen alarmiert zeigte",

(Ebd.)

 

..wurde den politischen Parteien gestattet, sich neu zu konstituieren - vorausgesetzt, sie ließen sich von der Regierung registrieren. Das Verbot politischer Parteien wurde aufgehoben. Als die Wahlen im Oktober 1985 abgehalten wurden, waren vier Parteien wieder zugelassen worden:

 

- Does eigene 'Nationaldemokratische Partei' (NDPL),

- die 'Liberianische Vereinigungspartei',

- die 'Liberianische Aktionspartei' sowie

- die 'Einheitspartei'.

 

"Es wurde darauf hingewiesen, dass jene Parteien, die es geschafft hatten, einen legalen Status zu erlangen, als Parteien rechts von der Mitte zu betrachten seien."

(Keesings Archive der Zeitgeschichte, Bd. 32, S. 34.146).

 

Im Oktober 1985 wurden schließlich die Wahlen abgehalten. Danach wurde Doe zum gewählten Präsidenten erklärt. Er hatte 51% der Stimmen erhalten und seine Partei, die NDPL, hatte 22 der 26 Sitze im Senat und 51 von 64 Stimmen im Repräsentantenhaus erhalten. Im November verurteilten sämtliche Oppositionsparteien die Wahlen wegen

 

"Einschüchterungsversuchen und Unregelmäßigkeiten."

(Ebd., Bd. 32, S. 34.147).

 

Sogar der US-Kongress (Senat und Repräsentantenhaus - Übers.) konnte nicht umhin, sie als

 

"Wahlbetrug, begleitet von Nötigungen und Wahlfälschungen"

('Financial Times', 1. August 19990, S. 4).

 

zu bezeichnen.

 

Dennoch war bei Does Amtseinführung der Vertreter der USA anwesend. Außerdem andere Vertreter aus acht weiteren Staaten.

 

Verletzung von Menschenrechten

 

Obwohl die US-Regierung, besonders jedoch der US-Kongress, Lippenbekenntnisse für die Menschenrechte abgaben,

 

" ..sah Washington über willkürliche Verhaftungen, Folterungen und Erschießungen"

('Time', 6. August 1990, S. 27).

 

hinweg sowie über die Tatsache, dass

 

" ..Doe mehr als 500 Millionen Dollar an Wirtschafts- und Militärhilfe für die Niederhaltung seiner innenpolitischen Gegner verwendete."

(Ebd.).

 

Bevor die 'Wahlen' abgehalten worden waren, hatte die liberianische Regierung die für Washington größte 'Verletzung von Menschenrechten' begangen: Sie hatte es unterlassen, die Kredite zurückzuzahlen.

 

Im Juni 1985 beschloss der Internationale Währungsfonds, dass an Liberia keine Kredite mehr ausgezahlt werden dürften, weil das Land es unterlassen habe, rechtzeitig die schätzungsweise 52.4 Millionen Dollar an Zahlungsrückständen auszugleichen.

 

Im November 1985 kündigte Doe ein Sparprogramm an, das auch eine 25prozentige Kürzung der Gehälter von Staatsbeamten vorsah:

 

"Die Maßnahmen wurden als Reaktion auf die Forderungen des IWF (Internationaler Währungsfonds - Übers.) nach Wirtschaftsreformen angesehen."

(Keesings Archive der Zeitgeschichte, Bd. 32, S. 34.148).

 

Im Frühjahr des Jahres 1986 verabschiedeten beide Häuser des US-Kongress Resolutionen, in denen die US-Regierung dazu aufgefordet wurde, die 'Hilfe' für Liberia mit der Begründung auszusetzen, dass die Wahlen von 1985 gefälscht worden seien und dass Does Respektierung der Menschenrechte zu Wünschen übrig ließe. Die US-Regierung wies jedoch die Forderungen des Kongress zurück. Begründung:

 

"Der Präsident habe die Macht zu regieren."

(Ebd., Bd. 33, S. 34.979).

Im April 1986 besuchte der Stellvertretende Minister für Afrikanische Angelegenheiten der USA, Chester Crocker, Liberia und führte sowohl mit Doe als auch mit den Führern der Oppositionsparteien Gespräche. Diese waren im Mai verhaftet worden.

 

Obwohl die 'Wirtschaftshilfe' für Liberia aufgrund eines US-Gesetzes ausgesetzt worden war, weil der Schuldendienst nicht geleistet wurde - die Höhe der Schulden belief sich am 31. März 1986 auf 660 Millionen Dollar - wurde nach Crockers Besuch erklärt, dass die USA bereit seien, dem Land weitere 42 Millionen Dollar an 'Entwicklungshilfe' für das Jahr 1986 zur Verfügung zu stellen. Diese Gelder waren an 'politische Zugeständnisse' der liberianischen Regierung geknüpft. (Vgl. Keesings Archive der Zeitgeschichte, Bd. 33, S. 34.979).

 

Im Januar 1987 besuchte US-Außenminister George Shultz Liberia und drängte

 

" ..Präsident Doe, politische und wirtschaftliche Reformen einzuleiten."

(Ebd.).

 

Shultz bezeichnete die 'Wahl' Does als 'relativ fair'. (Vgl. 'Time' vom 6. August 1990, S. 27) und wies darauf hin, dass Doe

 

" ..in Richtung Demokratie echte Fortschritte gemacht habe."

(Ebd.).

 

Er äußerte jedoch 'ernste Besorgnis' über ein geheimes Waffenlieferungsabkommen, das zwischen Liberia und Rumänien unterzeichnet worden war. Im Oktober 1986 hatte Präsident Doe Rumänien einen offiziellen Besuch abgestattet. (Vgl. Keesings Berichte zu Weltereignissen, Band 33, S. 34.979).

 

Die USA setzten jedoch ihre finanzielle 'Hilfe' für das Land auch noch nach 1987 fort, zu einem Zeitpunkt, als die meisten Geldgeber Liberias ihre 'Zuwendungen' bereits eingestellt hatten. Die Weltbank beispielsweise tat dies im Juni 1987 wegen der aufgelaufenen Zahlungsrückstände der liberianischen Regierung, denen angeblich

 

" ..Korruption und örtliche Misswirtschaft"

('Financial Times', ebd., S. 4).

 

zugrundelägen.

 

Die US-'Hilfe' belief sich 1987 jedoch nur noch auf 36 Millionen US Dollar und fiel 1988 auf 31 Millionen. Die liberianische Regierung wurde ermahnt, dass die 'Hilfe' der USA ganz eingestellt werden könnte, falls nicht 7 Millionen US Dollar bis Mai 1989 zurückgezahlt würden. (Vgl. Keesings Berichte zu Weltereignissen, Bd. 35, S. 36.610).

 

Im Januar 1988 besuchte eine Gruppe von Finanzexperten der USA Liberia und sicherte sich die faktische Kontrolle über die Finanzen der Regierung:

 

"Die Berater ..erhielten Vollmachten, sämtliche Dokumente von Finanztransaktionen der Regierung gegenzuzeichnen."

(Ebd., Bd. 34, S. 35.885).

 

Jedoch wurden die US-Experten von der Doe-Bürokratie so frustriert, dass sie ihren Zwei-Jahres-Vertrag schon nach einem Jahr beendeten.

 

Um diese Zeit (1989) belief sich die Verschuldung Liberias auf insgesamt 1.7 Mrd. US Dollar, wozu noch Zinsnachzahlungen in Höhe von 671 Millionen US Dollar kamen.

 

So kam es, dass 1989 das Doe-Regime für den US-Imperialismus aufgehört hatte, akzeptabel zu sein und sein Geheimdienst wurde erneut damit beauftragt, einen weiteren Putsch zu organisieren, mit dem Ziel, dieses Regime durch ein willfährigeres zu ersetzen.

 

Ein neuer Putsch wird vorbereitet

 

Im Mai 1984 war ein ehemaliger Angestellter der liberianischen Regierung namens Charles Taylor in den USA unter der Anschuldigung verhaftet worden, 1 Millionen Dollar an Staatsgeldern veruntreut zu haben. Später hieß es jedoch, dass er sich der 'Haft entzogen' habe und im Dezember des gleichen Jahres tauchte er an der Elfenbeinküste als Kommandant einer kleineren bewaffneten Einheit auf, die er über die Grenze nach Liberia führte. (Vgl. Keesings Berichte von Weltereignissen, Bd. 30, S. 32.898, Bd. 36, S. 37.174).

 

Im Frühjahr 1990 war Taylors Einheit aber bereits auf 15.000 Mann angewachsen, hatte den Namen 'Nationalpatriotische Streitkräfte Liberias' (NPFL) angenommen, den größten Teil des Landes besetzt und war zu den Vororten Monrovias vorgedrungen. (Vgl. 'Le Monde', 1. August 1990, S. 3 sowie 'The Independent on Sunday', 5. August 1990, S. 14).

 

Die 'Sunday Times' schrieb:

 

"Ein US-Angebot, Doe aus dem Verkehr zu ziehen, wurde abgelehnt. Seine Soldaten sollen ihm zu Verstehen gegeben haben, dass er nicht ohne sie abziehen könne."

('Sunday Times', 5. August 1990, S. 21).

 

Die 'Nationalpatriotischen Streikräfte Liberias' waren jedoch weit davon entfernt, eine disziplinierte Truppe zu sein:

 

"Seine Leute sehen aus, als ob sie auf einem Maskenball gewesen wären. Anstatt in Tarnanzügen laufen sie in buntscheckigen Trainingsanzügen herum. Einige nehmen mit Sturzhelmen an Einsätzen teil, andere ziehen Schlafröcke und Frauenperücken an. ..Plündereien kommen auf allen Seiten en masse vor."

(Ebd.).

 

Die Spaltung der NPFL

 

Im Februar ließ 'Prince' Johnson, einer von Taylors Offizieren,

 

" ..einige aus dem NPFL-Stab wegen angeblicher Plünderungen und Fahnenflucht hinrichten",..

('The Independent on Sunday', 5. August 1990, S. 14).

 

..was Taylors Zorn erregte, und seitdem kam es in der NPFL zur Spaltung und Johnson verließ die Organisation mit etwa 500 bis 1.000 Leuten (Vgl., 'Le Monde', S. 3).

 

Johnson beschuldigte Taylor

 

" ..ein Krimineller und Gauner zu sein."

('Financial Times', 1. August 1990, S. 4).

 

Im Juli 1990, als Taylor

 

" ..sich weigerte, sich Wahlen zu stellen",

('Time', 6. August 1990, S. 27).

 

gelangten die US-Imperialisten zu der Auffassung, dass Taylor für sie genauso wenig akzeptabel sei wie Doe:

 

"Sowohl Mr. Taylor als auch Präsident Samuel Doe - der Mann, den er versucht hatte zu stürzen - werden beide als gefährlich und unannehmbar eingestuft",

('The Independent on Sunday', 5. August 1990, S. 14).

 

..was nichts anderes bedeutete, als dass die USA von nun an Johnson ihre Unterstützung zu geben gedachten.

 

"Man geht davon aus, dass Mr.Johnsons Leute zumindest die stillschweigende Unterstützung der USA genießen. .. Aus diplomatischen Kreisen ist zu vernehmen, dass die Offensive von Mr. Johnson von den USA ausgegangen ist."

(Ebd.)

 

Während Taylors Einheiten noch auf einer 'Firestone'-Gummiplantage ihre Zelte aufgeschlagen hatten, tauchten Ende Juli Johnsons Leute, Taylors Verteidigungsminister Tom Woweiyu zufolge,

 

" ..plötzlich vor den Toren von Does Landsitz auf und die USA halfen, 'Prince' Johnson und seine Kämpfer per Airlift in das Zentrum von Monrovia zu bringen."

(Ebd.).

 

Der Bürgerkrieg in Liberia, an dem sich drei Seiten beteiligten, setzte sich auch dann noch fort, als diese Zeilen geschrieben wurden.

 

In der Zwischenzeit, d.h. am 29. August 1989, wurden mindestens 600 zivile Flüchtlinge, einschließlich Frauen und Babies, von Does Regierungstruppen in der St.Peter's-Lutheran-Kirche massakriert. (Vgl. 'Financial Times' vom 31. Juli 1990, S. 22).