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William Bill Bland
DIE VOLKSFRONT IN FRANKREICHEinleitung 1. Die Rolle der Französischen Kommunistischen Partei 2. Der 7. Weltkongress der Kommunistischen Internationale, 1935 3. Die Auflösung der Volksfront, 1938 Schlussfolgerung Bibliografie Biografische Anmerkungen
Einleitung
Wie schon an anderer Stelle gezeigt wurde, bestand der Kern der Strategie derwesteuropäischen imperialistischen Staaten nach dem Machtantritt der Nazisin Deutschland darin, den deutschen Imperialismus zu beschwichtigen.Dem entsprach, dass die revisionistischen Führer der Kommunistischen Interna-tionale dazu übergingen, ihre Politik in der Weise zu ändern, dass sie zwar demNazismus in Worten entgegentraten, jedoch in Taten die Beschwichtigungspolitikunterstützten.Dieser Politikwandel zeigte sich in der Politik der 'Vereinigten Front gegen denFaschismus' der Kominternführung, die 1934 auf Initiative von Georgi Dimitroff*entwickelt wurde:"Die Initiative für einen Wechsel der Orientierung der Komintern ging nachAngaben von sowjetischen Historikern, die Zugang zu den Kominternarchi-ven haben, vom Leiter des internationalen Führungsorgans der KominternGeorgi Dimitroff am 7. April 1934 aus."(Irwin M. Wall, 'Französischer Kommunismus in der Stalin-Ära. Die Suche nach Einheit und Integration: 1945-1962', Westport, USA, 1983, S. 15).
1. Die Rolle der Französischen Kommunistischen Partei Im Frühjahr 1934 alarmierten deutliche Anzeichen eines militanten Faschismus diefranzösische Öffentlichkeit. In Paris" ...fand am 6. Februar 1934 ... eine koordinierte rechtsgerichtete Demon-stration anti-republikanischer Ressentiments statt. ... Die Demonstration vom6. Februar ... schien eine überwältigende Darbietung anti-parlamentarischerKräfte zu sein."(Ronald Tiersky, ' Französischer Kommunismus 1920-1972', New York 1974,S. 54, 55).In dieser Atmosphäre entwickelten sich spontane gemeinsame Aktionen gegen denFaschismus:"Am 12. d.M. (Februar - Verf.) trafen sich kommunistische und sozialistischeDemonstranten am Place de la Nation. ... Die einfachen Mitglieder beiderDelegationen ergriffen die Initiative und demonstrierten gemeinsam mitdem Ruf 'Einheit - Einheit - Einheit' auf den Lippen. Léon Blum*, Paul Faure*,Marcel Cachin* und Jacques Duclos* hielten unmittelbar darauf von improvi-sierten Rednertribünen aus, zu denen man sie gebracht hatte, Ansprachen."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 55-56).Es war unter dem Eindruck dieser Umstände, dass die Kominternführung sich dazuentschloss, unter Mithilfe der Französischen Kommunistischen Partei, deren FührerMaurice Thorez* war, die Politik der 'Vereinigten Front gegen den Faschismus' insLeben zu rufen.Albert Vassart*, der die Französische Kommunistische Partei bei der Komintern 1933-1934 vertrat, erzählte, auf welche Weise die Instruktionen, die pseudolinke Politik der Jahre 1930-34 aufzugeben, der FKP übermittelt wurden: "Man muss sich vergegenwärtigen, dass im März und April (1934 - Verf.)die Sozialistische Partei verschiedene Vorschläge für gemeinsame Aktio-nen an die Kommunistische Partei unterbreitete, die im Sande verliefen."(Célie & Albert Vassart,'Der Moskauer Ursprung der französischen 'Volks-front' ', in: 'Milorad M. Drachkowitsch & Branko Lazitsch, Hrsg., 'Die Kom-intern. Historische Schlaglichter: Aufsätze, Erinnerungen, Dokumente',Stanford, USA 1966, S. 245).Nun war Vassart jedoch" ... vom Sekretariat der Komintern die Aufgabe übertragen worden, denEntwurf für eine Erklärung auszuarbeiten, die der Kommunistischen Parteials Grundlage für den für den vom 23. bis zum 26. Juni vorgesehenen Par-teitag in Ivry dienen sollte. ... Die Kommunistische Partei ... sollte alle ihreEnergien aufbieten, um all jene, die gegen den Faschismus kämpfen woll-ten, für sich zu gewinnen und um eine breite vereinigte Front zu schaffen.Das bedeutete das Ende für die Politik 'Klasse gegen Klasse' und der 'Ein-heitsfront von unten'. Die Erklärung enthielt die wichtigsten Grundlagenfür die künftige Arbeit der Kommunistischen Partei, einschließlich des Prin-zips der Volksfront, obwohl der Begriff selbst noch keine Erwähnung fand.Das Dokument ging der Kommunistischen Partei so rechtzeitig zu, dass derPolitikwandel auf dem Parteitag in Ivry eingeleitet werden konnte." (Célie & Albert Vassart, ebenda, S. 247) Die 'wichtigste Vorbedingung' der Sozialisten für gemeinsames Handeln (1934) Nach dem Machtantritt der Nazis wurde Ernst Thälmann*, der Führer der Kommu-nistischen Partei Deutschlands, von den Nazis Anfang März 1933 verhaftet. Im Mai1934 schickte" ... die Kominternführung ... ein Schreiben an die Kommunistische ParteiFrankreichs mit der Bitte, eine Kampagne für die Rettung Thälmanns zuorganisieren. ... Die Komintern bat die Partei auch, sich direkt an die So-zialisten zu wenden, was sie auch tat. Die sozialistische Parteiführung ak-zeptierte am 5. Juni den Vorschlag und am 11. Juni fand dann ein Treffenzwischen den Delegationen der beiden Parteien statt. Die Delegierten derSozialistischen Partei brachten ihre Bereitschaft zum Ausdruck, eine gemein-same Kampagne in die Wege zu leiten, unter der einzigen Bedingung, dassdie Kommunistische Partei ihre Angriffe gegen die Führer der Sozialisteneinstellte. Die kommunistischen Delegierten wiesen diese Bedingung zurück,worauf die Verhandlungen abgebrochen wurden. ... Die Bereitschaft, die An-griffe gegen die sozialistischen Parteiführer einzustellen, war für die Sozial-isten eine 'conditio sine qua non', eine unerlässliche Bedingung. "(Célie & Albert Vassard, ebenda, S. 247).Die revisionistischen Führer der Komintern jedoch bestanden darauf, dass die 'ent-scheidende Bedingung' der Sozialisten erfüllt werden sollte:"Manuilski* ... bemerkte, dass der Führung der Kommunistischen Partei Frank-reichs nicht noch einmal Gelegenheit gegeben werden sollte, 'alles zu ver-masseln'! Vassart schlug ihm vor, dass ein Gegenvorschlag unterbreitet wer-den sollte, der nicht nur den Gedanken eines 'Waffenstillstands' beinhalten,sondern sogar noch weitergehen sollte."(Célie & Albert Vassart, ebenda, S. 248).Daraufhin entwarf Vassard ein Schreiben, das von der Französischen Kommunisti-schen Partei an die Französische Sozialistische Partei geschickt werden sollte.Der Kernpunkt des Entwurfs bestand darin, dass die beiden Parteien" ... gemeinsame Aktionen gegen den Faschismus"(Albert Vassard, Entwurf eines Vorschlags an die Sozialistische Partei, in:Célie & Albert Vassard, ebenda, S. 250).vorbereiten sollten - aber er enthielt auch das Versprechen, sich gegenseitigerKritik zu enthalten:"In dieser Zeit gemeinsamer Aktionen werden sich die beiden Parteiengegenseitiger Angriffe, Beleidigungen und der Kritik gegen die Organisa-tionen und die militanten Parteimitglieder, die sich an den Aktionen be-teiligen, enthalten."(Célie & Albert Vassart, ebenda, S. 250-51).Vassarts Text" ... wurde umgehend vom Sekretariat der Komintern gebilligt und perKabel an die Französische Kommunistische Partei weitergeleitet - zurUnterbreitung an die Sozialisten."(Célie & Albert Vassart, ebenda, S. 251).Dies war der Hintergrund, vor dem" ... Thorez auf dem Parteitag der Kommunistischen Partei in Ivry vom23. bis 26. Juni den Politikwandel der Partei herbeiführen konnte."(ebenda)."Der Wandel in der Politik der FKP vollzog sich erst im Juni (1934 - Verf.)auf der nationalen Konferenz der Partei in Ivry. Erst kürzlich von einerReise nach Moskau zurückgekehrt und bewaffnet mit einem Telegrammmit Anweisungen der Komintern, das erst vor kurzer Zeit angekommenwar, nutzte Parteichef Maurice Thorez seine Schlussrede, um den heik-len Prozess eines Politikwandel durch den Aufruf zu gemeinsamen Ak-tionen mit den sozialistischen Arbeitern 'um jeden Preis' einzuleiten."(David A.L. Levy, 'Die Französische Volksfront 1936-37', in: Helen Graham& Paul Preston, Hrsg., 'Die Volksfront in Europa', Basingstoke 1987, S. 61)."Die Veränderungen (in der Politik der Französischen KommunistischenPartei - Verf.) hatten ihren Ursprung ganz und gar in Moskau."(Franz Borkenau, 'Europäischer Kommunismus', London 1953, hiernachzitiert als 'Franz Borkenau, 1953', S. 123)."Am 11. Juni 1934 schickte das EKKI (Sekretariat der Komintern - Übers.)einen Brief an das Zentralkomitee der Französischen KommunistischenPartei, der zusammen mit dem FKP-Vertreter im EKKI ausgearbeitet wor-den war. Dieser Brief enthielt eine ganze Reihe von Vorschlägen, die denfranzösischen Kommunisten auf ihrem Parteitag in Ivry halfen, wichtigeEntscheidungen zu treffen. In dem Brief wird betont, dass der Hauptschlaggegen den Faschismus zu richten sei, dass eine Front aus Arbeitern allerpolitischer Richtungen gegen diesen Feind aufgebaut werden sollte."(Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der KPDSU: 'Abrissder Geschichte der Kommunistischen Internationale', Moskau 1971, S. 356).In seiner Schlussrede auf dem Parteitag der Französischen Kommunistischen Par-tei am 26. Juni 1934 versicherte Thorez den Sozialisten, dass seine Partei sich fürgemeinsame Aktionen gegen den Faschismus 'um jeden Preis' einsetze und, fallses zu einer Vereinbarung darüber komme, sie sich jeder Kritik der SozialistischenPartei enthalten werde:"Wir wollen um jeden Preis gemeinsame Aktionen mit den sozialistischenArbeitern gegen den Faschismus durchführen. ...Die vereinigte Front istkein Manöver. ...Wir haben gesagt und wir wiederholen: Wir, die Kommu-nistische Partei, werden uns während der gemeinsamen Aktionen jederKritik an der Sozialistischen Partei enthalten. ... In unserer gesamten Pres-se wird es nicht die kleinste Kritik an den Organisationen und an den Füh-rern der Sozialistischen Partei geben. ...Wir wollen einheitliche Aktionenum jeden Preis. Wir wollen sie um jeden Preis!"(Maurice Thorez, 'Die vereinigte Front zur Zerschlagung des Faschismus',Schlussrede auf dem Parteitag der FKP, 26. Juni 1934, in: 'Oeuvres'(Werke), Band 2, 6.Buch, Paris 1951, S. 179, 183, 186). Das Abkommen über einheitliche Aktionen, 1934 Im Juli 1934 wurde zwischen der Kommunistischen und der Sozialistischen Partei" ... ein 'Abkommen über Einheitsaktionen' unterzeichnet."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 56)."Die in den letzten Monaten des Jahres 1934 und zu Beginn des Jahres 1935abgehaltenen gemeinsamen Treffen und die verabschiedeten Erklärungenwiesen auf eine zunehmende Bereitschaft auf beiden Seiten hin, sich gegendie gemeinsame Gefahr zusammenzuschließen." (ebenda). Die Bildung der 'Volksfront', 1934 Im Herbst 1934 wurde die 'vereinigte Front gegen den Faschismus' durch die Hinzu-nahme offen bürgerlicher Parteien wie der Radikalen Partei (offiziell: 'Radikal-Sozia-listische Partei') verbreitert:"Mitte 1934 beschränkte sich die Taktik der 'Vereinigten Front' auf die Zusam-menarbeit mit der Sozialistischen Partei. Innerhalb weniger Wochen jedochwurde sie auf andere Gruppen der französischen Gesellschaft ausgedehnt.Die Parteiführer erfanden eine neue Parole - die 'Volksfront', um die Verbrei-terung der Massenbewegung zu beschreiben."(Daniel R. Brower, 'Die neuen Jakobiner. Die Französische KommunistischePartei und die Volksfront', Ithaca, USA 1968, S. 68)."Die Radikalsozialisten ... sind weder radikal noch sozialistisch, sondern sievertreten ... den bäuerlichen Grundbesitzer, den kleinen Ladenbesitzer, denKleinunternehmer."(Richard L. Stokes, 'Léon Blum. Vom Dichter zum Premier', New York 1937,S. 202-03).Die Kommunistische Partei" ... schlug eine Allianz ... von Kommunisten, Sozialisten und Kleinkaptitalis-ten vor, mit dem Ziel, eine parlamentarische Offensive gegen den Faschis-mus zu starten. Deshalb wurde für dieses in Aussicht genommene Bündnisder Name 'Volksfront' geprägt."(Richard L.Stokes, ebenda, S. 207)."Der Ausdruck 'Volksfront' wurde zum ersten Mal von Thorez am 24. Okto-ber 1934 verwendet."(Maxwell Adereth, 'Die Französische Kommunistische Partei. Eine kritischeGeschichte, 1920-84. Von der Komintern zu den 'Farben Frankreichs' ', Man-chester 1984, S. 89).Im Juli 1935 trat die Radikal-Sozialistische Partei der Volksfront bei. Sie tat dies"...in erster Linie aus wahltaktischen Gründen",(Richard L. Stokes, ebenda, S. 215).da" ... sie bei den bevorstehenden Wahlen befürchtete sich zu isolieren, fallssie sich von den Sozialisten loslösen sollte." (Daniel R. Brower, ebenda, S. 103). Das Nationalkomitee für antifaschistische Volkseinheit, 1934 Im November 1934 wurde ein 'Nationalkomitee für Antifaschistische Volkseinheit' ge-gründet, um Pläne für" ... eine großangelegte gemeinsame Veranstaltung zum Tag der Bastille imJuli 1935 auszuarbeiten."(Joel Colton, 'Die Bildung der Französischen Volksfront, 1934-36', in: Martin S.Alexander & Helen Graham, Hrsg., 'Die Französische und die Spanische Volks-front. Vergleich der Perspektiven', Cambridge 1989, S. 17).Das Nationalkomitee" ... wurde jetzt zu einem Wahlkampfausschuss umgebildet, der Sozialisten,Kommunisten und Radikale, zusammen mit einer Reihe von kleineren Orga-nisationen umfasste. Der Zweck des Ausschusses bestand darin, die nationa-len Wahlen im Jahre 1936 vorzubereiten."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 56).Schon im Januar 1936 umfasste die Volksfront zehn Organisationen:1. Die Kommunistische Partei;2. die Sozialistische Partei;3. die Radikale Partei;4. die Sozialistisch-Republikanische Union;5. der Bund für Menschenrechte;6. der Wachsamkeitsausschuss antifaschistischer Intellektueller;7. das Weltkomitee gegen Faschismus und Krieg;8. die Bewegung ehemaliger Soldaten;9. die Allgemeine Arbeiterkonföderation;10. die Vereinigte Allgemeine Arbeiterkonföderation.(Programm der Volksfront, in: 'Denis N. Pritt, 'Der Fall der Französischen Re-publik', London 1941, S. 68).
2. Der 7. Weltkongress der Kommunistischen Internationale, 1935
Der 7. (und letzte) Weltkongress der Kommunistischen Internationale fand in Moskau im Juli/August 1935 statt. Er war vom September 1934 auf diesen Zeitraum verscho- ben worden."Der Kongress war vom Komintern-Präsidium vertagt worden."(Daniel R. Brower, ebenda, S. 82).Das Hauptanliegen des Kongresses bestand darin, die Taktik der Vereinigten Frontund der Volksfront, die im vorangegangenen Jahr von der Französischen Kommu-nistischen Partei auf Anweisung seitens der Kominternführung angenommen wor-den war, formell abzusegnen und auf internationaler Ebene durchzusetzen."Der 7. Weltkongress der Komintern betonte die internationale Bedeutungder neuen, in Frankreich entwickelten Methoden."(Franz Borkenau, 1953, ebenda, S.149)."Dimitroff ... begrüßte die Ereignisse in Frankreich, pries die FKP und er-reichte, dass die gesamte Bewegung den Aufbau einer Volksfront als neueStrategie übernahm."(Maxwell Adereth, ebenda, S. 73)."Dieser tiefgreifende strategische Wandel in der internationalen revolutionä-ren Bewegung wurde auf dem 7. Weltkongress im Juli 1935, der die Parolevon der Volksfront hochhielt, vollzogen."(Jezi Lukaszevicz, 'Die Verkörperung der höchsten Ideale der Kommunisti-schen Bewegung', 'Georgi Dimitroff und die Vereinigung der revolutionärenund demokratischen Kräfte für Frieden, Demokratie und Sozialismus', Sofia1974, S. 151)."Der 7. Weltkongress der Kommunistischen Internationale ...spielte ... eineentscheidende Rolle für die Liquidierung des linken Sektierertums."(Dolores Ibarruri, 'Ein Beispiel und eine Lektion für alle Zeiten', in: 'Erinner-ungen an Georgi Dimitroff', Sofia 1972, S. 205).Der Hauptbericht über 'Die faschistische Offensive und die Aufgaben der Kommunisti-schen Internationale' wurde von Georgi Dimitroff gehalten.Er enthielt eine Kritik an der vorangegangenen linkssektiererischen Politik, kritisiertejedoch nicht die Führung der Kommunistischen Internationale, sondern die einzelnen'Fehler', die von den kommunistischen Parteien begangen worden waren:"In dieser Beziehung (in Beziehung zum Kampf gegen den Faschismus - Verf.)kommen wir nicht umhin, uns auch mit einer Reihe von Fehlern zu beschäfti-gen, die von den kommunistischen Parteien begangen wurden, Fehler, die un-seren Kampf gegen den Faschismus erschwerten.In unseren Reihen gab es eine unverzeihliche Unterschätzung der faschisti-schen Gefahr. ...Als der Nationalsozialismus in Deutschland bereits zu einer Massenbewegunggeworden war, gab es Genossen, die die Brüning*-Regierung bereits als eineRegierung der faschistischen Diktatur einstuften. ...Die Ultralinken riefen: 'Keine Koalition mit den konterrevolutionären Sozialde-mokraten!', wobei sie alle Sozialdemokraten im Grunde als Konterrevolutionä-re betrachteten."(Georgi M. Dimitroff, 'Die Vereinigte Front: Der Kampf gegen den Faschismus',London 1938, S. 23, 24, 73).In dem Bericht wird die alte pseudo-linke Orientierung der KommunistischenInternationale, dass die Arbeiterklasse kein Interesse an der Verteidigung derbürgerlichen Demokratie gegen den Faschismus habe, zurückgewiesen:"In den kapitalistischen Staaten verteidigen wir und werden wir weiter-hin jeden Zentimeter bürgerlich-demokratischer Freiheiten, die jetzt vomFaschismus und der bürgerlichen Reaktion bedroht sind, verteidigen, weildies die Interessen des Klassenkampfes des Proletariats gebieten."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 34)."Uns kann es nicht gleichgültig sein, welches politische Regime in einembestimmten Land existiert; ob es sich um eine bürgerliche Diktatur in Ge-stalt der bürgerlichen Demokratie handelt, auch wenn in ihr die demokrati-schen Rechte und Freiheiten weitgehend eingeschränkt sind oder ob essich um eine bürgerliche Diktatur in offen faschistischer Form handelt. ...Wir werden jeden Zollbreit demokratischer Errungenschaften, den die Ar-beiterklasse im Verlauf eines jahrelangen hartnäckigen Kampfes eroberthat, verteidigen und wir werden uns energisch dafür einsetzen, dass dieseErrungenschaften ausgeweitet werden."(Georgi Dimitroff, ebenda, S. 109).Er sprach sich auch gegen die ehemalige pseudolinke Position der KommunistischenInternationale aus, dass die Sozialdemokratie weiterhin überall das Bollwerk derBourgeoisie sei, wenn er sagte, dass" ... es für die Sozialdemokratie zunehmend schwieriger und in einigen Län-dern sogar unmöglich geworden ist, ihre alte Rolle als Bollwerk der Bourgeoi-sie weiter zu spielen."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 104).Deshalb betonte Dimitroff, sei es nötig, zwischen linken und rechten Sozialdemokra-ten zu unterscheiden, wobei das Kriterium dasjenige sei, ob sie den Aufbau einervereinigten Front gegen den Faschismus unterstützten beziehungsweise ablehnten."In allen sozialdemokratischen Parteien findet jetzt ein Prozess der Differenz-ierung statt. In ihren Reihen bilden sich zwei Hauptlager heraus: Neben dembestehenden Lager reaktionärer Elemente ... , das ganz entschieden eine ver-einigte Front mit den Kommunisten ablehnt, beginnt sich ein Lager von ...Elementen ... zu bilden, das dafür ist, zusammen mit den Kommunisten einevereinigte Front zu bilden. ... Die Haltung zur vereinigten Front stellt das ent-scheidende Kriterium dar, ob es sich um reaktionäre Teile der Sozialdemokra-tie handelt oder um solche, die zunehmend revolutionärer werden."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 30, 106).In deutlicher Abgrenzung von der einstigen pseudolinken Orientierung der Führungder Kommunistischen Internationale entwickelte Dimitroff die korrekte marxistisch-leninistische Linie einer vereinigten Front gegen den Faschismus, die alle Arbeiterumfasst, die bereit sind, dem Faschismus zu widerstehen, unabhängig von ihren An-sichten in anderen Fragen:"Es ist nötig, gleichzeitig für kurzfristige und langfristige Vereinbarungen zukämpfen, die gemeinsame Aktionen mit sozialdemokratischen Parteien, mitreformistischen Gewerkschaften und anderen Arbeiterorganisationen gegendie Klassenfeinde des Proletariats vorsehen. Das Schwergewicht muss hierbeiauf die Entfaltung von Massenaktionen auf lokaler Ebene gelegt werden, dievon den lokalen Organisationen auf der Grundlage von lokalen Abkommendurchgeführt werden müssen."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 37).Eine solche Arbeitereinheitsfront gegen den Faschismus , so Dimitroff, könntezur" ... Bildung einer breiten, antifaschistischen Volksfront auf der Grund-lage der proletarischen Einheitsfront ausgebaut werden."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 39).... obwohl dies nicht bedeuten würde, dass die Bildung einer Einheitsfront notwen-digerweise der Bildung der Volksfront vorausgehen müsste:"Einige Genossen zerbrechen sich völlig unnötig den Kopf über das Prob-lem, womit zu beginnen wäre - mit der proletarischen Einheitsfront odermit der antifaschistischen Volksfront. ... Die proletarische Einheitsfront unddie antifaschistische Volksfront sind miteinander verbunden durch die le-bendige Dialektik des Kampfes. ... Sie sind miteinander verflochten, wobeidie eine im Prozess des praktischen Kampfes gegen den Faschismus in dieandere übergeht."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 101).Eine solche Volksfront gegen den Faschismus könnte Dimitroff zufolge Parteien undOrganisationen umfassen, die objektiv gesehen von Vertretern der kapitalistischenKlasse geführt werden, wobei er sich insbesondere auf die Französische Radikal-So-zialistische Partei bezog:"Bei der Herstellung der antifaschistischen Volksfront ist eine korrekte Heran-gehensweise an solche Organisationen und Parteien von großer Bedeutung,die in ihren Reihen eine beträchtliche Zahl aus der werktätigen Bauernschaftsowie aus dem städtischen Kleinbürgertum vorweisen können.In den kapitalistischen Ländern befindet sich die Mehrheit dieser Parteien undOrganisationen in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht noch unter demEinfluss der Bourgeoisie und folgt ihr. Die soziale Zusammensetzung dieserParteien und Organisationen ist uneinheitlich, ... die Kontrolle liegt jedoch inden Händen ... der Agenten des großen Kapitals. ... Wir können und müssenversuchen, diese Parteien und Organisationen, oder gewisse Teile davon, andie Seite der antifaschistischen Volksfront zu bringen, trotz ihrer bürgerlichenFührer. Das ist heute zum Beispiel in Frankreich der Fall bei der RadikalenPartei."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 40).So kommt es nicht von ungefähr, dass Dimitroff der Politik der Einheits- und Volks-front der Französischen Kommunistischen Partei besonderes Lob spendet:"Die Französische Kommunistische Partei gibt für alle Mitgliedsparteien derKomintern ein Beispiel dafür ab, wie die Taktik der vereinigten Front angewen-det werden sollte."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 45).Die Bildung einer vereinigten Front oder Volksfront könnte nach Dimitroff in jedem ka-pitalistischen Land unter den Bedingungen einer politischen Krise zur Wahl einer Re-gierung der Vereinigten Front oder Volksfront führen:"Wir müssen sehen, dass es eine Situation geben kann, in der die Bildung ei-ner Regierung der Proletarischen Einheitsfront oder die einer antifaschisti-schen Volksfront nicht nur möglich, sondern sogar notwendig sein wird im In-teresse des Proletariats. In dem Fall werden wir uns für die Bildung einer sol-chen Regierung, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, aussprechen.... Unter welchen objektiven Bedingungen wird es möglich sein, eine sol-che Regierung zu bilden? Ganz allgemein gesagt, ... unter den Bedingun-gen einer politischen Krise. ... Solch eine Möglichkeit (einer Regierung derder Vereinigten Front oder Volksfront - Verf.) kann in keinem kapitalisti-schen Land ausgeschlossen werden."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 70,71).Die neue, von Dimitroff auf dem 7. Weltkongress der Komintern entwickelte neueLinie, wurde widerstandslos angenommen:"Keiner der Redner brachte Einwände gegen die vorgeschlagene taktischeLinie vor. ... Auf noch keinem der vorangegangenen Kongresse der Kommu-nistischen Internationale wurde eine derartige ideologische und politischeSolidarität offenbart wie auf dem heutigen Kongress."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 94).Am Schluss des Kongresses wurde ein neues politisches Sekretariat gewählt, dassich ausGeorgi Dimitroff, Bulgarien (Generalsekretär);Klement Gottwald*, Tschechoslowakei;Otto Kuuisinen*, Finnland;Dimitri Manuilski, Sowjetunion;André Marty*, Frankreich;Wilhelm Pieck*, Deutschland undPalmiro Togliatti*, Italien,zusammensetzte, das heißt, aus sechs verdeckt arbeitenden Revisionisten (Dimitroff,Kuusinen, Manuilski, Marty, Pieck und Togliatti) und einem mehr oder weniger prin- zipienfesten Marxisten-Leninisten (Gottwald). Das Programm der Volksfront, 1936 Die Arbeit an einem gemeinsamen Programm für die Volksfront zog sich bis Januar1936 hin, als" ... ein gemeinsames Wahlprogramm veröffentlicht wurde."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 56).Das Programm wurde in zwei Abschnitte unterteilt: in einen politischen und in einenwirtschaftlichen Teil. Die wichtigsten Punkte des politischen Programms waren:"Gegen die faschistischen Vereinigungen:Effektive Entwaffnung und Auflösung von paramilitärischen Einheiten. ...Gewerkschaftliche Freiheiten:Die Verwirklichung und Respektierung gewerkschaftlicher Rechte. ...Erziehung:Verlängerung der Schulpflicht bis zum vierzehnten Lebensjahr. ...Die Verteidigung des Friedens:Internationale Zusammenarbeit im Rahmen des Völkerbundes für kollekti-ve Sicherheit durch Bestimmen des Aggressors und die automatischeAnwendung von Sanktionen im Falle der Aggression. ...Nationalisierungder Kriegsindustrie und des privaten Waffenhandels."(Programm der Volksfront, in: Denis N. Pritt, ebenda, S. 69-70).Die wichtigsten Punkte des Wirtschaftsprogramms waren:"Die Einrichtung eines nationalen Arbeitslosenfonds.Die Verringerung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. ...Die Einführung einer angemessenen Altersversorgung für ältere Arbei-ter. ...Aufbau eines Netzes umfassender öffentlicher Dienstleistungen. ...Überprüfung der Nahrungsmittelpreise. ...Um den Spekulanten die Möglichkeit zu nehmen, sowohl von den Pro-duzenten als auch von den Konsumenten Abgaben zu erheben, die Ein-richtung eines Nationalen Kornrates, der alle betroffenen Teile repräsen-tiert.Die Unterstützung landwirtschaftlicher Kooperativen, ... die Ausweitunglandwirtschaftlicher Kredite und die Verringerung der Pachten.Die Aussetzung der Zwangsvollstreckungen sowie die der Schuldenzahl-ungen. ...Um das Kreditwesen und die Spareinlagen der Kontrolle der Wirtschafts-oligarchie zu entziehen, die Überführung der Banque de France ... in dieBank de la France, d.h. ihre Nationalisierung. ...Kontrolle des Waffenhandels. ...Kontrolle des Kapitalexports." (Programm der Volksfront, in: Denis N. Pritt, ebenda, S. 71-73). Die Wahl, 1935 Die Nationalwahlen vom April/Mai 1935 brachten den Sieg der Volksfront."Die Linke vereinigte 5,4 Millionen Stimmen auf sich; die Rechte kam ins-gesamt auf 4,2 Millionen. ... Die Volksfront konnte sich auf 376 Sitze (in derAbgeordnetenkammer - Verf.) stützen - auf die Opposition entfielen 222. Die Volksfront hatte eine entscheidende parlamentarische Mehrheit erzielt." Die erste Regierung der Volksfront, 1936-37 Die erste Regierung der Volksfront trat im Juni 1936 ihr Amt an, mit Léon Blum, demFührer der Sozialistischen Partei, an der Spitze.Der 7. Weltkongress der Komintern" ... sah nur unter der Bedingung eine kommunistische Regierungsbeteiligungan einer 'antifaschistischen Volksfront-Regierung' vor, dass vorrevolutionäreVerhältnisse existierten."(Daniel R. Brower, ebenda, S. 141).Deshalb" ... waren seine (Blums - Verf.) Minister größtenteils Sozialisten und Radikale.Die Kommunisten lehnten seine dringende Aufforderung ab sich zu beteili-gen." ('New Encyclopaedia Britannica. Macropaedia', Band 7, Chicago 1983, S. 673). Das Matignon-Abkommen, 1936 Im Mai 1936" ... brach in ganz Frankreich eine Serie von Streiks aus; zahlreiche Betriebewurden besetzt."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 59)."Diese Streikbewegung ... war im Wesentlichen eine spontane."(Alexander Werth, 'Frankreichs Schicksal', London 1937, S. 293)....und" ... Anfang Juni waren bereits etwa 1000 Betriebe besetzt, 12000 wurdenbestreikt und über zwei Millionen Arbeiter beteiligten sich an einer Aktion,die sich praktisch zu einem Generalstreik ausgeweitet hatte."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 59).In dieser Situation und erst ein paar Tage, nachdem er sein Amt angetreten hatte,lud Premierminister Léon Blum Vertreter der Unternehmer zu einer Besprechungins Hotel Matignon (dem Amtssitz des Premierministers) in Paris ein.Und" ... alarmiert durch das, was den Charakter einer revolutionären Situationangenommen zu haben schien, war die Unternehmerseite bereit, weitreich-ende Zugeständisse zu machen."(Alfred Cobban, 'Moderne Geschichte Frankreichs', Band 3: 'Das Frankreichder Republiken', London 1965, S. 147).Am 9. Juni 1936 wurde dann" ... das berühmte 'Matignon-Abkommen' unterzeichnet und die Grundlagewurde gelegt für die Durchführung ... der weitreichendsten sozialen Refor-men in Frankreich seit der Geburt der Dritten Republik. Die wichtigsten Er-rungenschaften waren eine Lohnerhöhung von 12% ..., die Nationalisierungder Rüstungsindustrie, eine Grundsatzvereinbarung für die staatliche Kon-trolle der Bank von Frankreich, die sich im Privatbesitz befand, die Einführ-ung der 40-Stundenwoche, eine Grundsatzvereinbarung zu freien Tarifver-handlungen, die formelle Anerkennung des Patronats (der Dachorganisationder Unternehmer - Verf.), des Rechts der Gewerkschaften, die Arbeiter zuvertreten und, wahrscheinlich die populärste von allen, die Einführung eineszweiwöchigen, bezahlten Urlaubs." (Ronald Tiersky, ebenda, S. 59-60). Die fortschrittliche Phase der Volksfrontregierung, 1936-37 Nach 'Matignon' brachte" ... der Sieg der Arbeiterbewegung eine enorme Zunahme der Stärke derVolksfront."(Denis N. Pritt, ebenda, S. 87).Die im Juni/Juli 1936 verabschiedeten Gesetze durch die Volksfrontregierung sahenvor:1. Die Einführung der 40-Stundenwoche, bezahlter Urlaub und Tarifverträge;('Keesings Archiv für Zeitgeschichte', Band 2, S. 2, 141).2. Auflösung der 'Croix de Feu' (Feuerkreuzler) und anderer faschistischer Or-ganisationen;(ebenda, S. 2, 152).3. die Nationalisierung der Rüstungsindustrie;(ebenda, S. 2, 171).4. die Einsetzung einer Nationalen Weizenbehörde," ... um den Landwirten einen Gewinn abwerfenden Preis für ihre Produk-te zu garantieren."('Keesings Archiv der Zeitgeschichte', Band 2, S. 2, 177).5. Die Schaffung einer staatlichen Kontrolle über die Bank von Frankreich,um" ... die Macht der Oligarchie der 200 größten Aktionäre zu beschneiden."(ebenda, S. 191).6. Verwirklichung eines umfassenden Programms für öffentliche Arbeiten,um die Arbeitslosigkeit zu mildern. (ebenda, S. 201). Der Beginn des Rechtsopportunismus, 1936 Trotz des Matignon-Abkommens setzten die meisten Arbeiter" ... ihre Betriebsbesetzungen und Streiks auch nachdem das Abkommenunterzeichnet worden war fort."(Ronald Tierky, ebenda, S. 60).Durch diese Situation, die wenige Tage nach der Bildung der Volksfrontregierungentstanden war, traten die Widersprüche innerhalb der Front, die bei ihrer Gründ-ung bereits bestanden - die zwischen den Parteien, die allem Anschein nach dieInteressen der arbeitenden Menschen vertraten und jenen, die objektiv die Inter-essen der kapitalistischen Klasse vertraten - deutlicher hervor. Letztere verlangten,die Betriebsbesetzungen zu beenden, und die Kommunistische Partei musste sichnun entscheiden, ob sie weiterhin die Interessen der Arbeiter und das Programmder Volksfront vertreten oder ob sie die Einheit der Volksfront bewahren wollte.Durch Thorez Parole von der 'Einheit um jeden Preis' stand die Entscheidung bereitsvon vorneherein fest, in einer Partei, deren Führung schon lange vorher den Marxis-mus-Leninismus ad acta gelegt und sich dem Revisionismus zugewandt hatte. DiePreisgabe der Interessen der Arbeiterklasse zugunsten der der kapitalistischen Klas-se ist in marxistisch-leninistischem Sprachgebrauch nichts anderes als blanker Op-portunismus. Zwar hatte Dimitroff auf dem 7. Weltkongress vor der Gefahr des Op-portunismus bei der Verfolgung der Taktik der vereinigten Front oder der Volksfrontgewarnt:" Wir müssen in jeder Beziehung unsere Wachsamkeit gegenüber dem rech-ten Opportunismus verstärken ... und uns vergegenwärtigen, dass die Gefahrdes rechten Opportunismus in dem Maße zunimmt wie die vereinigte Frontsich verbreitert."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 86)....und er hatte sogar Stalin zitiert, der von der Gefahr gesprochen hatte, Prinzipiendem Nützlichkeitsdenken zu opfern:" In ihrer Arbeit muss die Partei imstande sein, ein Höchstmaß an Prinzipien-treue (nicht zu verwechseln mit Sektierertum) mit einem Maximum an Ver-bindungen und Kontakten zu den Massen (nicht zu verwechseln mit Nach-trabpolitik!) zu verbinden."(Josef W. Stalin, 'Die Perspektiven der Kommunistischen Partei Deutschlandsund die Frage der Bolschewisierung', Februar 1925, in: 'Werke', Band 7, 1954,ebenda, S. 39, zitiert nach: Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 86).Auf dem 7. Weltkongress der Komintern hatte Dimitroff erklärt, dass der eigentli-che Inhalt der Taktik der Vereinigten Front darin bestehe, die unmittelbaren wirt-schaftlichen und politischen Interessen der Arbeiterklasse zu verteidigen und siegegen den Faschismus in Schutz zu nehmen:"Was ist und was sollte im gegenwärtigen Stadium der eigentliche Inhaltder Vereinigten Front sein? Die Verteidigung der unmittelbaren ökonomi-schen und politischen Interessen der Arbeiterklasse, die Verteidigung derArbeiterklasse gegen den Faschismus muss der Ausgangspunkt und derder eigentliche Inhalt der Vereinigten Front in allen kapitalistischen Län-dern sein."(Georgi M. Dimitroff, ebenda, S. 35-36).Indem sie der Erhaltung der Volksfront den Vorrang vor den Prinzipien gab, aufdenen sie basierte, war die Französische Kommunistische Partei eindeutig in denOpportunismus abgeglitten. Dieser Opportunismus wurde jedoch von der Komin-ternführung gutgeheißen, denn die Resolution des 7. Weltkongresses hatte dieKommunistischen Parteien angewiesen, dass wenn die Prinzipien, auf denen dieVereinigte Front oder Volksfront basierte, verletzt werden würden, sie dann1. 'an die Massen appellieren' sollten (ohne die Kräfte innerhalb der Frontzu kritisieren, die die Verletzung begangen hatten!);2. 'den Kampf für die Wiederherstellung der zerbrochenen Einheit weiter-führen' sollten:"Falls die Vereinbarung gebrochen wird, müssen sich die Kommunisten andie Massen wenden, während sie gleichzeitig ihren unermüdlichen Kampffür die Wiederherstellung der zerbrochenen Aktionseinheit fortsetzen."(Kommunistische Internationale: 'Resolution zur 'Offensive des Faschismusund die Aufgaben der Kommunistischen Internationale im Kampf für eineVereinigte Front gegen den Faschismus', in: 'Vollständiger Text der vom7. Weltkongress verabschiedeten Resolutionen', London 1936, S. 18).Diesen Anweisungen folgend, setzte die revisionistisch geführte Französische Kom-munistische Partei loyal ihre Unterstützung der Volksfront auch dann noch fort, alssie schon lange aufgehört hatte, sich dem Faschismus entgegenzustellen und dieInteressen der Arbeiterklasse zu vertreten.Tatsächlich zögerten die offen reaktionären Partner in der Volksfront nicht, die Treueder Partei zur Bewahrung der Einheit der Volksfront sowie das Prestige der Kommu-nistischen Partei in der Arbeiterklasse für ihre eigenen Interessen auszunutzen.So wandte man sich an die Kommunistische Partei mit der Aufforderung, ihren Ein-fluss geltend zu machen, um im Interesse der 'Einheit der Volksfront' der Streikbewe-gung ein Ende zu bereiten. Am 11. Juni erklärte dann auch Maurice Thorez, dass dieZeit gekommen sei, um die Streiks zu beenden, auch wenn ihre Ziele noch nicht er-reicht worden seien:"Für eine Sowjetmacht sind noch nicht alle Bedingungen in Frankreich vor-handen. ... Es ist nötig aufzuhören (mit den Streiks - Verf), sobald eine zu-friedenstellende Lösung erreicht worden ist. Es ist sogar nötig, einem Kom-promiss zuzustimmen, auch wenn noch nicht alle Forderungen erfüllt wordensind. ... Alles ist jetzt nicht möglich. Wir dürfen jetzt nicht den ... Zusammen-halt der Volksfront gefährden."(Maurice Thorez,' Der Kampf um Brot', in: 'Oeuvres' (Werke), Band 3, 12. Buch,Paris 1954, S. 47, 48)."Die kommunistischen Führer waren so sehr darauf aus, einen regionalenTarifabschluss herbeizuführen, dass sie die Forderung der Unternehmer-seite akzeptierten, die Betriebe noch vor Verhandlungsbeginn räumen zulassen. Die Reaktion der Arbeiter kümmerte sie wenig. ...Im allgemeinenkann man sagen, dass die kommunistische Führung sowohl im Parlamentals auch im Dachverband der Gewerkschaften die Regierungspolitik des so-zialen Friedens unterstützte."( Daniel R. Brower, ebenda, S. 147, 150).Dem Appell Thorez folgend" ... arbeitete die Kommunistische Partei danach eindeutig darauf hin, denKonflikt friedlich zu lösen. Ihr Motto erschien in riesigen Buchstaben auf derTitelseite der 'L'Humanité' vom 14. Juni: 'DIE KOMMUNISTISCHE PARTEI ISTFÜR RUHE UND ORDNUNG'. Von dem Zeitpunkt an setzten sich die kommun-istischen Führer dafür ein, den Streik zu beenden. ... Innerhalb weniger Ta-ge waren die meisten Streiks in der Hauptstadt beendet." (Daniel R. Brower, ebenda, S. 153). Der Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs, 1936 Im Juli 1936 unternahmen faschistische spanische Generäle, angeführt von FranciscoFranco*, eine bewaffnete Rebellion gegen die Volksfrontregierung, die in Spanienim Februar gewählt worden war. Der Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges stellteeinen entscheidenden Test für die Französische Volksfrontregierung dar:" Die spanische Krise testete sie (die Volksfront - Verf.) an ihrem ideologi-schen Schwachpunkt - in der Frage des Antifaschismus."(David A. L. Levy, ebenda, S. 72).Die spanische Volksfrontregierung, die die Volksfrontregierung in Frankreich als ihre'Schwester' ansah, wandte sich umgehend an die französische Regierung mit derdringenden Bitte, ihr Waffen zu ihrer Verteidigung zu liefern:"Am 26. Juli appellierte die Frente Popular vertraulich an die Front Populairewegen der Lieferung von Waffen."(Richard Stokes, ebenda, S. 258-59)."Die Argumente für eine Unterstützung der Spanischen Regierung erschienenüberwältigende Gültigkeit zu besitzen, denn die Spanische Regierung standnicht nur ideologisch an der Seite der französischen Volksfrontregierung, son-dern ... auch an der Frankreichs."(Alexander Werth, ebenda, S. 375).Und dennoch sagte die Blum-Regierung nein:"Die Blum-Regierung weigerte sich zu helfen."(Maxwell Adereth, ebenda, S. 79)."Die Französische Regierung ... erlaubte es ganz bewusst der Spanischen Re-gierung nicht, Waffen zu kaufen, obwohl die Spanische Regierung das Geldhatte, sie zu bezahlen, die Mittel hatte, sie einzuführen und nach internatio-nalem Recht auch berechtigt war, sie zu kaufen."(Denis W. Brogan, 'Die Entwicklung des modernen Frankreich, 1870-1939',London 1967, S. 714).Dies lag nicht etwa daran, dass die Masse der arbeitenden Bevölkerung Frank-reichs zögerte, der spanischen Regierung zu Hilfe zu eilen:"In der französischen Arbeiterklasse machte sich Empörung breit nicht nurgegen Italien und Deutschland, sondern auch gegen die Blum-Regierung,die gegen die legale Regierung Spaniens Strafmaßnahmen verhängt hatte."(Alexander Werth, ebenda, S. 381). "Viele seiner (Blums - Verf.) Anhänger aus der Arbeiterklasse setzten Mä- ßigung mit Verrat gleich und ihre Bereitschaft, die Regierung zu unter-stützen, ging in gleichem Maße zurück."(David A. L. Levy, ebenda, S. 75).Die Weigerung der französischen Regierung, Waffen an Spanien zu verkaufen,war umso prinzipienloser als vertragliche Verpflichtungen die spanische Regierungdaran hinderten, von irgendeinem anderen Land außer Frankreich Waffen zu er-werben:"Im Jahre 1935 hatte die spanische Regierung ein Handelsabkommen mitFrankreich abgeschlossen. Eine der Bestimmungen sah vor, dass im Falleeines Bedarfs die spanische Regierung von keinem Land außer FrankreichWaffen kaufen dürfe. Mit dieser Vereinbarung in der Tasche appellierte dieRepublikanische Regierung an die französische, ihr Waffen und Ausrüstungzu liefern, um die Nation vor der Aggression zu schützen. Die französischeRegierung verweigerte schlicht und einfach den Verkauf (nicht die Übergabe,nicht ein Darlehen oder irgendeine Hilfsleistung, sondern den Verkauf!).(Dolores Ibarruri, 'Sie kommen nicht durch. Autobiografie der 'Passionaria' ',London 1966, S. 201-02).Tatsächlich war Blums Entscheidung durch die Drohungen der britischen Regierungmotiviert, dass, falls Frankreich in einen Krieg durch Waffenlieferungen an Spanienverwickelt werden würde, Großbritannien sich nicht mehr an seine Verpflichtungen,Frankreich militärische Hilfe nach dem Locarno-Vertrag von 1925 zu gewähren, ge-bunden fühlen würde:"Anfang August (1936 - Verf.) wurde M. Léon Blum darüber informiert, dassdie von Großbritannien gegebene Garantie, die Grenzen Frankreichs zuschützen, für den Fall eigenständigen französischen Handelns jenseits derPyrenäen keine Gültigkeit mehr haben würde."(André Geraud - 'Pertinax', Vorwort zu: Eleuthère N. Dzelepy, 'Das spanischeKomplott', London 1937, S. VIII)."Diese britische Drohung ... wurde M. Yvon Delbos*, dem französischen Au-ßenminister, im Verlauf eines Besuchs durch Sir George Clerk*, dem briti-schen Botschafter in Paris, mitgeteilt. Sir George soll gesagt haben, dass,falls Frankreich sich als Folge seiner Waffenlieferungen an die spanischeRegierung in einen Konflikt mit Deutschland begeben würde, England sichdann nicht mehr an seine Verpflichtungen aus dem Locarno-Pakt gebundenfühlen und Frankreich nicht zu Hilfe kommen würde."(Julio Alvarez del Vayo, 'Schlacht um Freiheit', London 1940, S. 69-70).Das bedeutet, dass die Volksfrontregierung die antifaschistische Plattform, derent-wegen sie gewählt worden war, verriet, um zu einem Anhängsel der pro-faschisti-schen britischen konservativen Regierung zu werden:"Die Politik der Blum-Regierung kann in wenigen Worten zusammengefasst werden: Vorsicht plus Annäherung an England." (Alexander Werth, ebenda, S. 370). In dieser Eigenschaft wurde der Volksfrontregierung gestattet, als offizieller Schirm-herr des sogenannten 'Nicht-Interventionsabkommens', das tatsächlich in Londonaus der Taufe gehoben wurde, aufzutreten:"Die einfache Wahrheit ist die, dass die Politik der Nicht-Einmischung in Lon-don zur Welt kam. ... In M. Blum und der französischen Regierung fand sie(die britische Regierung - Verf.) den idealen Sponsor für ihr Produkt und siewar so in der Lage, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Auf der einenSeite war sie imstande, die Situation zu vermeiden, dass Millionen von An-hängern der Volksfront in Frankreich sicherlich gegen den Plan Sturm gelau-fen wären, wenn er richtig etikettiert worden wäre, nämlich als das Werk ei-ner britischen Tory-Regierung. Auf der anderen Seite konnte sie das Projektvor der eigenen Labour-Opposition, im Parlament und im Land rechtfertigen,indem sie bloß auf den angeblichen Urheber hinzuweisen brauchte."(Julio Alvarez del Vayo, ebenda, S. 68).Selbst ohne den parallelen Verrat an den Interessen der französischen Arbeiterklassebegann der Verrat an dem Kampf der spanischen Arbeiter gegen den Faschismus dieUnterstützung der Arbeiterklasse für die Volksfront zu schwächen, eine Unterstützung, von der ihre Existenz abhing:"Der Spanische Bürgerkrieg und das Nicht-Einmischungsabkommen,das dannfolgte, gehörten zu denjenigen Ereignissen, die die Stoßkraft und die Einheitder Volksfront erschüttern sollten."(Joel Colton, ebenda, S. 23)."Trotz der vorsichtig vorgetragenen Argumente, ... schnitt diese Politik derVolksfront den Lebensnerv ab."(Denis W. Brogan, ebenda, S. 715).Unter diesen Umständen waren rechtsgerichtete Politiker recht erfolgreich mit ihrerUnterstellung, dass jene, die den Verkauf an Waffen an Spanien unterstützten, an-geblich einen 'Weltkrieg riskieren' würden. In seiner Rede vom September 1936 gabauch Blum selbst als Begründung für die Weigerung seiner Regierung, Waffen anSpanien zu liefern, an, dass" ... wenn der spanischen Regierung ihre legitimen Rechte zuteil würden,dies das Risiko eines großen Krieges beinhalten würde."(Lèon Blum, Rede im Luna-Park, September 1936, in: Denis W. Brogan, ebda.,S. 715).Als Resultat dieser demagogischen Kampagne gelang es" ...dem Premier, als er sich in der Lage sah, ein Misstrauensvotum zur spani-schen Frage ein paar Monate später abzuwenden, ... sich eine solide Mehr-heit in der Bevölkerung zu sichern."(Richard L. Stokes, ebenda, S. 261).In der außenpolitischen Debatte, die im Dezember 1936 in der Abgeordnetenkammerstattfand," ... verkündete Jacques Duclos öffentlich, dass seine Partei eigentlich gegendie Regierung stimmen sollte, sie dies aber nicht wolle."(Daniel R. Brower, ebenda, S. 175).Die kommunistischen Abgeordneten enthielten sich deshalb der Stimme, da die" ... politische Geschlossenheit im Parlament für sie absolute Priorität be-saß."(ebenda).Sie gingen so gar noch weiter und " ...sprachen der Politik der Blum-Regierung ihr Vertrauen aus."(ebda.). ... und die Bekundungen fortgesetzter Loyalität zur Volksfront wurden akzeptiert:"Die Führer der Koalition einigten sich unmittelbar im Anschluss an die Ab-stimmung darauf, dass man die Bekundungen fortgesetzter Loyalität zurVolksfront akzeptieren sollte."(ebda.).Die Parlamentsdebatte zur Regierungspolitik" ... bewies lediglich, dass die Kommunistische Partei im Parlament praktisch keinen Einfluss besaß."(ebda.). Nicht-Einmischung Im August 1936" ... appellierte die französische Regierung an die anderen Länder und ludsie ein, einen Nicht-Einmischungspakt bezüglich des spanischen Konfliktsabzuschließen."(Pierre Broué & Emile Témine, 'Die Revolution und der Spanische Bürgerkrieg',London 1972, S. 332).Selbst wenn dieser von allen Seiten eingehalten worden wäre, so war doch schon dieBilligung des Grundsatzes der 'Nicht-Intervention' selbst ein Sieg für die faschisti-schen Mächte, da" ... die Unterstützung der legitimen Regierung Spaniens gleichgesetzt wurdemit der Unterstützung der Aufständigen."(ebenda, S. 334).Das 'Nicht-Einmischungskomitee' - offiziell eigentlich das 'Internationale Komitee fürdie Einhaltung der Nicht-Intervention in Spanien' - umfasste schließlich Vertreter aus25 Staaten. Es hielt seine erste Konferenz im September 1936 in London ab. Obwohldie faschistischen Mächte - außer Portugal - Mitglied im Komitee waren, benutztensie es, weit davon entfernt, die Nicht-Einmischung einzuhalten, als Deckmantel füreine ausgedehnte militärische Intervention in Spanien auf der Seite der Faschisten.Im Januar 1937 stimmte die Kommunistische Partei" ... für eine Gesetzesvorlage, die die Regierung ermächtigte zu verhindern,dass Freiwillige nach Spanien abreisen konnten."(Edward Mortimer, 'Der Aufstieg der Französischen Kommunistischen Partei,1920-47, London 1984, S. 263).Ungeachtet dieser groben und eklatanten Verletzung der antifaschistischen Prin-zipien, auf deren Grundlage die Volksfront gegründet worden war, blieb die Fran-zösische Kommunistische Partei in der Volksfront. Ihre Politik kam" ... in der Parole 'Einheit um jeden Preis' zum Ausdruck. In den kommen-den beiden Jahren sollte sie diese Priorität mehr als einmal demonstrie-ren."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 63)."Die Kommunisten schreckten davor zurück, die Verantwortung für die Auf-lösung der Volksfront zu übernehmen."(Geoffrey Fraser & Thadee Natanson, 'Léon Blum. Mensch und Staatsmann',London 1937, S. 270)....selbst dann noch, als die 'Nicht-Einmischung' bereits zu" ... einer tragischen Farce geworden war." (Maxwell Adereth, ebenda, S. 80). Die Abwertung des Franc, 1936 Die französische kapitalistische Klasse war" ... bereit gewesen, beträchtliche Opfer zu bringen, solange wie ihre grund-legenden Positionen nicht angetastet wurden, und auf diese Weise konntesie eine Atempause gewinnen, in der sie darangehen konnte, die Errungen-schaften, die sich die Arbeiterklasse erworben hatte, auszuhöhlen und wie-der rückgängig zu machen."(Clemens Dutt, 'Die Volksfront und der Klassenkampf in Frankreich', in: 'La-bour Monthly', Band 21, Nr.1, Januar 1939, S. 37).Kaum war die Blum-Regierung gebildet worden und schon" ... begann die eng miteinander verbundene französische Finanzoligarchieunter Mithilfe britischer finanzieller und Regierungskreise ... ihr Kapital insAusland zu schaffen."(Clemens Dutt, ebenda, S. 37)."Die Kapitalflucht ... war eine bewährte Methode, wodurch die Pariser Börse,Finanzgewaltige und Spekulanten Druck auf französische Regierungen aus-üben konnten."(Denis N. Pritt, ebenda, S. 92-93).... obwohl, wie wir gesehen haben, das Programm der Volksfront vorsah," ... den Kapitalexport zu kontrollieren",(Denis N. Pritt, ebenda, S. 73).... sah die Blum-Regierung" ... fast teilnahmslos zu, als das Land durch die Kapitalflucht finanziell aus-getrocknet wurde."(Henry W. Ehrmann, 'Die französische Arbeiterbewegung. Von der Volksfrontzur Befreiung', New York 1947, S. 68).Bereits im September 1936" ... waren etwa 40 Milliarden Francs aus dem Land gebracht worden."(Clemens Dutt, ebenda, S. 37)....und" ... die Goldreserven waren auf unter 50 Milliarden Francs gesunken."(Alexander Werth, ebenda, S. 334).Am 25. September wurde der Franc abgewertet, und die Abgeordneten der Kom-munistischen Partei" ... stimmten dafür",(Daniel R. Brower, ebenda, S. 238).... trotz der Tatsache, dass die Maßnahme der Abwertung" ... einen beträchtlichen Anstieg der Lebenshaltungskosten nach sich zog."(Geoffrey Fraser & Thadee Natanson, ebenda, S. 274).... so dass" ... schon 1938 die Einkommensanhebungen, die durch Matignon, Tarifver-handlungen und weitere Zuschläge für die Arbeiterschaft erzielt wordenwaren, durch den Preisanstieg vollständig wieder beseitigt wurden." (Henry W. Ehrmann, ebenda, S. 71). Zwangsschlichtungen und -schiedsverfahren, 1936 Im Dezember 1936 legte die Volksfrontregierung einen Gesetzentwurf vor, um derArbeiterschaft Zwangsschlichtungen und Zwangsschiedsverfahren aufzuerlegen. DieKommunistische Partei stimmte der Vorlage zu.('Keesings Archiv der Zeitgeschichte', Band 2, S. 2, 356)."Die Statistiken wiesen nach, dass eine zunehmende Zahl von Fällen, dieder Schlichtung übergeben wurden, durch den Hauptschlichter und nichtmehr von den von den Tarifvertragsparteien bestimmten Schlichtern ent-schieden wurde ( von 2.471 Schiedssprüchen von März 1938 bis Februar1939 alle bis auf 4%) ... . Der Hauptschlichter ... vertrat den Staat."(Henry W. Ehrmann, ebenda, S. 48).Die kämpferischen Arbeiter sahen in der Einführung der Zwangsschlichtung sowiein dem Schiedsverfahren, wodurch faktisch die freien Tarifverhandlungen wiederaußer Kraft gesetzt wurden, einen weiteren Beleg dafür, dass das Programm derVolksfront und die Interessen der Arbeiterklasse ein weiteres Mal verraten wurden:"Die bedingungslose Billigung einer Institution wie die der zwangsweisenSchlichtung lief auf eine fast vollständige Aufgabe des Arbeiterprinzips der'direkten Aktion' hinaus." (Henry W. Ehrmann, ebenda, S. 58). Die 'Pause', 1937 Im Februar 1937 verkündete Blum offiziell eine 'Pause' bei der Umsetzung des Re-gierungsprogramms der sozialen Reformen. Dies war eine Entscheidung, die den" ... französischen Finanzkapitalisten durch Aussetzung weiterer Refor-men entgegenkommen sollte."(Clemens Dutt, ebenda, S. 37).Sie" ... lief tatsächlich auf den Versuch hinaus, zu einer eher orthodoxen Fi-nanzpolitik zurückzukehren."(Henry W. Ehrmann, ebenda, S. 68).... und bald schon" ... wurde aus der Pause ... ein ständiges Innehalten."(Denis N. Pritt, ebenda, S. 96).Die Kommunistische Partei jedoch" ... akzeptierte die 'Pause' ". (Daniel R. Brower, ebenda, S. 180). Die Clichy-Demonstration, 1937 Im März 1937 wurde die antifaschistische Demonstration im Pariser Distrikt Clichyvon der Polizei attackiert:"Die Polizei machte reichlich von der Schusswaffe Gebrauch. Bevor dieKämpfe vorüber waren, ... waren sechs Demonstranten getötet wordenoder starben an ihren Verletzungen."(Daniel R. Brower, ebenda, S. 182).Darüberhinaus wurden" ... etwa 60 weitere verletzt."('Keesings Archiv der Zeitgeschichte', Band 2, S. 2., 508).Weit davon entfernt, das Vorgehen der Polizei zu verurteilen, billigte die Kom-munistische Partei dieses:"Im Parlament ... fuhr die kommunistische Führung fort, die Einheit derKoalition über alles andere zu stellen. ... Es war Jacques Duclos selbst,der für die Mehrheit den Antrag einbrachte, der Regierung für ihr Vorge-hen bei den Ausschreitungen das Vertrauen auszusprechen."(Daniel R. Brower, ebenda, S. 184)."Duclos ging so weit, in der Kammer einen Antrag zu stellen, der die Billi-gung des Vorgehens der Regierung bei den Ausschreitungen beinhaltete." (Edward Mortimer, ebenda, S. 264). Der Rücktritt der Blum-Regierung, 1937 Im Juni 1937" ... verlangte Blum umfassende finanzpolitische Notstandsvollmachten."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 64).Wie Blum der Abgeordnetenkammer mitteilte, bestand der Kern der Maßnahmedarin, orthodoxe finanzpolitische Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sein wür-den," ... das Kapital, das ins Ausland abgewandert ist, nach Frankreich zurückzulocken, ... . Das ist unser eigentliches Ziel."('Keesings Archiv der Zeitgeschichte', S. Band 2, S. 2, 625).Am Anfang weigerte sich die Kommunistische Partei," ... die finanziellen Vorschläge der Regierung mitzutragen, mit der Be-gründung, dass sie die Lebenshaltungskosten erhöhen und letzten Endesnicht geeignet sein würden, das Finanzproblem zu lösen."(ebenda).Als Blum jedoch" ... erklärte, dass, falls die Front scheitern würde, er die Kommunisten invollem Umfang dafür verantwortlich machen würde, zogen diese ihreWeigerung, für die Regierungsvorlage zu stimmen, wieder zurück."('Keesings Archiv der Zeitgeschichte', Band 2, S. 2, 625).Danach" ... stattete die Kammer ihn mit den nötigen Vollmachten aus. ... Alle Kommu-nisten ... unterstützten immer noch die Regierung."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 64).Als die Gesetzesvorlage jedoch vor den Senat kam, stimmte dieses Oberhaus" ... gegen die Regierung."(Denis N. Pritt, ebenda, S. 97).Statt sich jedoch" ... diesem Widerstand gegen den Willen der Mehrheit entgegenzustellen,trat Blum sofort zurück." (Clemens Dutt, ebenda, S. 38). Die Chautemps-Regierungen, 1937-38 Die Blum-Regierung wurde durch eine neue Volksfrontregierung abgelöst mit demRadikalen Camille Chautemps* als Premierminister. Dies war" ... ein weitere gemischt sozialistisch-radikale Regierung, mit einem leichtradikaleren Einschlag."(Clemens Dutt, ebenda, S. 38)."Kaum war das Chautemps-Kabinett im Amt und schon erneuerten die kom-munistischen Führer ihre Politik der 'loyalen Unterstützung' ".(Daniel R. Brower, ebenda, S. 193)."Die Kommunisten stützten zwischen Januar und Juni 1937 die Regierung ...,als das politische Pendel wieder nach rechts ausschlug."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 87).Mehr noch: Als Chautemps," ... dessen Abneigung gegenüber der FKP bekannt war, dabei war, sein Ka-binett im Juni 1937 zu bilden, machte die kommunistische Führung dennochdas Angebot, sich an seiner Regierung zu beteiligen."(ebenda).Das Angebot wurde zurückgewiesen, und von diesem Zeitpunkt an" ... nahmen die Angriffe des Finanzkapitals noch schneller zu. Der Francgeriet erneut unter Beschuss."(Denis N. Pritt, ebenda, S. 101).Das Ergebnis war, dass" ... Chautemps sich gezwungen sah zu erklären, dass er versuchen würde,die Unterstützung der Banken zu gewinnen, d.h., dass er eine Politik ver-folgen würde, die für die Rechte akzeptabel war."(Clemens Dutt, ebenda, S. 39).... und dementsprechend" ... wurden der Chautemps-Regierung 'alle Vollmachten' eingeräumt, umdie Situation zu bereinigen."(Clemens Dutt, ebenda, S. 38).... und sie machte sich ein orthodoxes Finanzprogramm zu Eigen.Die Basis der Sozialistischen Partei war über den Verrat an den Interessen der ar-beitenden Menschen durch Chautemps so empört, dass sie die Parteiführung zwang,ihre Unterstüzung für die Chautemps-Regierung zurückzuziehen:"Die Sozialisten verweigerten im Parlament ihre Unterstützung für die Finanz-vorlage, die ... neue Ausnahmen von der 40-Stunden-Woche - eine der ammeisten hochgehaltenen 'Eroberungen' aus dem Jahre 1936 - vorsah."(Eward Mortimer, ebenda, S. 273).So kam es, dass um diese Zeit" ... die Volksfront nur noch auf dem Papier stand."(Ronald Tiersky, ebenda, S. 67).Die Folge war, dass durch den fortgesetzten Verrat an den Interessen der arbeitendenMenschen schon im Mai 1938 der Einfluss der Kommunisten in der Arbeiterklassedeutlich zurückgegangen war:"Im Mai 1938 wiesen alle Anzeichen auf einen Rückgang des kommunistischenEinflusses unter den Arbeitern hin bedingt durch die Zustimmung der Parteizu der konservativen Wirtschafts- und Sozialpolitik von Daladier."(Daniel R. Brower, ebenda, S. 239)."Eine Massenkundgebung, die für den 6. Juli (1938 - Verf.) geplant gewesenwar, um Spanien zu helfen, musste wegen mangelnder Beteiligung wiederabgesagt werden. Der Zusammenbruch der Volksfront war so überdeutlich,dass der öffentliche Enthusiasmus für diese Idee nicht wieder entfacht wer-den konnte."(Edward Mortimer, ebenda, S. 274).Die Daladier-Regierung ging jetzt zum Angriff gegen die Arbeiterklasse über undschuf im November 1938 die 5-Tage-Woche wieder ab.('Keesings Archiv der Zeitgeschichte', Band 3, S. 3,222)."Das letzte Stadium des Zerfalls war schnell erreicht. Im August hielt Da-ladier seine berühmte Rede, in der er die 40-Stundenwoche angriff. Sei-ne dann folgenden Auftritte als Vorreiter der arbeiterfeindlichen Kräftekonnte man schon erahnen, als er sich daranmachte, den Streik der Mar-seiller Hafenarbeiter zu brechen."(Clemens Dutt, ebenda, S. 41).Der Höhepunkt des Verrats an den Prinzipien der Volksfront gegen den Faschis-mus wurde erreicht, als Daladier, der die französische Volksfrontregierung ver-trat, sich mit Neville Chamberlain*, Adolf Hitler* und Benito Mussolini* zusammen-tat und das Münchner Abkommen unterschrieb, das die Tschechoslowakei prak-tisch den Nazis auslieferte.Als der Münchner Ausverkauf im Oktober in der Abgeordnetenkammer debattiertwurde, stimmte die Kommunistische Partei zum ersten Mal seit der Bildung derVolksfront gegen die Regierung. Zu diesem Zeitpunkt war die Partei jedoch be-reits so stark diskreditiert, dass nur ganze zwei Abgeordnete von anderen Parteiensich dem Votum der Kommunistischen Partei anschlossen:"Abgesehen von den 73 kommunistischen Abgeordneten und nur zwei wei-teren ... segnete die gesamte Kammer Daladiers Politik ab."(Maxwell Adereth, ebenda, S. 83).
3. Die Auflösung der Volksfront, 1938 Ende Oktober 1938" ... stimmte der Parteitag der Radikalen fast einmütig für eine Resolution,derzufolge die Radikalen nicht länger zur Volksfront gehörten. ... Das wardas Ende."(Maxwell Adereth, ebenda, S. 83)."Die Volksfront war offiziell aufgelöst."(Daniel R. Brower, ebenda, S. 225).
SchlussfolgerungDIE REVISIONISTISCHEN FÜHRER DER KOMINTERN HATTEN ZUSAMMEN MIT DERFÜHRUNG DER FRANZÖSISCHEN KOMMUNISTISCHEN PARTEI DURCH EINERECHTSOPPORTUNISTISCHE ABWEICHUNG VON DER TAKTIK DER EINHEITS-FRONT DIE AUFGABE ERFÜLLT, DER BESCHWICHTIGUNGSPOLITIK DER WEST-EUROPÄISCHEN IMPERIALISTEN ZU HILFE ZU KOMMEN UND VORSCHUB ZULEISTEN, WODURCH DIE SICHERHEIT ZENTRALEUROPAS AN DIE NAZIS AUSGELIEFERT WURDE. Bibliografie
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Biografische Anmerkungen
BLUM, Léon, französischer Jurist und sozialdemokratischer Politiker, 1872-1950;Führer der Französischen Sozialistischen Partei, 1914-1950; Premiermi-nister, 1936-37, 1938; von der Vichy-Regierung inhaftiert, 1940-45; 1946 er-neut Premierminister.BRÜNING, Heinrich, deutscher Jurist und Politiker; Vorsitzender der FöderationChristlicher Gewerkschaften, 1921-30; Chef der katholischen Zentrumspar-tei, 1929-33; Reichskanzler, 1930-32; 1934 in die USA; Staatsprofessor ander Harvard-Universität, 1939-45; 1952 nach Deutschland zurück; Professorfür Politische Wissenschaft in Köln, 1951-55).CACHIN, Marcel, revisionistischer französischer Politiker, 1869-1958; Mitglied imExekutivkomitee der Kommunistischen Internationale, 1928-43; 1935-58Senator.CHAMBERLAIN, A. Neville, konservativer britischer Politiker, 1869-1940; Schatz-kanzler, 1923-24, 1931-37; Gesundheitsminister, 1924-29, 1931, Premiermi-nister 1937-40.CHAUTEMPS, Camille, französischer radikal-sozialistischer Politiker, 1888-1963;Premierminister, 1930, Erziehungsminister, 1931, Innenminister, 1932-33;Premierminister 1933-34; Minister für Öffentliche Arbeiten, 1936; Staats-minister, 1936-37; Premierminister, 1936-37, 1937-38; Minister für Koordi-nation, 1938-39; Staatsminister, 1939; 1940 in die USA.CLARK, George, britischer Diplomat, 1874-1951; Botschafter in der Türkei, 1926-33;Botschafter in Belgien, 1933-34; Botschafter in Frankreich, 1934-37.DALADIER, Edouard, französischer radikal-sozialistischer Politiker, 1884-1970;Premierminister, 1934; Verteidigungsminister, 1936-38; Premierminister,1938-40; von den Vichy-Behörden inhaftiert, 1940-45.DELBOS, Yvon, französischer Politiker, 1885-1956; Justizminister und Außenminis-ter, 1936-38; Erziehungsminister, 1939-40.DIMITROFF, Georgi M., revisionistischer bulgarischer Politiker, 1882-1949; Leiterdes Westeuropäischen Büros der Komintern, 1929-33; im Zusammenhangmit dem Reichstagsbrand verhaftet, März 1933; 1934 Ausreise nach Mos-kau; Generalsekretär der Komintern, 1935-43; 1945 nach Bulgarien; Gene-ralsekretär der Bulgarischen Kommunistischen Partei, 1945-49; Premier-minister 1946-49.DUCLOS, Jacques, revisionistischer französischer Politiker, 1896-1975; Arbeit imWesteuropäischen Büro der Komintern, 1929-32; Generalsekretär der FKP,1950-64.FAURE, Paul, sozialdemokratischer französischer Politiker, 1920-1944; 1944 ausder Partei ausgeschlossen.FRANCO, Francisco, spanischer Offizier und faschistischer Politiker, 1892-1975;Generalstabschef, 1935-36; Gouverneur der Canarischen Inseln, 1936; An-führer der faschistischen Revolte, 1936-39; 'Caudillo' der spanischen fa-schistischen Diktatur bis 1975.GOTTWALD, Klement, marxistisch-leninistischer tschechoslowakischer Politiker,1896-1953; Generalsekretär der KP der Tschechoslowakei, 1929-53; Mitgliedim Sekretariat des Exekutivkomitees der Komintern, 1935-43; stellvertreten-der Premierminister, 1945-46, Premierminister, 1946-48; Präsident, 1948-53. HITLER, Adolf, deutscher faschistischer Politiker, 1889-1945; Reichskanzler, 1933-34; 'Führer' des Deutschen Reiches, 1934-45; 1945 Tod durch Selbstmord.KUUSINEN, Otto W., revisionistischer finnischer Politiker, 1881-1964; Generalse-kretär der Komintern, 1921; Mitglied im Sekretariat des EKKI, 1928-43;Präsident der karelo-finnischen Republik, 1940-56; Mitglied im Politbüroder KPdSU, 1952-53, 1957-64.MANUISLKI, Dimitri Z., revisionistischer sowjetischer Politiker, 1883-1959; Mitgliedim EKKI-Sekretariat, 1926-43; stellvertretender ukrainischer Premierminister und Außenminister, 1944-50.MARTY, André, revisionistischer französischer Politiker, 1886-1956; Mitglied imEKKI-Sekretariat, 1935-43; Oberkommandierender der InternationalenBrigaden, 1936-39, 1953 aus der FKP ausgeschlossen.MUSSOLINI, Benito, faschistischer italienischer Politiker, 1883-1945; Premiermi-nister, 1922-45; 1945 von Partisanen gefangengenommen und hingerich-tet.PIECK, Wilhelm, revisionistischer deutscher Politiker, 1976-1960; Mitglied im EKKI-Sekretariat, 1931-43; 1946 nach Deutschland zurück; Präsident der Sozial-istischen Einheitspartei Deutschlands, 1946-60; Präsident der DDR, 1949-60.THÄLMANN, Ernst, marxistisch-leninistischer deutscher Politiker, 1886-1944; Vor-sitzender der KPD, 1925-33; Mitglied im EKKI-Sekretariat, 1931-33; im März1933 von den Nazis verhaftet und 1944 ermordet.THOREZ, Maurice; revisionistischer französischer Politiker, 1900-1964; Generalse-kretär der FKP, 1930-64; Mitglied im EKKI-Präsidium, 1931-43; Vizepräsi-dent, 1946-47.TOGLIATTI, Palmiro, revisionistischer italienischer Politiker, 1893-1964; Mitgliedim EKKI-Sekretariat, 1926-43; Generalsekretär der IKP, 1927-64.VASSART, Albert, revisionistischer französischer Politiker, 1898-1958; Sekretär der FKP und Mitglied im Zentralkomitee, 1932-39; 1939 ausgeschlossen.
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