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Bill Bland


DIE KOREANISCHE ARBEITERPARTEI

UND DER REVISIONISMUS





 

Inhalt:


Einleitung

1. Die Definition von Revisionismus

2. Marxistisch-leninistische Fassetten des Kimilsungismus

3. Revisionistische Fassetten des Kimilsungismus

4. Pseudo-Sozialismus

5. Juche

Schlussfolgerung

 

Quelle:

'The International Marxist-Leninist Review', Frühjahr 2000, Band 2

 

Einleitung





In seinem Aufsatz 'Der Kampf der Koreanischen Arbeiterpartei gegen den Revisionismus' stimmt Dermot Hudson der Einschätzung von Nina Andrejewa zu, dass die Kritik der Koreanischen Arbeiterpartei am modernen Revisionismus

"...gründlicher und ausgereifter..."

(Nina Andrejewa, Erklärung auf dem Kopenhagener Seminar zur Juche- Ideologie, 1995, zitiert nach Dermot Hudson, 'Der Kampf der Koreanischen Arbeiterpartei gegen den Modernen Revisionismus', S. 1)

sei als die der Albanischen Partei der Arbeit.

Zwei kurze Zitate reichen aus, um die Fragwürdigkeit von Andrejewas Behauptung aufzuzeigen:


"Nach ihrer Machtergreifung arbeiteten Chruschtschow und seine revisionistische Gruppe folgenden umfassenden Plan aus: Der Marxismus-Leninismus sollte verworfen werden und alle Strömungen und Personen, die entlarvt, attackiert und als Anti-Marxisten besiegt worden warren oder die durch den Marxismus-Leninismus in Aktion liquidiert worden waren, sollten rehabilitiert werden ... . Das bedeutete, dass sowohl Stalin als auch Lenin angegriffen werden mussten... .Heute wird immer deutlicher, dass diese Intriganten, Lügner, Opportunisten und Revisionisten all diese Dinge ganz offen tun ... . Unsere Partei ist der festen Überzeugung, dass diese monströsen Anschuldigungen und Verleumdungen gegen Stalin erhoben wurden, um nicht nur ihn als Person zu diskreditieren, sondern auch das Werk dieses großen Marxisten-Leninisten ... . Chruschtschow und seine Gruppe befinden sich auf einem revisionistischen Weg."

(Enver Hoxha, Schlussrede auf dem 21. Plenum des ZK der Partei der Arbeit Albaniens, Dezember 1960, in: 'Gesammelte Werke', Band 3, Tirana 1980, S. 167-68, 169)



Im Unterschied dazu hatten nach Ansicht der nordkoreanischen Delegation, die sich im Juli 1961 in Moskau aufhielt und dort eine gemeinsame Erklärung unterschrieb, die Gespräche, die dort geführt worden waren, eine " ... 'vollständige Übereinstimmung der Ansichten' zwischen den sowjetischen und nordkoreanischen Verantwortlichen in Fragen die internationale kommunistische Bewegung betreffend ergeben." (Gemeinsames sowjetisch-koreanisches Kommunique vom 10. Juli 1961, in:'Keesings Archiv für Zeitgeschichte', Band 13, S. 18, 246)


Dabei erkannte die Koreanische Arbeiterpartei die von Chruschtschow geführte KP der Sowjetunion als " ... die international anerkannte Vorhut der weltweiten kommunistischen Bewegung" (ebenda) an.

Darüberhinaus behauptet Dermot Hudson, dass die Koreanische Arbeiterpartei der Meinung sei, dass " ... der moderne Revisionismus schon in den 50iger Jahren entstand und ... und nicht erst ein Phänomen der späten 80iger Jahre ist, das mit Gorbatschow zusammenhängt." (D. Hudson, ebenda)


Und dennoch: Als Kim Il sung im Oktober 1986 die Sowjetunion besuchte, brachte er gegenüber den sozio-ökonomischen Reformen, die auf dem 27. Parteitag der KPdSU verabschiedet worden waren, seine Unterstützung zum Ausdruck und pries in seiner Tischrede Gorbatschow, als er sagte:


"Dieser Wandel, der sich jetzt in der Sowjetunion ereignet, wäre undenkbar ohne die entschlossenen Taten des Genossen M.S. Gorbatschow, einem standhaften Marxisten-Leninisten." (Kim Il Sung, Moskauer Tischrede vom 24. Oktober 1986, in: 'Dae-Bo Byun, 'Nord Koreas Außenpolitik. Die Juche-Ideologie und die Herausforderung durch Gorbatschows Neues Denken', Seoul 1991, S. 186)


Daraus ergibt sich, dass die Einstellung der Koreanischen Arbeiterpartei gegenüber dem Revisionismus keineswegs eine prinzipienfeste Opposition seit den 50iger Jahren darstellt, so wie dies D. Hudson unterstellt. zurück zum Inhalt



1. Die Definition von Revisionismus



Lenins Definition von Revisionismus ist die, dass er " ... eine Strömung innerhalb des Marxismus darstellt, die dem Marxismus feindlich gegenübersteht." (Wladimir I. Lenin, 'Marxismus und Revisionismus', in: 'Gesammelte Werke', Band 11, London 1943, S. 704)


Eine vielleicht etwas umfassendere Definition wäre die, dass der Revisionismus eine Ideologie darstellt, die behauptet, eine Weiterentwicklung des Marxismus zu sein, jedoch in Wirklichkeit eine Abweichung vom Marxismus ist, die den anti-sozialistischen Zielen der kapitalistischen Klasse Vorschub leistet. Es leuchtet ein, dass der Revisionismus nur für Leute eine direkte Relevanz hat, die meinen, sie seien Marxisten. In dem Maße wie er in der Lage ist, solche Leute von seiner Gültigkeit zu überzeugen, unterscheiden sie sich von wahren Marxisten und lenkt ihre Aktivitäten in anti-marxistische Bahnen. Der Kampf gegen den Revisionismus ist deshalb vor allem in einer Zeit, in der eine marxistisch-leninistische Partei aufgebaut werden soll und in Ländern von Bedeutung, in denen noch keine solche Partei existiert. Einige Genossen haben keine Probleme damit, den revisionistischen Charakter chruschtschowscher Prägung in der Art des 'Britischen Wegs zum Sozialismus' (das revisionistische Programm der KP Großbritanniens - Übers.) zu durchschauen, der eindeutig anti-revolutionär ist. Sie verstehen jedoch oft nicht andere Formen des Revisionismus.

Aber wenn wir sagen, dass der 'Revisionismus die anti-sozialistischen Ziele der kapitalistischen Klasse' unterstützt, dann muss man versuchen zu verstehen, dass die anti-sozialistischen Ziele aller kapitalistischer Klassen nicht einem einheitlichen Schema entsprechen, so dass wir verschiedene Arten von Revisionismus unterscheiden müssen, die diesen unterschiedlichen Zielen der kapitalistischen Klassen entsprechen.

Insbesondere unterscheiden sich die Ziele von Revisionisten in entwickelten kapitalistischen Ländern von jenen von Revisionisten in kolonialartigen Ländern. Jene nehmen dort die Gestalt von einem Revisionismus chruschtschowscher Prägung an wie der Revisionismus vom Typ der 'Britischen Wegs zum Sozialismus'. Der Revisionismus in kolonialartigen Ländern hingegen ist bis zu einem bestimmten Grade revolutionär, was den Wunsch der nationalen Bourgeoisien in kolonialartigen Ländern widerspiegelt, das nationaldemokratische Stadium des revolutionären Prozesses zu durchschreiten, diesen Prozess aber rechtzeitig anzuhalten, damit er sich nicht bis zum sozialistischen Stadium fortsetzt. Diese zweite Form von Revisionismus ist die der 'Mao-Tse-tung-Ideen' oder, wie wir sehen werden, die des 'Kimilsungismus'.zurück zum Inhalt

2. Marxistisch-leninistische Fassetten des Kimilsungismus


In einigen wichtigen Beziehungen befindet sich der Kimilsungismus in voller Übereinstimmung mit den marxistisch-leninistischen Prinzipien des revolutionären Prozesses in kolonialartigen Ländern. Zu diesen Prinzipien gehört

 

1. ... dass der revolutionäre Prozess in solchen Ländern aus zwei Etappen besteht: aus der der nationaldemokratischen Revolution und der der sozialistischen. In dem ersten Stadium steht 'das koreanische Volk vor der Aufgabe, eine anti-imperialistische, anti-feudal demokratische Revolution durchzuführen'.(Kim Il Sung, 'Über den Aufbau des Neuen Korea und die Nationale Befreiungsfront', in: 'Gesammelte Werke', Band 1, Pyongyang 1975, S. 3)

"Kim Il Sung ... wies auf die Notwendigkeit hin, die Revolution nach der Vollendung der anti-imperialistischen, anti-feudal demokratischen Revolution fortzusetzen, um eine sozialistisch-kommunistische Gesellschaft aufbauen zu können." (Kim Han Gil, 'Moderne Geschichte Koreas', Pyongyang 1979, S. 34)


2. ... dass die marxistisch-leninistische Partei ihr Möglichstes tun muss, um ein Maximum an Klassenkräften für jede Etappe der Revolution zu mobilisieren:

"Es ist nur dann möglich, den mächtigeren Feind zu besiegen, wenn man sich unbedingt auf die gründlichste, vorsichtigste, umsichtigste und geschickteste Weise jede, ja jede kleinste Gelegenheit zunutze macht, einen Massenverbündeten zu gewinnen, auch wenn dieser Verbündete nur ein zeitweiliger, schwankender, labiler, unzuverlässiger und bedingter Verbündeter sein mag. Die Leute, die das nicht einsehen können, die haben auch nicht das kleinste Bisschen vom Marxismus verstanden." (Wladimir I. Lenin, 'Der 'linke' Radikalismus: die Kinderkrankheit des Kommunismus', in: 'Gesammelte Werke', Band 10, London 1946, S. 112)


"Die kommunistische Partei eines jeden Landes muss unbedingt jede auch noch so kleine Gelegenheit ausnutzen, um für das Proletariat einen Massen- verbündeten zu finden, auch wenn dieser Verbündete nur ein zeitweiliger, schwankender und wenig zuverlässiger Verbündeter ist." (Josef W. Stalin, 'Anmerkungen zu zeitgenössischen Themen', in: 'Werke', Band 9, Moskau 1954, S. 337)


3. ... dass im ersten Stadium des revolutionären Prozesses, dem demokratischen Stadium, zu diesen Kräften auch die nationale Bourgeoisie gehört:


"Um eine Demokratische Volksrepublik zu errichten, ist es notwendig, eine vereinigte Front aus allen patriotisch gesinnten demokratischen Kräften, einschließlich ... der nationalen Kapitalisten, zu bilden." (Kim Il Sung, ebenda, S. 4)


"Die nationalen Kapitalisten haben sich an der demokratischen Revolution beteiligt." ('Die sozialistische Transformation des privaten Handels und der Industrie in Korea', Pyongyang 1977, S. 20)


4. ...dass die Partei sich bemühen sollte, die führende Rolle in diesem Stadium der Revolution zu erlangen:


"Im Kampf um die Errichtung einer Demokratischen Volksrepublik sollten die Kommunisten ... sich an der Spitze der Volksmassen befinden und sie anführen." (Kim Il Sung, ebenda, S.5) zurück zum Inhalt



3. Revisionistische Fassetten des Kimilsungismus


Die revisionistischen Fassetten des Kimilsungismus beziehen sich auf die Periode des Übergangs zur sozialistischen Revolution und auf die sozialistische Revolution selbst.


Die Frage der Diktatur des Proletariats.


Dem Marxismus-Leninismus zufolge ist es nur möglich, den Sozialismus aufzubauen, wenn vorher die Diktatur des Proletariats errichtet wurde.


"Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode des Übergangs von der einen in die andere Gesellschaft. Dem entspricht eine Periode des politischen Übergangs, in der der Staat nichts anderes sein kann als die revolutionäre Diktatur des Poletariats." (Programm der Kommunistischen Internationale, in: Jane Degras, Hrsg., 'Die Kommunistische Internationale: 1919-1943. Dokumente', Band 2, London 1971, S. 490)

"Die Revolution wird nicht in der Lage sein, den Widerstand der Bourgeoisie zu brechen, ihren Siegeszug fortzusetzen und zum schließlichen Sieg des Sozialismus voranzuschreiten, wenn sie nicht in einem bestimmten Stadium ihrer Entwicklung ein besonderes Organ in der Form der Diktatur des Proletariats schafft, das ihr als Hauptstützpunkt dienen kann." (Josef W. Stalin, 'Die Grundlagen des Leninismus', in: 'Werke', Band 6, Moskau 1963, S. 112)


Dem Kimilsungismus zufolge ist jedoch die Diktatur des Proletariats in einem kolonialartigen Land wie Korea unnötig:


"Die Demokatie, die wir anstreben, unterscheidet sich grundsätzlich von der in westlichen kapitalistischen Ländern, aber sie ist auch keine sklavische Kopie von der in einem sozialistischen Land ... . Unsere Demokratie stellt eine neue Art von Demokratie dar, die der Realität Koreas am besten gerecht wird." (Kim Il Sung, 'Über fortschrittliche Demokratie', in 'Werke', Band 1, Pyongyang 1980, S. 257)


"Die Errichtung der Diktatur des Proletariats durch Gewalt war in einigen Ländern das letzte Mittel ... In der nördlichen Hälfte ( von Korea - Verf.) ... war dies nicht nötig." (Baik Bong, 'Kim Il Sung. Biografie', Band 2, Beirut 1973, S. 176)


Dementsprechend wurde die Volksdemokratische Republik Korea, die im September 1948 in Nord Korea errichtet wurde, offiziell als ein Staat umschrieben, in dem mehrere Klassen gemeinsam die Diktatur ausüben - die nationalen Kapitalisten eingeschlossen:


"Eine volksdemokratische Republik ... muss durch die Herstellung einer demokratischen Einheitsfront ... , welche sogar die nationalen Kapitalisten einschließt, errichtet werden." (Kim Il Sung, 'Über den Aufbau des Neuen Korea und die nationale Einheit', in: 'Werke', Band 1, Pyongyang 1980, S. 298)


Dem Marxismus-Leninismus zufolge stellt die Diktatur des Proletariats einen Staat dar, in dem das Proletariat die Macht allein ausübt und diese nicht mit anderen Klassen teilt:


"Die Klasse, die die politische Macht an sich riss, tat dies in dem Wissen, dass es ihr alleiniges Werk war. Das ist etwas, was zum Wesen der Diktatur des Proletariats gehört. Sie hat nur dann Sinn, wenn eine Klasse weiß, dass sie allein die Macht erobert." (Wladimir I. Lenin, Rede vor dem landesweiten Kongress der russischen Transportarbeiter, in: 'Gesammelte Werke', Band 32, Moskau 1965, S. 273- 74)


"Die Klasse der Proletarier ... teilt nicht die Macht mit anderen Klassen und kann dies auch nicht tun." (Josef W. Stalin, 'Fragen den Leninismus betreffend', in: 'Werke', Band 8, Moskau 1954, S. 27)


In Verletzung dieser marxistisch-leninistischen Prinzipien stellte um 1958 herum die Parteiführung der Koreanischen Arbeiterpartei den Staat der gemeinsamen Diktatur verschiedener Klassen, einschließlich der Bourgeoisie, als einen Staat hin, der 'unter die Kategorie der Diktatur des Proletariats fällt'.


"Einige Leute sind der Meinung, dass unsere Volksmacht nicht eine Regierung ist, die eine Diktatur des Proletariats darstellt, weil sie sich auf eine vereinigte Front stützt. Das ist eine völlig falsche Vorstellung. Heute ist unsere Volksmacht eine Staatsmacht, die unter die Kategorie der Diktatur des Proletariats fällt." (Kim Il Sung, 'Für die erfolgreiche Verwirklichung des Ersten Fünfjahrplans', in: 'Werke', Band 12, Pyongyang 1983, S. 115)


Der Übergang zum Stadium der sozialistischen Revolution.


Der Marxismus-Leninismus behauptet, dass beim Übergang vom nationaldemokratischen Stadium des revolutionären Prozesses hin zum sozialistischen


" ... das Proletariat die nationale Bourgeoisie zur Seite stößt." (Josef W. Stalin, 'Fragen der Chinesischen Revolution', in: 'Werke', Band 9, Moskau 1954, S. 225)


Unter Verletzung dieses marxistisch-leninistischen Prinzips hält der Kimilsungismus daran fest, dass der Übergang zum sozialistischen Stadium des revolutionären Pro zesses im Bündnis mit der nationalen Bourgeoisie vollzogen werden kann:


"Die Unternehmer und Händler unseres Landes sind unsere Sympathisanten ... , nicht nur bei der Durchführung der demokratischen Revolution, sondern auch beim Aufbau des Sozialismus." (Kim Il Sung, 'Über die unmittelbaren Augaben der Volksmacht beim sozialistischen Aufbau', in: 'Gesammelte Werke', Band 2, Pyongyang 1975, S. 37)


"Von Anfang an bestand unsere Politik gegenüber der nationalen Bourgeoisie nicht nur darin, mit ihr zusammen die anti-imperialistische, antifeudal demokratische Revolution durchzuführen, sondern sie auch mit uns zusammen zu einer sozialistisch-kommunistischen Gesellschaft zu führen." (Kim Il Sung,'Lasst uns das sozialistische System in unserem Lande weiter festigen', 'Gesammelte Werke', Band 6, Pyongyang 1975, S. 317)


"Die nationalen Kapitalisten ... unterstützten die Orientierung der Partei einer sozialistischen Revolution". ('Die sozialistische Umwandlung von privatem Handel und privater Industrie in Korea', Pyongyang 1977, S. 20)


Die friedliche Umerziehung der nationalen Kapitalisten.

 

Der Kimilsungismus behauptet, dass es zwar das 'Risiko' eines Klassenkampfes zwischen der Arbeiterklasse und der nationalen Bourgeoisie in einem kolonialartigen Land geben kann, dass dieser jedoch friedlich beigelegt werden kann. Er kann dadurch friedlich beigelegt werden, dass die nationalen Kapitalisten durch Umerziehung und Überzeugungsarbeit zu arbeitenden Menschen umgeformt werden:


"Die kapitalistischen Elemente in Stadt und Land müssen auf sozialistische Weise ... umerzogen werden, statt sie zu enteignen." (Kim Il Sung, 'Alles für die Wiedervereinigung des Landes und für den sozialistischen Aufbau der nördlichen Hälfte der Republik', in: 'Werke', Band 9, Pyongyang 1982, S. 201)


"Die sozialistische Umgestaltung von privatem Handel und Industrie ... verlief parallel zur Umerziehung der Menschen, mit dem Ergebnis, dass private Händler und Hersteller in arbeitende sozialistische Menschen verwandelt wurden." ( Kim Han Gil, ebenda, S. 387)


"Da unsere Partei eine Politik der friedlichen Umformung von kapitalistischen Händlern und Fabrikanten verfolgte, statt sie zu enteignen, konnte der Klassenkampf nur einen besonderen Charakter annehmen. Der Klassenkampf, der die sozialistische Umgestaltung des kapitalistischen Handels und der Industrie begleitete, wurde hauptsächlich durch Überzeugung und Erziehung entfaltet." ('Die sozialistische Umwandlung von privatem Handel und privater Industrie in Korea', Pyongyang 1977, S. 26)


Schon im April 1929 verspottete Stalin die revisionistische These von der 'Umerziehung' der Kapitalisten:


"Bis heute sind wir Marxisten-Leninisten der Meinung, dass es zwischen den Kapitalisten in Stadt und Land auf der einen Seite und der Arbeiterklasse auf der anderen einen unversöhnlichen Interessengegensatz gibt. Das ist es, worauf die marxistisch-leninistische Theorie vom Klassenkampf beruht. Aber nach Bucharins Theorie vom friedlichen Hineinwachsen der Kapitalisten in den Sozialismus wird all dies völlig auf den Kopf gestellt. Der unversöhnliche Klassengegensatz zwischen den Ausbeutern und den Ausgebeuteten verschwindet. Die Ausbeuter wachsen in den Sozialismus hinein ... .Das eine oder das andere: Entweder Marx Theorie vom Klassenkampf oder die Theorie, dass die Kapitalisten in den Sozialismus hineinwachsen." (Josef W. Stalin, 'Die rechte Abweichung in der KPdSU(B)', in: 'Werke', Band 12, Moskau 1955, S. 32, 33) zurück zum Inhalt

 

4. Pseudo-Sozialismus



Wenn in Nord Korea eine neue Gesellschaft zusammen mit der nationalen Bourgeoisie aufgebaut wurde, dann kann es sich dem Marxismus-Leninismus zufolge nicht um eine echte sozialistische Gesellschaft, sondern dann muss es sich um eine pseudo-sozialistische Gesellschaft handeln.

Nun unterscheidet sich der Kimilsungismus vom Maoismus dadurch, dass er die Strategie, gemeinsame staatskapitalistische (gemeinsame staatlich-private) Unternehmen zu gründen, zurückweist und dafür ist, 'Kooperativen' zusammen mit den nationalen Kapitalisten zu bilden:


"Unser Land war das erste, das kapitalistische Händler und Hersteller durch die Nutzung der kooperativen Wirtschaft auf sozialistische Weise umerzogen

hat. ... . Das ist eine ganz neue Erfahrung." ('Sozialistische Umwandlung von privatem Handel und privater Industrie in Korea', Pyongyang 1977, S. 28)

"Genosse Kim Il Sung behauptete, dass, im Unterschied zu einigen anderen sozialistischen Ländern, es für die friedliche Umwandlung des kapitalistischen Handels und der Industrie vollständig unnötig sei, die Form des Staatskapitalismus zu wählen." (Baik Bong, ebenda, Band 2, S. 520)


Dieser Prozess der Vergenossenschaftlichung wurde den nationalen Kapitalisten nicht aufgezwungen, sondern war ein vollständig freiwilliger Prozess:

"Unsere Partei machte sich die Linie der Umwandlung des kapitalistischen Handels und der Industrie auf sozialistischer Basis zueigen und achtete darauf, dass die kapitalistischen Händler und Hersteller sich verschiedenen Modellen der kooperativen Wirtschaft unter strenger Beachtung des Prinzips der Freiwilligkeit anschließen konnten." (Kim Il Sung, 'Lasst uns das sozialistische System unseres Landes weiter festigen', in: 'Gesammelte Werke', Band 6, Pyongyang 1975, S. 317)


"Die wichtige Forderung des Prinzips der Freiwilligkeit besteht darin, ... sich auf jeden Fall vor Methoden des Zwangs bei der Vergenossenschaftlichung zu hüten und diese Bewegung unter Respektierung des freien Willens der privaten Händler und Hersteller zu organisieren." ('Die sozialistische Umwandlung von privatem Handel und privater Industrie in Korea', Pyongyang 1977, S. 31)


Von den drei Modellen von Kooperativen, die in Korea eingeführt wurden, waren zwei auch für die nationalen Kapitalisten vorgesehen, denen sie, falls sie dies wünschten, beitreten konnten. Beim zweiten Modell einer Kooperative wurde den Kapitalisten, falls sie eintraten, ein Zinssatz auf ihr eingebrachtes Kapital ausgezahlt:


"Die zweite Form ( einer Kooperation - Verf.) war eine halb-sozialistische Form, bei der die Produktionsmittel einer gemeinsamen genossenschaftlich-privaten Kontrolle unterstanden und bei der sowohl das sozialistische Verteilungsprinzip nach der geleisteten Arbeit als auch dasjenige nach dem eingebrachten Kapitalanteil zur Anwendung kamen. Die dritte Form war eine vollständig sozialistische, bei der ... nur das sozialistische Verteilungsprinzip zum Zuge kam." (Kim Han Gil, ebenda, S. 387)


Also, den nationalen Kapitalisten stand nicht nur frei zu entscheiden, ob sie einer Kooperative beitreten wollten, sondern auch, welcher Form sie sich anzuschließen gedachten:


"Das Entscheidende am Prinzip der Freiwilligkeit besteht darin, dass die privaten Händler und Hersteller ... sich die Form (der Kooperation - Verf.) selbst aussuchen können und ihnen nicht irgendeine aufgezwungen wird." ('Die sozialistische Umwandlung von privatem Handel und privater Industrie in Korea', Pyongyang 1977, S. 72)


"Das Prinzip der Freiwilligkeit sowie das des gegenseitigen Vorteils wurden bei der kooperativen Umwandlung von kapitalistischen Händlern und Herstellern beachtet." (Baik Bong, ebenda, Band 2, S. 520)


Nicht von ungefähr entschieden sich die meisten nationalen Kapitalisten für die zweite Form der Kooperation, weil sie dadurch " ... eine angemessene Dividende auf ihre Investition erzielen konnten." ('Die sozialistische Umwandlung von privatem Handel und privater Industrie in Korea', Pyongyang 1977, S. 143)


"Die zweite Form (der Kooperation - Verf.) war bei kapitalistischen Händlern und Industriellen beliebt. Es handelte sich dabei um eine vernünftige Form, die für die Kapitalisten sofort annehmbar war, weil die Verteilung dem Betrag des eingebrachten Kapitals entsprechend geregelt wurde." (Kim Han Gil, ebenda, S. 387)


Also: Nach Ansicht der Koreanischen Arbeiterpartei verwandelte der bloße Akt des Beitritts zu einer Kooperative die nationalen Kapitalisten in 'arbeitende sozialistische Menschen':


"Durch ihren Beitritt zu Produktionsgenossenschaften wurden die Unternehmer und Händler ... in arbeitende sozialistische Menschen verwandelt." (Kim Il Sung, 'Die Demokratische Volksrepublik ist das Banner von Freiheit und Unabhängigkeit für Unser Volk ... ', in: 'Gesammelte Werke', Band 5, Pyongyang 1975, S. 151)


Schon im August 1958 " ... belief sich der Anteil von privaten Händlern und Industriellen, die sich den Kooperativen angeschlossen hatten, auf ... 100% ... ." ('Die sozialistische Umwandlung von privaterm Handel und privater Industrie in Korea', Pyongyang 1977, S. 153)


Vor diesem Hintergrund konnte Kim Il Sung dann im September 1958 erklären:

"Die sozialistische Umwandlung der Produktionsverhältnisse ist jetzt abgeschlossen. ... Unsere Gesellschaft ist zu einer sozialistischen geworden." (Kim Il Sung, 'Gegen passive Tendenzen und Konservatismus beim sozialistischen Aufbau', in: 'Gesammelte Werke', Band 2, Pyongyang 1975, S.233)

 

Dem Führer folgen.

 

Der Marxismus-Leninismus verurteilt die Auffassung von der Loyalität gegenüber einem Einzelnen. Dazu Stalin in einem Brief vom April 1930:

"Sie sprechen von Ihrer 'Ergebenheit' mir gegenüber. ...Ich würde Ihnen raten, das 'Prinzip' der Ergebenheir gegenüber Personen aufzugeben. Das ist unbolschewistisch. Seien Sie der Arbeiterklasse gegenüber ergeben, ihrer Partei, ihrem Staat. Das ist eine gute und nützliche Sache. Aber verwechseln Sie das nicht mit der Ergebenheit Individuen gegenüber. Das ist eitles und unnützes Geschwätz von charakterschwachen Intellektuellen." (Josef W. Stalin, Brief an den Genossen Schatunowski, August 1930, in: 'Werke', Band 13, Moskau 1955, S. 20)


...und in einem Gespräch mit dem deutschen Schriftsteller Emil Ludwig im Dezember 1931:

"Entscheidungen von Individuen sind immer oder fast immer einseitige Entscheidungen ... . Von 100 Entscheidungen, die von Einzelpersonen getroffen werden, ohne dass sie kollektiv überprüft und berichtigt wurden, sind ungefähr 90 einseitig." (Josef W. Stalin, Gespräch mit dem deutschen Schriftsteller Emil Ludwig, in: 'Werke', Band 13, Moskau 1955, S. 109)


Im Unterschied dazu behauptet der Kimilsungismus, dass der Führer der Entscheidungsträger der Politik ist, dem gegenüber Gefolgsschaftstreue zu leisten eine unverzichtbare Notwendigkeit ist:


"Die Linie und die Politik der Partei, ihre Strategie und Taktik werden vom Führer der Partei entwickelt ... . Der Führer ist das höchste Kontrollorgan der der Partei und die Führung der Partei ist genaugenommen seine Führung. Ohne Schwankungen dem Führer Loyalität zu erweisen ... ist eine natürliche kommunistische Pflicht." (Kim Jong Il, 'Die Arbeiterpartei Koreas ist eine Juche-Partei', in: 'Über die Verbreitung des Juche-Gedankens', Pyongyang 1995, S. 86, 96, 106)


"Der revolutionäre Kampf vollzieht sich unter der Leitung des Führers und in Übereinstimmung mit seinen Ideen und seinem Willen ... . Je getreuer wir uns der Ideologie und dem Willen des Führers gegenüber verhalten, ... ein umso lebenswerteres Leben ... werden wir genießen können." (Kim Jong Il, 'Über die Verankerung der Juche-Weltanschauung in der Revolution', in: 'Über die Verbreitung des Juche-Gedankens', Pyongyang 1995, S. 195)


Diese anti-marxistisch-leninistischen Auffasungen führten zu einem übertriebenen Personenkult sowohl bei Kim Il Sung als auch bei seinem Sohn und Nachfolger Kim Jong Il:

"Der Personenkult, so wie er in Nord Korea praktiziert wird, ist einzigartig. Zum Beispiel werden die Geburtstage der beiden Kims planvoll gefeiert. Die Vorbereitungen zu den Feiern zu Kim Il Sungs 80. Geburtstag beschäftigten Tausende von Menschen, jung und alt, und dauerten bis tief in den Mai hinein. Die Kosten wurden auf fast 1 Milliarde Dollar

geschätzt, einschließlich vieler Millionen, die für die etwa 3000 Künstler aus achtzig verschiedenen Ländern ausgegeben wurden." (Pong S. Lee, 'Die nordkoreanische Wirtschaft. Herausforderungen und Perspektiven', in: 'Sung Yeung Kwack, Hrsg., 'Die koreanische Wirtschaft am Scheideweg. Entwicklungsperspektiven, Liberalisierung und die wirtschaftliche Nord-Süd-Integration', Westport, USA 1994, S. 183)


Dazu Kim Il Sungs Biograf:

"Die nationale Geschichtsschreibung aller Länder berichtet von gefeierten Helden und Führern. Wenn man sich mit ihr beschäftigt, dann wird man kaum auf Berichte stoßen, in denen die Rede ist von einem solchen Nationalhelden, von einem solch hervorragenden Führer wie den Genossen Kim Il Sung, der der Revolution in seinem eigenen Land und der Weltrevolution einen solch bemerkenswerten Dienst erwiesen hat ... . Wo gibt es in der Geschichte einen Führer wie ihn? ... . Wo gibt es einen Führer, der mit all diesen Eigenschaften ausgestattet ist, einen hervorragenden Führer mit einer so reichen Erfahrung, die ihn in die Lage versetzt hat, die großartigsten revolutionären Heldentaten zu vollbringen und das sogar in den Orkanen der sich lang hinziehenden Revolution? Wo gibt es einen Führer, der sich mit unserem Genossen Kim Il Sung vergleichen ließe, der ausgestattet ist mit der Weisheit eines Genies und unbezähmbarem Kampfeswillen und Ausdauer, mit tiefschürfender revolutionärer Theorie ...?" (Baik Bong, ebenda, Band 3, S. 621, 633)


Kim Jong Il seinerseits wird in einer Biografie aus dem Jahre 1991 beschrieben als " ... großer Denker und Theoretiker, herorragendes Führungsgenie, grenzenlos gutherziger Lehrer des Volkes und der große Mann dieses Jahrhunderts." (Choe In Su, 'Kim Jong Il. Der Volksführer', Band 2, Pyongyang 1991, S. 374)


Manchmal wird sogar angedeutet, dass die Kims göttliche Eigenschaften besitzen. Als Kim Jong Il zum Generalsekretär der Koreanischen Arbeiterpartei ernannt wurde, berichtete die amtliche Koreanische Zentrale Nachrichtenagentur von wundersamen Ereignissen am Paektu-Berg, dort, wo Kim Jong Il geboren wurde:


"Um ungefähr 05.10, als das Sonderkommunique die Menschen über die Wahl von General Kim Jong Il zum Generalsekretär der Koreanischen Arbeiterpartei informierte, erschien eine bunte Wolke über dem Paektu ... . Seine Ränder färbten sich in sieben Farben ... . In diesem Moment waren mysteriöse Geräusche, die an Jubel und Applaus erinnerten, über der Oberfläche des Chon-Sees zu hören ... . Als die Einwohner dieses wunderbare Naturschauspiel sahen, sagten sie, dass auch die Natur Kim Jong Ils Wahl feierte." (Verlautbarung der Koreanischen Zentralen Nachrichtenagentur vom 20. Oktober 1997, S. 3) zurück zum Inhalt

5. Juche

 

Mit Beginn der 30iger Jahre wurde der Begriff 'Juche' zunehmend in der Koreanischen Arbeiterpartei verwendet, um ihre politische Linie zu umschreiben. Es ist

ein koreanisches Wort, das gewöhnlich mit '...Bauen auf die eigenen Kräfte' übersetzt wird. ('Europa World Year Book 1999', Band 2, London 1999, S. 2, 061)

 

Kim Jong Il zufolge erläuterte Kim Il Sung im Juni 1930

" ... die Prinzipien der Juche-Idee auf einem Treffen von führenden Funktionären des Bundes der Jungkommunisten sowie des Anti-imperialisti-

schen Jugendbundes, das in Kalun im Juni 1930 stattfand." (Kim Jong Il, 'Über die Juche-Idee', in: 'Über die Verbreitung der Juche- Idee', Pyongyang 1995, S. 13)


Ursprünglich wurde 'Juche' als Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus aufgefasst:

 

"Die Juche-Idee übernimmt vom Marxismus-Leninismus alle revolutionären Prinzipien. ... Sie gibt die ideologischen und theoretischen Errungenschaften des Marxismus Leninismus nicht auf, sondern entwickelt sie weiter und bereichert sie." (Kim Jong Il, 'Über einige Probleme der Erziehung im Zusammenhang mit der Juche-Idee', in: 'Über die Verbreitung der Juche-Idee', Pyongyang 1995, S. 148-49)

 

Im April 1992 wurde jedoch die Verfassung der Demokratischen Volksrepublik von Korea geändert

" ... um den Bezug auf den Marxismus-Leninismus zu tilgen und ihn zu ersetzen durch den Bezug auf Kim Il Sungs Juche-Ideologie." ('Keesings Berichte von Weltereignissen', Band 39, S. R73)


Artikel 3 der neuen Verfassung lautet:


"Die Demokratische Volksrepublik von Korea lässt sich bei ihren Aktivitäten von der Juche-Idee leiten, einer Weltanschauung, die in ihren Mittelpunkt die Menschen stellt, einer revolutionären Ideologie, die darauf abzielt, die Unabhängigkeit der Massen des Volkes zu erringen." ('Sozialistische Verfassung der Demokratischen Volksrepublik von Korea', Pyongyang 1993, S. 1)


Der demagogische Charakter der Erklärungen, dass es die Politik der Koreanischen Arbeiterpartei sei, das Bauen auf die eigenen Kräfte zu fördern, wird durch ihre der-

zeitige Politik verdeutlicht - etwa mit Beginn der 80iger Jahre - , die darin besteht, ausländische Investoren zu ermuntern, in Nordkorea zu investieren, Gemeinschafts-

unternehmen mit dem Auslandskapital zu gründen und 'besondere Wirtschaftszonen' nach chinesischem Vorbild einzurichten:


"Der Staat wird Einrichtungen, Unternehmungen und Organisationen in unserem Land dazu anhalten, mit ausländischen Gesellschaften und Individuen

Joint Ventures und Kooperationsunternehmen einzugehen." ('Sozialistische Verfassung der Demokratischen Volksrepublik von Korea', Pyongyang 1993, S. 9)


Die neue Verfassung fördert tatsächlich


" ...Auslandsinvestitionen und garantiert die Rechte und Profite von Ausländern, die in Nord Korea aktiv sind." ('Keesings Berichte von Weltereignissen', Band 39, S. R73)

... und im Oktober 1992 billigte der Ständige Ausschuss der Obersten Volksversammlung Nord Koreas erstes Gesetz über Auslandsinvestitionen:

 

"Das neue Gesetz gestattete ausländischen Investoren, Unternehmen mit eigener Kapitalbeteiligung sowie andere Gemeinschaftsunternehmen auf vertraglicher Grundlage zu gründen, und in besonderen Wirtschaftszonen hatten sie sogar die Möglichkeit, Unternehmen zu errichten, die sich vollständig in ausländischer Hand befanden. Die ausländischen Unternehmen erhielten das Recht, einen Teil ihres Gewinns ins Ausland zu überweisen." ('Keesings Berichte von Weltereignissen', Band 38, S. 141-42)


Schon 1991


" ... verkündete die Regierung die Schaffung einer besonderen Wirtschaftszone mit einer Gesamtfläche von 621 Quadratkilometern, ...die im März 1993 auf 742 Quadratkilometer erweitert wurde. ... . Eine Fülle weiterer Gesetze folgte, die den rechtlichen Rahmen für Auslandsfirmen, die in Nord Korea

aktiv sind, schufen." ( Marcus Noland, 'Perspektiven einer nordkoreanischen ökonomischen Öffnung', in: 'Thomas H. Hendriksen & Jongryn Mo, Hrsg.: 'Nord Korea nach Kim Il Sung', Stanford, USA 1997, S. 55-56)


"Etwa 80 Joint Ventures sind bereits in Nord Korea errichtet worden. Die meisten von ihnen werden von Japanern geführt, die ständig in Korea ansässig

sind." (Dae-Ho Bryn, 'Nord Koreas Außenpolitik. Die Juche-Ideologie und die Herausforderungen durch Gorbatschows Neues Denken', Seoul 1991, S. 223)


Abgleiten in den philosophischen Idealismus.


Der Vorwand, der vom Kimilsungismus für die Revision des Marxismus genannt wird, ist der, dass 'er inzwischen veraltet' ist:


"Der Marxismus ... vertrat einen geschichtlichen Zeitabschnitt, als die Arbeiterklasse in der historischen Arena auftrat und gegen das Kapital einen Kampf entfaltete. ... Die Zeiten haben sich jedoch geändert und die Geschichte ist weiter vorangeschritten, so dass der Marxismus unvermeidliche historische

Einschränkungen erfahren hat." ( Kim Jong Il, 'Die geschichtliche Lehre beim Aufbau des Sozialismus und die Generallinie unserer Partei', in: 'Über die Verbreitung der Juche-Idee', Pyongyang 1995, S. 293-94)


Der Hauptgrund für diesen Wandel sei angeblich die Tatsache, dass es jetzt nicht mehr die ojektiven Bedingungen sind, die in der Geschichte die Hauptrolle spielen,

sondern der Mensch:


"Es sind nicht die objektiven Bedingungen, die in der Geschichte die entscheidende Rolle spielen, sondern der Mensch."

(Kim Jong Il, 'Über einige Probleme der Erziehung im Zusammenhang mit der Juche-Idee', in: 'Über die Verbreitung der Juche-Idee', Pyongyang 1995, S. 144)


Der Marxismus jedoch betrachtet die Gesetze der Wissenschaft, einschließlich die der Ökonomie, als objektive Entwicklungsgesetze, die sich unabhängig vom Willen des

Menschen durchsetzen.

"Der Marxismus betrachtet die Gesetze der Wissenschaft - unabhängig davon, ob sich um die Gesetze der Naturwissenschaften handelt oder um

die der politischen Ökonomie - als Widerspiegelung objektiver Prozesse, die sich unabhängig vom Willen des Menschen vollziehen. Dem Menschen mag es gelingen, diese Gesetze zu entdecken, sie kennenzulernen, er kann sie studieren, sie im Interesse der Gesellschaft ausnutzen, aber er ist nicht

in der Lage, sie zu ändern oder sie aufzuheben; und noch weniger ist er imstande, neue Gesetze der Wissenschaft zu schaffen oder hervorzubringen."

( Josef W. Stalin, 'Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR', Tirana 1979, S. 545)


Deshalb bedeutet für Marxisten-Leninisten Freiheit nicht Unabhängigkeit vom Wirken der Gesetze der Natur, sondern die Anerkennung der Existenz dieser Gesetze, die 'Einsicht in die Notwendigkeit':

"Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit. ... Freiheit besteht nicht in dem Traum von der Unabhängigkeit von Naturgesetzen, sondern in dem Wissen von diesen Gesetzen und der Möglichkeit, die hierdurch entsteht, sie systematisch für bestimmte Zwecke arbeiten zu lassen."

( Friedrich Engels, 'Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft -Anti-Dühring', New York 1939, S. 125)


"Was kann diese 'Einsicht in die Notwendigkeit' bedeuten? Sie bedeutet, dass wenn der Mensch erst einmal die objektiven Gesetze (die 'Notwendigkeit') erkannt hat, er sie auch ganz bewusst für seine Zwecke ausnutzen kann." ( Josef W. Stalin, 'Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR', in: 'Gesammelte Werke', Tirana 1979, S. 546)


Im Unterschied dazu steht für den Kimilsungismus der Mensch über den Gesetzen der Biologie:

"Im Unterschied zu biologischen Wesen ist der Mensch der Meister und Umgestalter der Welt. Er bestimmt selbst über sein Schicksal, indem er die objektive Welt für seine Zwecke umgestaltet." (Kim Jong Il, 'Sozialismus ist eine Wissenschaft', Pyongyang 1994, S. 12)


Das bedeutet, dass der Kimilsungismus der Ansicht ist, dass der Mensch nicht an die Wirkungsweise der Naturgesetze gebunden ist:


"Der Mensch ... ist ein unabhängiges, soziales Wesen, ... während die übrige lebendige Materie sich dadurch am Leben erhält, dass sie sich der objektiven Welt unterordnet und anpasst. ... Durch diese Eigenschaft ist der Mensch in der Lage, die Fesseln der Natur abzustreifen."

(Kim Jong Il, 'Über die Juche-Idee', in: 'Über die Verbreitung der Juche-Idee', Pyongyang 1995, S. 14, 15)


Aber hierdurch gleitet man in den philosophischen Idealismus ab, der

" ... vom Vorrang des Geistes über die Natur", (Friedrich Engels, 'Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie', in: Karl Marx, 'Gesammelte Werke', Band 1, London 1943, S. 431) ausgeht.


Das bedeutet, dass man " ... im Verhältnis von Denken und Sein" (Friedrich Engels, ebenda, S. 430)

dem ersten das Primat über das Zweite gibt, also dem Geist den Vorrang über die Materie gewährt.


Nach dem Kimilsungismus ist der Mensch im Unterschied zu den unteren Tieren nicht an die Gesetze der Natur gebunden:

"Die Tiere sind Teil der Natur und ihr Schicksal wird durch die natürlichen Gesetze von Veränderung und Entwicklung bestimmt, während der Mensch ..

nicht ein Wesen ist, das den Naturgesetzen von Wandel und Entwicklung gehorcht. "

(Kim Jong Il, 'Über einige Probleme der Erziehung im Zusammenhang mit der Juche-Idee', in: 'Über die Verbreitung der Juche-Idee', Pyongyang 1995, S. 144)


"Im Unterschied zu der übrigen lebendigen Materie, die ... der objektiven Welt untergeordnet ist, beherrscht der Mensch die Welt und verändert sie

seinem Willen und seinen Wünschen entsprechend." (Kim Jong Il, 'Über einige Fragen, das Verständnis der Juche-Philosophie betreffend', in: 'Über die Verbreitung der Juche-Idee', Pyongyang 1995, S. 5)


Dieses idealistische Konzept findet sich auch in folgendem Leitspruch der Arbeiterpartei Koreas:

 

"Wenn die Partei dazu entschlossen ist, können wir alles tun." (Kim Jong Il, 'Unser Sozialismus, der sich auf die Massen stützt, wird nicht vergehen', in: 'Über die Verbreitung der Juche-Idee', Pyongyang 1995, S.289)


Außerdem behauptet der Marxismus-Leninismus, dass die Produktionsweise das Bewusstsein des Menschen bestimmt:


"Die Art und Weise der Produktion des materiellen Lebens bestimmt die sozialen, politischen und geistigen Lebensprozesse im allgemeinen. Es ist nicht

das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern im Gegenteil, ihr soziales Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt."

(Karl Marx, Einleitung zu: 'Ein Beitrag zur Kritik der Politischen Ökonomie', in: 'Gesammelte Werke', Band 1, London 1943, S.356)

 

"Der Marxismus wies den Weg zu einer umfassenden und in sich abgeschlossenen Untersuchung des Prozesses der Entstehung, Entwicklung und des Untergangs von sozial-ökonomischen Formationen. Die Menschen machen ihre eigene Geschichte. Worin bestehen aber die objektiven Bedingungen der Produktion des materiellen Lebens, die die Grundlage aller geschichtlichen Aktivitäten des Menschen ausmachen? Worin besteht aber das Gesetz der Entwicklung dieser Bedingungen? Auf all das lenkte Marx die Aufmerksamkeit und wies den Weg zu einer wissenschaftlichen Untersuchung der Geschichte."

(Wladimir I. Lenin, 'Karl Marx', in: 'Ausgewählte Werke', Band 11, London 1943, S. 20)

 

Dieses Prinzip nennt Lenin

" ... die materialistische Geschichtsauffassung."

(Wladimir I. Lenin, 'Karl Marx', in: 'Gesammelte Werke', Band 11, London 1943, S. 19)

 

Der Kimilsungismus jedoch weist diesen grundlegenden Aspekt des Marxismus- Leninismus zurück:


"Die Theorie des Sozialismus im vorigen Jahrhundert, die auf der materialistischen Geschichtsauffassung beruhte, war nicht frei von historischen Beschränkungen. Diese Theorie betrachtete die sozialgeschichtlichen Bewegungen nicht als Bewegungen, denen Motive zugrundelagen ..., sondern als naturgeschichtliche Prozesse, die sich den materiellen und ökonomischen Faktoren entsprechend vollzogen. Da diese Theorie des Sozialismus die materiellen und ökonomischen Faktoren als für den revolutionären

Kampf ausschlaggebend ansah, war sie nicht imstande, die Aufgabe zu erkennen, die darin besteht, die subjektiven Faktoren für die Revolution und ihre entscheidende Rolle bei ihrer Durchführung stärker zu betonen." (Kim Jong Il, 'Der Sozialismus ist eine Wissenschaft', Pyongyang 1994, S. 5-6)


Die Verneinung des objektiven Charakters der Kategorien der Klassen.


Dem Marxismus-Leninismus zufolge, sind die sozialen Klassen eine äußerst wichtige objektive soziale Kategorie:


"Klassen sind große Gruppen von Menschen, die sich dadurch unterscheiden, dass sie in einem historisch entstandenen System gesellschaftlicher Produktion unterschiedliche Positionen einnehmen, die sich unterscheiden durch ihr Verhältnis ... zu den Produktionsmitteln, durch ihre Rolle in der sozialen Organisation der Arbeit und dementsprechend durch den Umfang ihres Anteils am gesellschaftlichen Reichtum, über den sie verfügen sowie durch die Art und Weise wie sie ihn erlangen. Klassen sind Gruppen von Menschen, bei denen eine sich die Arbeit der anderen aufgrund der unterschiedlichen Stellung, die sie in einem bestimmten System der sozialen Ökonomie einnimmt, aneignen kann." (Wladimir I. Lenin, 'Ein großer Anfang', in: 'Gesammelte Werke', Band 29, London 1974, S. 421)


Aber auch hier gleitet der Kimilsungismus in den philosophischen Idealismus ab. Anstatt den objektiven Tatbestand der Einteilung der Gesellschaft in Klassen anzuerkennen, unterteilt er sie in die 'Massen des Volkes' und in andere Gruppen lediglich aufgrund der Ideen, die diese Gruppen besitzen:


"Das entscheidende Kriterium dafür, ob jemand zu den Massen des Volkes zu rechnen ist oder nicht, ist nicht seine soziale und klassenmäßige Herkunft, sondern seine Ideen. ... Jeder, der sein Land, sein Volk und seine Nation liebt, ... kann zu den Massen des Volkes gezählt werden."

(Kim Jong Il, 'Der Sozialismus ist eine Wissenschaft', Pyongyang 1994, S. 19)

 

In Übereinstimmung mit diesem philosophischen Idealismus weist der Kimilsungismus das marxistisch-leninistische Prinzip zurück, dass die Partei das Schwergewicht auf die Veränderung der objektiven gesellschaftlichen Bedingungen legen sollte:


"In der Vergangenheit entwickelten die Begründer des Marxismus die sozialistische Theorie dadurch, dass sie die Betonung auf die materiellen und wirt-

schaftlichen Bedingungen legten." (Kim Jong Il, 'Der Sozialismus ist eine Wissenschaft', Pyongyang 1994, S. 8)


Der Kimilsungismus legt das Schwergewicht auf die ideologische Erziehung des Menschen:


"In der sozialistischen Gesellschaft erhält die Umformung des Menschen, seine ideologische Umerziehung einen größeren Stellenwert und wird zu einer vorrangigeren Aufgabe als die Schaffung der materiellen und ökonomischen Bedingungen des Sozialismus."

(Kim Jong Il, 'Der Sozialismus ist eine Wissenschaft', Pyongyang 1994, S. 7)


...und das 'Scheitern' des Sozialismus in vielen Ländern war dem Kimilsungismus zufolge nicht auf das Eindringen des Revisionismus in die internationale kommunistische Bewegung zurückzuführen, sondern darauf, dass es unterlassen wurde, der ideologischen Umerziehung der Massen des Volkes Vorrang einzuräumen:


"Der Hauptgrund für das Scheitern des Sozialismus in einigen Ländern besteht darin, dass sie nicht das Schwergewicht auf die Stärkung des subjektiven Faktors beim Aufbau des Sozialismus gelegt haben." (Kim Jong Il, 'Die historische Lektion für den Aufbau des Sozialismus und die Generallinie unserer Partei', in: 'Über die Verbreitung der Juche-Idee', Pyongyang 1995, S. 293)


...und als den

" ... subjektiven Faktor der sozialen Bewegung "

(Kim Jong Il, 'Der Sozialismus ist eine Wissenschaft', Pyongyang 1994, S. 7)


sieht der Kimilsungismus die

" ... Volksmassen"

(Kim Jong Il, 'Der Sozialismus ist eine Wissenschaft', Pyongyang 1995, 7)

an.


Die Verneinung des marxistisch-leninistischen Prinzips der Verteilung.


Marx war der Ansicht, dass im Sozialismus, der unteren Entwicklungsstufe der kommunistischen Gesellschaft, die Arbeiter entsprechend der Quantität und Qualität ihrer Arbeit entlohnt werden sollten:


"Womit wir es hier zu tun haben, ist eine kommunistische Gesellschaft, nicht wie sie auf ihrer eigenen Grundlage entstanden ist, sondern im Gegenteil, wie sie sich aus der kapitalistischen Gesellschaft entwickelt hat, eine Gesellschaft, der in jeder Beziehung - ökonomisch, moralisch und intellektuell - noch die Muttermale der alten Gesellschaft, aus deren Schoß sie geboren wurde, anhaftet. Dementsprechend erhält der einzelne Produzent von der Gesellschaft ... genau das zurück, was er ihr gegeben hat, und das, was er ihr gegeben hat, ist seine eigene Arbeitsmenge, ... Die gleiche Menge an Arbeit, die er der Gesellschaft in der einen Form gegeben hat, erhält er in einer anderen wieder zurück." (Karl Marx, 'Kritik des Gothaer Programms', in: 'Gesammelte Werke', Band 2, London 1943, S. 563)


Der Kimilsungismus jedoch verurteilt Marx Position in dieser Frage als 'antisozialistisch und revisionistisch' und verlangt, dass im Sozialismus politischen und moralischen Anreizen Vorrang einzuräumen ist:

 

"Die Position, nur den materiellen Anreizen für Arbeit Vorrang einzuraümen, muss auf die Vernachlässigung des kommunistischen Charakters der sozialistischen Gesellschaft zurückgeführt werden. ... Jene, die die materiellen Anreize als die wichtigste Forderung ansehen, verlangen auch, dass ein ganzes System materieller Anreize in den gesamten ökonomischen Rahmen eingebaut wird. Sie behaupten, dass materielle Anreize für die arbeitenden Menschen die wirksamste Methode darstellt, um ihren Enthusiasmus für die Steigerung der Produktion und die schnelle Entwicklung der Wirtschaft anzustacheln. Sie argumentieren, dass sogar noch nach der Errichtung des sozialistischen Systems die Überbleibsel der alten Ideologie, die noch aus der Zeit des alten Ausbeutersystems stammen, in sehr starkem Maße im Bewusstsein der Arbeiter vorhanden sind. ... Dies ist eine antisozialistische und revisionistische Theorie. ... Wenn wir aber die Frage aufwerfen, worauf denn das Schwergewicht gelegt werden soll, dann kann die Antwort nur lauten, dass es auf die politischen und moralischen Anreize zu legen ist."

(Kim Jong Il, 'Über das richtige Verständnis der politischen, moralischen und materiellen Anreize', in: 'Gesammelte Werke', Band 1, Pyongyang 1992, S. 211)


Gegen eine internationale marxistisch-leninistische Opposition.


Entgegen marxistisch-leninistischen Prinzipien widersetzt sich der Kimilsungismus dem Wiederaufbau einer marxistisch-leninistischen Organisation:


"Die Zeiten haben sich geändert und die Tage sind für alle Zeiten vorbei, als die kommunistische Bewegung ein mit Autorität ausgestattetes internationales Zentrum benötigte. ... Es gibt keinerlei Grund für die Existenz irgendeines internationalen 'Zentrums'. ... Deshalb, so erklärte der Genosse Kim Il Sung, sollte es innerhalb der internationalen kommunistischen Bewegung nicht mehr zugelassen werden, dass ein solches Beziehungsgefüge wieder ensteht."

(Baik Bong, ebenda, Band 3, S. 600-01)


Und bei der Gelegenheit werden die Errungenschaften der alten Kommunistischen Internationale schlichtweg geleugnet:

 

"Die Zeiten sind längst vorbei, als es in der internationalen kommunistischen Bewegung ein einheitliches Zentrum gab und als die einzelnen Parteien seine Zweigstellen darstellten. ... In der Vergangenheit ... fügten die Parteien einiger sozialistischer Parteien der Entwicklung der internationalen kommunistischen Bewegung dadurch großen Schaden zu, dass sie nicht die Gewohnheiten der Kommunistischen Internationale ablegen konnten. Die Partei eines bestimmten Landes beanspruchte, das 'Zentrum' der internationalen kommunistischen Bewegung zu sein und verlangte von anderen Parteien, dieses und jenes zu tun. Sie zögerte nicht, auf andere Parteien Druck auszuüben und sich in ihre inneren Angelegenheiten einzumischen, falls sie nicht bereit waren, ihrer Linie zu folgen, selbst wenn es sich um eine falsche Linie handelte."

(Kim Jong Il, 'Die historische Lektion für den Aufbau des Sozialismus und die Generallinie unserer Partei', in: 'Über die Verbreitung der Juche-Idee'. Pyongyang 1995, S. 301)

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SCHLUSSFOLGERUNG


Dermot Hudsons Behauptung, dass die Arbeiterpartei Koreas eine 'gründlichere und ausgereiftere' Kritik am Revisionismus vornahm als dies bei der Partei der Arbeit Albaniens der Fall war, lässt sich nicht mit den Tatsachen in Einklang bringen.

 

Tatsächlich grenzt die Einschätzung der Differenzen in der internationalen kommunistischen Bewegung ans Absurde:

"Die unterschiedlichen Meinungen der Bruderparteien und Bruderländer ... sind vorübergehender Natur. Sie haben sich aus den unterschiedlichen historischen und geografischen Bedingungen in den sozialistischen Ländern entwickelt. ... Die Unterschiede stellen ideologische und theoretische Differenzen zwischen Klassenbrüdern dar, die die gleiche politische und ökonomische Bais besitzen und die gegen den Imperialismus und Kolonialismus kämpfen mit dem gemeinsamen Ziel, den Sozialismus und Kommunismus aufzubauen." (Baik Bong, ebenda, Band 3, S. 595)


Tatsächlich jedoch ergibt sich aus der Analyse der Anschauungen der Arbeiterpartei Koreas eindeutig, dass der Kimilsungismus oder 'Juche' eine Spielart des Revisionismus ist, die entwickelt wurde, um der kapitalistischen Klasse in kolonialartigen Ländern wie Korea zu dienen - eine Spielart des Revisionismus, die darauf

abzielt, den revolutionären Prozess im Stadium der demokratischen Revolution zu stoppen und um zu verhindern, dass er in das Stadium der sozialistischen Revolution übergehen kann.

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